Note des Herrn Fox an den Hrn. Br. von Jacobi-Klöst.[]
[1]
Das 3te beigelegte Aktenstück ist die Note des Herrn Fox an den Hrn. Br. von Jacobi-Klöst, datirt vom 17ten März 1806, sie lautet also:
"Der Unterzeichnete ist von Sr. Maj. befehligt, dem B. v. Jacobi-Klöst die große Bekümmerniß zu melden, welche Se. Maj. über die Art und Weise empfindet, wie das Kurfürstenthum Hannover in Besitz genommen worden ist, um seinen Hof davon zu benachrichtigen. Fanden es Se. preuss. Maj. rathsam, die militärische Besitznahme des Kurfürstenthums zu übernehmen, um zu verhindern, daß sich die franz. Truppen diesem Theile seiner Gränze nicht so sehr nähern möchten, so scheint es Sr. Maj. doch durchaus nicht nothwendig gewesen zu seyn, daß die Civil-Regierung dieses unglücklichen Landes über den Haufen geworfen oder daß eine Armee zahlreicher und so gleich drückender für die Einwohner, als die Noth es erforderte, darin unterhalten werden mußte. Se. Maj. verläßt sich mit dem größten Vertrauen auf die Erklärung Sr. preuss. Maj., daß die gegenwärtige Besitznahme blos provisorisch sey, allein Sie können nicht umhin, Ihren Wunsch auszudrücken, daß diese Erklärung auf eine feierlichere Art im Angesichte von Europa geschehen möge. Die Ehre des Berliner Hofes, eben so wie die Achtung, welche sich zwei durch Verwandtschaft und Allianz so enge verknüpfte Fürsten gegenseitig schuldig sind, scheinen es zu fordern, daß dieser wichtige Gegenstand in vollkommene Gewißheit gesetzt werde. Se. Maj. wollen Ihrer Seits nicht weniger offenherzig zu Werke gegen, und wenn wirklich Hoffnung bei dem Berliner Hofe vorhanden seye, daß durch irgend eine politische Eintheilung, geschweige denn durch eine Vergütung oder Entschädigung, je Se. Maj. vermocht werden könnten, das, was Sie Ihren angebohrnen Rechten und beispielloser Treue und Anhänglichkeit Ihrer hannöv. Unterthanen schuldig sind, so sehr zu vergessen, um in eine Abtretung des Kurthums zu willigen -- diesen Hoffnungen gänzlich ein Ende machen. Se. Maj. erfahren mit Bekümmerniss, daß es im Werke ist, Ansbach und andere Theile der preuss. Monarchie, in Folge einer Uebereinkunft mit Frankreich an Baiern zu übergeben; Sie massen sich zwar auf keine Art ein Recht an, sich darin zu mischen, oder eine Meinung über Maasregeln, welche es auch seyn mögen zu äußern, die Se. preuss. Maj. für das Interesse Ihrer Krone und Ihres Volkes rathsam halten; allein dieses müssen Sie bemerken, daß Sie weder in der Eigenschaft eines Königs von Großbrittanien, noch in jener eines Kurfürsten von Hannover, an der erwähnten Uebereinkunft auf irgend eine Art Theil nehmen oder an deren Folgen gebunden sind. Diejenigen Abtrettungen, welche Seite preuss. Maj. an Feinde Großbrittaniens machen sollten, können demnach auf keinen Fall als Rechtfertigungs-Grund angeführt werden, Sr. Maj. Ihr rechtmäßiges Erbtheil abzunehmen. Se. Maj. hoffen daher, daß Se. preuss. Maj. den ehrenvollen Vorschriften Ihres eigenen Herzens folgen und der Welt beweisen werden, daß, zu welchem Opfer von Ihrem eigenen Gebiete die Gegenwärtigen Umstände Sie auch veranlassen mögen, Sie dennoch nicht das Beispiel geben werden, sich auf Kosten eines Dritten zu entschädigen, dessen Gesinnungen u. Betragen gegen Se. preuss. Maj. und deren Unterthanen beständig freundschaftlich und friedlich gewesen sind."
Die letzte Hofzeitung enthält das Manifest, worin der König als Kurfürst von Hannover gegen die preuss. Besitznahme Sr. Erbstaaten protestirt und sich deswegen an alle Souveräne Europas wendet. Dieses Manifest ist an die fremden Höfe, an den Reichstag nach Regensburg u. s. w. gesendet werden.
Quellen.[]
- ↑ Bamberger Zeitung. Nro. 130. Samstag, 10. Mai 1806.