Tondern.[]
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Tondern, Tundern, Stadt mit 2600 Einwohnern, im Herzogthum Schleßwig, an der Widau, welche hier eine Insel macht. Die Einwohner treiben guten Handel. Es ist allda eine ansehnliche Plüsch- Zwirn- und Strumpf-Manufactur: auch werden hier und in den umliegenden Gegenden sehr viele feine Spitzen und Handschuhe verfertigt. Unweit davon liegt Hoyer, ein artiger Flecken, der ehemalige nun versandete Hafen der Stadt, wo die Austern eingeladen werden, deren Bänke sich vom Nordstrand bis Rypen erstrecken.
Tondern..[]
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Tondern, eine Stadt an der Westseite des Herzogthums Schleswig, an der Widau, 1 Me. östlich von der Westsee. Königliche Zollkontrolle. Poststation. Entfernung von Altona 26¾, Ahrensburg 27¼, Bramstedt 21¼, Elmshorn 23½, Eutin 23, Glückstadt 22¼, Hamburg 27¼, Heide 17½, Heiligenhafen 25¼, Itzehoe 20¼, Kellinghusen 22, Kiel 17, Lübek 26, Lütgenburg 21, Lunden 15½, Meldorf 19, Neumünster 18¼, Neustadt 25, Nortorf 16¾, Oldenburg 24, Oldeslohe 24¼, Pinneberg 25¾, Ploen 21, Preetz 19, Rendsburg 14¼, Segeberg 22¼, Ulzburg 23¼, Wandsbek 27¼ Me. Die Stadt hat 550 Feuerstellen; ausserdem 10 auf dem Schlosgrunde, welcher zum A. Tondern, Südtonderharde gehört, und woselbst das Dinggericht der Tonderharde gehalten wird. 1769 wurden 2584 Menschen gezählt. 1803 Vz. 2579. Lml. 100 Pfl. welche auf 73 reducirt sind. Der Magistrat besteht aus einem Bürgermeister und 4 Rathsverwandten, deren einer zugleich Stadtsektetär ist. 1 Stadtvogt Neues Schuld- und Pfandprotokoll seit 1781. An der Kirche (Pr. Tondern) sind 3 Prediger. Den Pastor ernennt der König. Zur Wahl des Archidiakonus und Diakonus, der zugleich dänischer Frühprediger ist, präsentiren Magistrat und Probst. Die Stadtgemeine wählt. E. Gros- und Kleinemmerschede, Korntwedt, Heidehäuser, Nyeborg, Twedt, Görrismark, Dürrhaus, Hestholm. An der Bürgerschule sind 2 Lehrer, ein Rektor und 1 Kantor. Das hiesige Seminarium hat der 1781 verstorbene Probst Balth. Petersen für 18 junge Leute, die sich dem Schullehrerstande widmen wollen, gestiftet. Er legirte dazu 18000 Rthlr und das Gut Görrismark. 2 Armenschulen. Ein Hospital für 24 verarmte Bürger, mit einem Waisenhause für 12 Knaben. Polizeihaus, worin unordentliche Personen unterhalten, und zum Spinnen und Spitzenklöppeln angeführt werden. Der ehemalige Physikus Krichouf stiftete 1784 eine Anstalt zur Verpflegung und Heilung kranker Armen, theils in ihren Wohnungen, theils in einem Krankenhause. Die Verfertigung der Spitzen ist bekannt genug. Zwirnbereitung. Mützen- und Strumpffabrik. Wollen- und Leinenmanufaktur. Pferde und Viehmarkt am 4ten August und 4ten Sept. auch am ersten Freitage nach Fastnacht. Mpfl. bei den bei der Stadt belegenen königlichen Wassermühlen. Vergl. Niemanns Handb. Seite 743.
Quellen.[]
- ↑ Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte zu Landshut. Landshut, bei Philipp Krüll, Universitätsbuchhändler. 1811.
- ↑ Topographie des Herzogthums Schleswig in alphabetischer Ordnung. Ein Repertorium zu der von Gollowinschen Karte dieses Herzogthums von Joh. Friedr. Aug. Dörfer, Diakonus an der Fleckenskirche in Preetz. Schleswig, bei Carl Franz Christiani. 1816.