Von Bastille bis Waterloo. Wiki

Max-Joseph-Orden.[]

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Max-Joseph-Orden, ein militärischer, blos für verdiente Offiziere, mit dem Anfange des Jahrs 1807 von dem Könige in Baiern gestifteter Orden. Der König ist Großmeister; 6 Großkreuze werden einzig aus Generalen ernennt, und erhalten jährlich jeder 1500 Gulden. Acht Commandeurs haben 500 fl. und 50 Ritter jeder 300 fl. zu beziehen. Werden mehrere in den Orden aufgenommen, so rücken die jüngern Mitglieder nach Abgang der ältern in das zugelegte Gehalt ein. Die Ritter tragen auf der linken Brust an einem schwarzen Bande mit Weiß und blauem Rande das Insigne, welches aus einem achteckigen weiß emaillirten Kreuze besteht. In der Mitte enthält es einen schwarzen Ring, und in demselben auf einer Seite M. J., auf der andern die Devise virtuti pro patria. Auf dem Kreuze befindet sich die Königskrone von Gold. Die Commandeurs tragen das nemliche etwas breitere Band um den Hals. Das Band und Insigne der Großkreuze ist noch größer; sie tragen es von der rechten Schulter zur linken Hüfte, und haben noch das Ordenskreuz auf der linken Brust gestickt, mit der Aufschrift: Virtuti pro patria. Nur ausgezeichnete Thaten im Kriege geben Anspruch auf diesen Orden.


Der Militär-Max-Josephs-Orden.[]

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Dieses Ordenszeichen wurde vom jetzigen König am 1. März 1806 aufs Neue bestätigt, fundirt und Verdienst-Orden genannt. Er besteht aus drei Classen: aus Großkreuzen, Commandeurs und Rittern. Die ersteren sechs erhalten jährlich 1500, die ach ältesten Commandeurs jährlich 500, und die 50 ältesten Ritter, jährlich 300 Gulden; alle übrigen sind Ritter ad honores, welche nach dem Absterben der obigen, nach dem Alter ihrer Aufnahme die obgedachten Pensionen nach ihrer respectiven Graden zu genießen haben.

Das Ordenszeichen ist: ein Kreuz von Silber und Gold auf der linken Brust mit der Aufschrift: virtuti pro patria und ein breites schwarzes Band an beiden Kanten mit hellblauen Streifen, welches von der rechten Schulter bis zur linken Hüfte getragen wird.

Die Commandeurs tragen das emaillirte Kreuz an einem schmalern Bande um den Hals, und der Ritter solches auf der linken Brust.

Um in diesen Orden aufgenommen zu werden, muß ein Officier solche tapfere Thaten im Kriege verrichtet haben, die er ohne Verantwortung auch hätte unterlassen können, und die dennoch mit außerordentlicher Klugheit und Muth ausgeführt, zur besonderen Ehre und zum Vortheil der Armee gereichen. Hierüber urtheilt ein Ordenskapitel und legt dann dem König sein Gutachten zur Entscheidung vor.

Nächst diesem werden für gleiche Thaten an die Unterofficiere und Gemeine, silberne und goldene Ehrenmedaillen gegeben, wodurch sie durch jene die Hälfte Sold mehr und durch diese den doppelten erhalten.


Königlicher Militairischer Max-Joseph-Orden.[]

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Um dem in den müh'- und gefahrvollen Kämpfen durch eine treue Anhänglichkeit und ausharrende Tapferkeit von der Armee um das Vaterland erworbenen Verdienste ein bleibendes Denkmal der allerhöchsten Zufriedenheit zu gründen, haben Seine Majestät der König im Armee-Befehle vom 1. März 1806. allergnädigst zu verordnen geruht, dass vom 1. Januar desselben Jahres, als vom Tage, an welchem Baiern Beherrscher zur Würde eines Königes gelangt ist, das vorige Militair-Ehrenzeichen zu einem königlichen Orden erhoben werde. –

Nur Krieges-Thaten, welche mit Einsicht, Geistes-Gegenwart und Tapferkeit, aus freiem Antriebe und mit Gefahr ausgeführt worden sind, und welche das erhabene Gepräge des Ungewöhnlichen und ganz ausser den Gränzen der Pflicht Liegenden auf sich haben, geben einen Anspruch zur Aufnahme. –

Ein versammeltes Ordens-Capitel untersucht nach Anleitung der bestehenden Ordens-Statuten die solche Thaten bewährenden Zeugnisse und stimmt sodann über die Verhältnisse des Gegenstandes in Hinsicht eines entsprechenden Grades von Belohnung mit beigefügten Beweggründen ab. Das Abstimmungs-Protocoll wird Seiner Majestät dem Könige vorgelegt, worauf von Allerhöchstdemselben in der Eigenschaft eines Grossmeisters des Ordens die definitive Entscheidung erfolgt. Der Rang im Orden bestimmt sich vom Tage der Auszeichnung. -- Mit dem Orden sind Pensionen und besondere Vorzüge verbunden. Das Ordenszeichen ist ein unter einer goldnen Krone stehendes goldnes weiss emaillirtes Kreuz, auf dem mittleren, runden, blau emaillirten Schilde steht in Golde auf einer Seite der Namens-Chiffre Seiner Majestät des Königes, auf der anderen die Aufschrift: Virtuti pro Patria. –

Das Ordenskreuz wird von den Rittern an einem schwarzen Bande, welches auf beiden Seiten durch einen weissen und eine blauen schmalen Streifen begränzt ist, auf der linken Brust, -- von den Commandeurs etwas grösser und an einem breiteren Bande um den Hals, -- von den Gross-Kreuzen doppelt gross, mit goldnen Strahlen, und an einem sehr breitem Bande von den nämlichen Farben von der rechten Schulter zur linken Hüfte getragen. Bei den Gross-Kreuzen befindet sich auch das Ordenszeichen in einer Breite von 4 ½ Zollen mit Strahlen von Silber umgeben und mit der Aufschrift: Virtuti pro Patria -- auf der linken Brust gestickt. Ferner tragen die Gross-Kreuze des verkleinerte Ordenszeichen ihres Grades an dem gewöhnlichen Bande zugleich um den Hals.

Grossmeister des Ordens.

SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG etc. etc.

In der Königlich-Baierischen Armee.

GROSS-KREUZE.
1. Seine König;. Hoheit der Kronprinz ect. ect. 1806. 1. Jan.
2. Se. Excellenz Herr von Triva, Minister-Staats-Secretair im Kriegswesen, General der Artillerie, etc. 1806. 1. Jan.
3. Se. Excellenz Herr Graf Ysenburg, General-Lieutenant, etc. 1806. 1. Jan.
4. Se. Excellenz Herr Graf Wrede, effectiver geheimer Rath, General der Cavalerie, etc. 1806. 1. Jan.
5. Se. Excellenz Herr Baron Zweybrücken, effectiver geheimer Rath, General der Infanterie, etc. 1806. 1. Jan.
6. Se. Excellenz Herr von Deroi, effectiver geheimer Rath, General der Infanterie, etc. 1806. 1. Jan.
Commandeurs.
Herrn.
1. Graf von Reuss und Plauen, General-Major, General-Adjutant Seiner Majestät des Königs, 1806. 1. Jan.
2. Siebein, General-Major, Brigadier der Infanterie, -- -- --
3. Graf Minucci, General-Major, Brigadier der Infanterie, 1806. 1. Jan.
4. Baron Vieregg, General-Major, Brigadier der Cavalerie, -- -- --
5. von Vincenti, General-Major, Brigadier der Infanterie, -- -- --
6. Graf Spreti, Oberst, Commandant in Augsburg, -- -- --
7. Elbracht, Oberst vom 3. Chevaux-legers-Regiment, -- -- --
-- Hepp, Major vom 8. Lin. Infant. Regiment, starb am 18. März 1806. -- -- --
8. Baron Dallwigk, Oberst vom 11. Lin. Infant. Regiment. 1809. 15. Mai.
Ritter.
Herrn.

Quellen.[]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte zu Landshut. Landshut, bei Philipp Krüll, Universitätsbuchhändler. 1811.
  2. Neueste Kunde von dem Königreiche Baiern aus guten Quellen bearbeitet von C. R. Prag, 1813.
  3. Rang-Liste der Königlich-baierschen Armée für das Jahr 1811. München, in der Hübschmann'schen Buchdruckerey. Zum Besten der Invaliden Anstalt.

Literatur.[]