Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Wien Museum


Schlacht bey Verona.[]

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Den 27. März 1799.


Scherer, Oberbefehlshaber der französischen Armee in Italien, hatte die bestimmte Anweisung erhalten, die Oesterrreicher anzugreifen, und aus ihrer Position an der Etsch zurück zu drängen, ehe sie noch durch die Russen verstärkt seyn würden. Der linke Flügel der österreichischen Armee, bey welchem der Feldmarschall-Lieutenant Kray (der bis zur Ankunft des Generals Melas, die ganze Armee commandirte) in Person sich befand, stand hinter Legnago, und der rechte Flügel war unter den Befehlen des Feldmarschall-Lieutenant Kaim, hinter Verona aufgestellt. Am 26. März wurde längs der Etsch, auf drey verschiedenen Puncten, bey Pastrengo, bey Verona und bey Legnago gefochten. Vergebens hatten beyde Armeen die höchste Anstrengung aufgeboten, um sich gegenseitig zu überwältigen; Vortheile und Nachtheile waren auf beyden Seiten getheilt. Da die Franzosen ihre Hauptanstrengung gegen die obere Etsch gerichtet hatten, so zog sich der Feldmarschall-Lieutenant Kray am 27. mit dem größten Theil seiner Armee gegen Verona. Die Truppen waren sich hier in solcher Nähe geblieben, daß die Todten noch unbeerdigt auf dem Schlachtfelde lagen; man verglich sich daher am 29sten Abends über einen Waffenstillstand, der bis zum Mittag des folgenden Tages (30. März) dauern sollte. Kaum war derselbe zur Ende, als die Franzosen den Angriff erneuerten. Kray ließ ein starkes Corps aus Verona hervorbrechen, welches in drey Colonnen gegen die Franzosen rückte, und dieselben trotz ihres heftigen Widerstandes, über drey Stunden Wegs zurück warf. Sie mußten die Etschbrücke mit solcher Eile passiren, daß sie, aus Besorgniß eines Uebergangs der Oesterreicher, die Brücke selbst zerstörten, und dadurch einem Theil ihrer eignen Truppen den Rückweg abschnitten.


Quellen.[]

  1. Denkwürdigkeiten aus der Geschichte der österreichischen Monarchie. Auf jedem Tag des Jahrs gesammelt. Von G. A. Griesinger. Wien. Bey J. V. Degen, Buchdrucker und Buchhändler. 1804.
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