Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Telegrafie Nachrichten.[]

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Telegraphbericht, den 28. May, vom Quintus, 11 Uhr Vormittags. Eines der beyden seit langer Zeit an der südlichen Spitze Hveen's liegenden grossen Englischen Orlogschiffe hat gelichtet und ist nordwärts gesegelt, wohin es Hveen's westliche Seite passirt ist. Nun ist also nur ein grosses Orlogschiff im Südlichen Hveen's und eine Fregatte vor Landskrona zurück. Drey Uhr Nachmittags ist eingemeldet von Kronborg, daß letztgedachtes Orlogschiff bey Raae geankert sey. 7 Uhr. 3 Schwedische Kanonenböte werden jetzt nach der Flintenrinne hinsegelnd gesehen. 9 Uhr. Von Dragöe, 4 Kanonenböte gehen ostwärts um Saltholm nach Malmö. An Hveen's Nordwestseite werden 4 Schiffe vor Anker gesehen. Ein Orlogschiff liegt im Süden Hveen's, und eines mit Schwedischer Flagge zwischen Hveen und Schweden. Die Transportflotte wird noch in der Flintenrinne vor Anker erblickt. -- Den 29. May, von Cronborg. Gestern brannte es in Helsingborg von 9 bis 11 Uhr.


Zeitungsnachrichten.[]

[1808]

Dänemark. [2]

Kopenhagen den 18. Jun. Die zuletzt angelangte Konvoi hat nördlich vor Malmoe Anker geworfen, und muß wegen Windstill dort liegen bleiben. Sie wird wahrscheinlich eine starke Eskorte erhalten, und jetzt liegen schon bey derselben 1 Linienschiff, 1 Fregatte und 3 Kutter.


Dänemark. [3]

Kopenhagen den 25. Jun. Am 21. giengen eine Schwedische Fregatte und 2 Kutterbriggen aus der Nordsee kommend durch den Sund, um, wie man vermuthet, die Bedeckung der noch immer ruhig bey Malmöe vor Anker liegenden grossen Kauffahrteyflotte zu verstärken.


Dänemark. [4]

Kopenhagen, vom 28. Jun. Die Besetzung der Inseln Romsoe und Sprogöe ist den Feinden von sehr grossem Nutzen, besonders die der ersten, welche überflüssig Holz und Wasser liefert, auch eine sichere Rhede hat. Am 24. dieses sind 8 Kauffahrtheyschiffe, die aber nicht alle Ladungen am Bord hatten, und aus der Ostsee gekommen waren, unter Konvoy 2 Englischer Kutter mit günstigem Winde nach der Nordsee abgesegelt. Es heißt, daß die Ausschiffung der Englischen Truppen zu Gothenburg nun wirklich geschehen sey. Am 26. Juny früh lichtete die bisher unter Malmöe liegende Konvoy, unter Bedeckung eines Linienschiffes, 4 Fregatten, mehreren Briggs und einigen 20 Kanonenböten, die Anker, und segelte südwärts.

Kopenhagen, vom 2. July. Man will in Helsingör entdeckt haben, daß das Englische Ministerium falsche Sundpässe verfertigen lasse, durch deren Gebrauch einige Schiffe in unterschiedliche Ostsee-Häfen einzuschleichen gewußt haben. Eine feindliche Fregatte und eine armirte Jacht näherten sich am 27. Juny der Insel Omoe, und letztere verfolgte einige den Sund passirende Böte bis ins Bereich der Landes. Hier ward sie aber so nachdrücklich durch zwey von dem Kapitän Guldberg an das Ufer postirte Kanonen empfangen, daß sie mit bedeutendem Schaden an Schiff und Takelage umwenden mußte.


Dänemark. [5]

Den 11. Aug. kamen 7 Schiffe unter der Bedeckung eines Kriegsschiffes aus der Ostsee bey Malmöe vor Anker. Unsere Kanonenböte bey Dragöe waren in See, und es ward von beyden Seiten aber ohne Erfolg, gefeuert. Man hat dieser Tage mehrere Schwedische Kanonenböte von Helsingburg und Landeskrone nach Malmöe gehen sehen, wo die letzthin angekommene grosse Kauffahrtheyflotte noch ruhig vor Anker liegt.

Am 10. dieses ging eine kleine Convoy von fünf Kauffahrteyschiffen und zwey Kutterbriggen von Roa, wo sie einige Tage vor Anker gelegen, durch den Sund in die Nordsee.


Dänemark. [6]

Kopenhagen den 10. Sept. Gestern Morgen um 4 1/2 Uhr ist die aus einigen 70 Schiffen bestehende feindliche Konvoy, welche schon geraume Zeit in der Nähe Malmö's vor Anker lag, unter Bedeckung von 2 Linienschiffen und einigen Fregatten und Briggs nach Norden abgesegelt, und soll bereits durch den Sund gegangen seyn.


Dänemark. [7]

Helsingöer, den 31. Aug. Ein Englisches Linienschiff und ein Proviantschiff kamen am 29. Aug. aus der Nordsee. Zwey Schüsse von Lappesteen's Batterie thaten keine Wirkung. Der Kaperschoner, die neue Probe, welcher den 29. Aug. von hier nach Kopenhagen absegelte, ward von einer feindlichen Kutterbrigg verfolgt, da sie aber bemerkte, dass unsere Kanonenböte nachgiengen, wandte sie um, nachdem sie einige Kugeln ans Land geschossen hatte. Auch von der Batterie bey Humlebeck wurden einige Schüsse auf sie gerichtet.

Diesen Morgen gieng eines von den bey Raae liegenden Orlogschiffen nach der Nordsee. Es gieng dicht unter der Schwedischen Küste. Einige Schüsse von Cronborg fielen ziemlich nahe, blieben aber doch ohne Wirkung. Gegen Abend giengen eine Kutterbrigg und 2 Transportschiffe denselben Weg, so nahe der Schwedischen Küste als möglich.


Dänemark. [8]

Helsingör, vom 9. Sept. Es wird eine bedeutende Anzahl von Schiffen gesehen, die mit günstigem Winde aus dem Süden heran segeln, und sich in zwey Haufen getheilt haben, von denen der eine ostwärts die Insel Hveen umsegelt. Im Ganzen mögen ihrer einige 66 Schiffe seyn.

Kopenhagen, vom 10. Sept. Gestern Morgens um halb 5 Uhr ist die aus einigen 70 Schiffen bestehende feindliche Konvoy, welche schon geraume Zeit in der Nähe Malmöe's vor Anker lag, unter Bedeckung von 2 Linienschiffen und einigen Fregatten und Briggs, nach Norden abgesegelt, und soll bereits durch den Sund gegangen seyn.


Dänemark. [9]

Bey Raae liegen nun ausser dem Admiralsschiff, 1 Kutterbrigg, 2 Kanonenböte und 1 Linienschiff.


Dänemark. [10]

Helsingör, den 3. Nov. "Da man gestern einen Segler unter Englische Flagge im Norden sah, ward demselben eine Kanonen- und einer Mörser Schaluppe entgegengesandt. Es war der Englische Cutter Baltik, der 41 Dänische Kriegsgefangene am Bord hatte, worunter ein junger Graf Reventlow vom Norwegischen Jägerkorps. Sie waren aus Gothenburg vom Admiral Saumarez abgesandt. Diesen Vormittag übersandte der Admiral Bertle 43 Kriegsgefangene in zwey Parlementärs, die sogleich zurückgiengen. Zu eben der Zeit zeigte sich im Norden unter Konvoy einer Fregatte und drey Briggs eine aus mehr als 70 Schiffen bestehende Transportflotte, auf der sich die Besatzung der Russischen Flotte im Tajo befanden haben soll. Kurz nach Mittag passirte die Konvoy Cronburg. Unsere Kanonenböte waren zwar ausgelaufen; allein da sich die Konvoy so dicht als möglich an die Schwedische Küste hielt, so konnten sie nicht mit Erfolg operiren.


Quellen.[]

  1. Wiener-Zeitung Nro. 50. Mittwoch, den 22. Juny 1808.
  2. Wiener-Zeitung. Nro 55. Sonnabend, den 9. July 1808.
  3. Wiener-Zeitung. Nro 57. Sonnabend, den 16. July 1808.
  4. Wiener-Zeitung. Nro 59. Sonnabend den 23. July 1808.
  5. Wiener-Zeitung. Nro 73. Sonnabend, den 10. September 1808.
  6. Wiener-Zeitung. Nro 73. Sonnabend, den 10. September 1808.
  7. Wiener-Zeitung. Nro 73. Sonnabend, den 10. September 1808.
  8. Wiener-Zeitung. Nro 80. Mittwoch, den 5. Oktober 1808.
  9. Wiener-Zeitung. Nro 94. Mittwoch, den 23. November 1808.
  10. Wiener-Zeitung. Nro. 97. Sonnabend, den 3. Dezember 1808.
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