Graf von Wartensleben.[]
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Wartensleben, (Graf von), Feldzeugmeister in österreichischen Diensten, diente 1789 und 90 unter Clairfait gegen die Türken als Generalmajor, und zeichnete sich bey vielen Gelegenheiten aus. Als der Revolutionskrieg ausbrach, wurde er anfangs als Divisionsgeneral angestellt, ward sodann General der Artillerie und übernahm 1796 das Oberkommando der österreichischen Armee am Niederrhein, wo er sich bald von Jourdan, der den 2. July zum zweytenmahl mit Gewalt über den Rhein gegangen war, angegriffen sah. Wartensleben litt damals an der Gicht und mußte den größten Theil der Operationen den Generalen Kray, Colloredo und hauptsächlich dem General Werneck, der damals viele Tapferkeit und Talent zeigte, überlassen. Indessen wurde hierauf der General Fink von Neuwied zurückgeworfen, Werneck von Montabaur vertrieben, das verschanzte Lager von Neukirchen genommen, der Feind ging über die Lahn, die Gefechte von Oberwiesel und Friedberg wurden verloren, die Feste Königstein verlassen und Würzburg genommen. Endlich zog sich Wartensleben in steten, bisweilen sehr blutigen Gefechten, wie die von Bamberg und Forchheim immer weiter nach Böhmen zurück, bis im August der Erzherzog Karl zu ihm stieß, und er sich im Stande sah, den Feind, der ihm bisher an Anzahl überlegen gewesen war, mit Vortheil anzugreifen. Von diesem Augenblick an folgten die Siege eben so schnell auf einander, als vorher die Niederlagen; und der Erzherzog ließ der persönlichen Tapferkeit und dem wirklich militärischen Geiste, womit ihn dieser General in allen seinen Operationen unterstützt hatte, Gerechtigkeit widerfahren. Den 3. September, bey der Schlacht von Würzburg, kamen seine Kolonnen, durch den Mainübergang aufgehalten, zu spät zum Angriff und hätte beynahe dem Erzherzoge die Schlacht verlieren machen; doch machte er diesen Fehler durch die Lebhaftigkeit wieder gut, mit der er an der Spitze seiner Kavallerie auf den linken Flügel der Franzosen einstürmte und ihn nach einem schrecklichen Gefechte durchbrach. Den 19. Oktober wurde er bey einem Angriff auf ein Korps von Moreaus Armee, das auf dem Höhen des rechten Elzufers postirt war, gefährlich verwundet. Er hatte eben damals das Kommando am Niederrhein verlassen, ward im July 1797 zum Generalgouverneur von Dalmatien ernannt, ist aber nun gestorben.
Graf von Wartensleben, kaiserl. königl. Feldzeugmeister.[]
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Er diente in den Jahren 1789 und 1790 unter Clairfait gegen die Türken als General-Major, und gab in vielen Gelegenheiten ausgezeichnete Beweise seiner Talente.
Als der Revolutionskrieg ausbrach, diente er Anfangs als Divisionsgeneral, ward sodann General der Artillerie, und übernahm im Jahre 1796 das Oberkommando der österreichischen Armee am Niederrhein, wo er sich bald von Jourdan, der den 2. July zum zweytenmahl über den Rhein gegangen war, angegriffen sah. Wartensleben litt damahls an der Gicht, und mußte den größten Theil der Operationen dem General Kray, Colloredo und Hauptsächlich dem General Wernek, der damahls viele Tapferkeit und Talente zeigte, überlassen. Indessen wurde der General Fink von Neuwied zurückgeworfen, Wernek von Montabauer vertrieben, das verschanzte Lager von Neukirchen genommen; der Feind ging über die Lahn, die Gefechte von Oberwiesel und Friedberg wurden verloren, die Festung Königstein verlassen, und Würzburg genommen. Endlich zog sich Wartensleben in steten, bisweilen sehr blutigen Gefechten, wie die von Bamberg und Forchheim, immer weiter nach Böhmen zurück, bis im August der Erzherzog Carl zu ihm stieß, und er sich im Stande sah, den Feind, der ihm bisher stets an der Zahl überlegen war, mit Vortheil anzugreifen. Von diesem Augenblick folgten die Siege aber so schnell auf einander, als vorher die Niederlagen; und der Erzherzog ließ der persönlichen Tapferkeit, und dem wirklich militärischem Geiste, womit ihm dieser General in allen seinen Operationen unterstützt hatte, volle Gerechtigkeit wiederfahren. Den 3. Sept. bey der Schlacht von Würzburg, kamen seine Colonen, durch den Main-Uebergang aufgehalten, zu spät zum Angriff, und der Erzherzog hätte beynahe die Schlacht verlohren, wenn nicht Wartensleben mit einer außerordentlichen Tapferkeit mit seiner Cavallerie, an deren Spitze er ritt, auf den linken Flügel der Franzosen eingestürmt, und ihn nach einem schrecklichen Gefechte durchbrochen hätte. Die Schlacht wurde gewonnen, und er machte diesen Fehler durch seine Unerschrockenheit wieder gut, der ihm schwere Verantwortungen zugezogen hätte.
Den 19. Oktober wurde er bey einem Angriff auf den Höhen des rechten Elzufers gestellt war, gefährlich verwundet. Er hatte dann das Commando der Rheinarmee verlassen, und ward zum General-Gouverneur von Dalmatien ernannt, und starb in dieser Eigenschaft.
Quellen.[]
- ↑ Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
- ↑ Oesterreichischer Cornelius Nepos, oder: Leben, Thaten und Charakterzüge Oesterreichischer Feldherren; die sich von der ältesten Zeit bis zur Schlacht von Deutsch Wagram durch ihre Thaten besonders ausgezeichnet haben. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben, von Adolph Bornschein. Wien, 1812. Gedruckt, auf Kosten des Verlegers.