Schreiben des preuss. Ministers von Hardenberg an Hrn. Jackson.[]
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(S. d. g. Bl. d. B. Z.) Das erste von denen der königl. Bothschaft beigelegten Aktenstücke ist ein Schreiben des preuss. Ministers von Hardenberg an Hrn. Jackson, ausserordentlichen Gesandten Sr. britt. Maj. bei Sr. kön. preuss. Maj., folgenden Inhaltes:
Berlin, 26. Jän. 1806.
"Mein Herr! Ich eile, das Versprechen zu erfüllen, welches ich dem Lord Harrowby am 8. d. gethan habe, Ihnen nämlich sobald, als der letzte Entschluß über die hinzugekommenen Umstände in Betreff der Sicherheit des Norden von Deutschland und der Garantie des Königs für die Sicherheit der britt. Truppen in diesem Theile des festen Landes, genommen seyn würde, denselben mitzutheilen. Ein Staatsbothe aus München hat so eben Sr. Majestät die Nachricht von der Beendigung der Einrichtungen gebracht, welche die gegenwärtige Lage der Sachen ihn bewogen hat, mit Frankreich einzugehen, um jene Länder und besonders die hannövr. Staaten vor dem Unglücke eines 2ten verheerenden Krieges zu bewahren und ihnen Ruhe zu zusichern. Da nach diesen Einrichtungen insbesondere bestimmt worden ist, daß dieses Land unter der ausschließenden Bewahrung der preuss. Truppen und unter der Verwaltung des Königs bis zum Friedenschlusse zwischen England und Frankreich gestellt werden solle, so hat Se. Maj. nicht umhin gekönnt, unverzüglich die nöthigen Maasregeln zu ergreifen, um ein Korps seiner Armeen dahin ziehen zu lassen, welches unter den Befehlen des Hrn. Gen. der Cavallerie, Grafen von Schulenburg-Kehnert, stehen wird, welchem der König auch die Verwaltung des Landes anvertraut hat. Se. Maj. von dem lebhaften Verlangen beseelt, zu sehen, daß die Wichtigkeit und die dringenden Beweggründe, welche ihn zu diesem Schritte bewogen haben, von Sr. britt. Maj. und Ihren einsichtsvollen Ministern richtig beurtheilt werde, hat den Baron Jakobi beauftragt, davon eine umständliche Auseinandersetzung in London zu verfertigen. Es würde überflüssig seyn, Sie darauf aufmerksam zu machen, wie nothwendig und unvermeidlich bei der jetzigen Lage der Sachen es sey, die engl. Truppen, welche sich im Norden von Deutschland befinden, wieder einschiffen zu lassen, indem die Zurückziehung der fremden Truppen die Bedingung ist, unter welcher Frankreich versprochen hat, daß seine Truppen nicht wieder nach Hanover zurückkommen sollen und indem unter dieser Voraussetzung allein der König ihre Sicherheit garantirte. Ich denke, daß Lord Cathcart bereits die Befehle zur Zurückziehung dieser Trupen von seinem Hofe erhalten hat u. im Begriffe steht, sie zu vollziehen, für welche schon vor einiger Zeit Transportschiffe erwartet worden sind. Ich habe Sie ferner zu bitten, mein Herr, daß Sie zu fernerer Beschleunigung hierüber an den Oberbefehlshaber schreiben, ihm von den gegenwärtigen Umständen Nachricht geben, und ihn zu bewegen suchen, so viel es von ihm abhängt, eine Maasregel zu beschleunigen, welche bei den gegenwärtigen Umständen und der bevorstehenden Ankunft unserer Truppen keine Verzögerung leidet xc. xc.
Quellen.[]
- ↑ Bamberger Zeitung. Nro. 130. Samstag, 10. Mai 1806.