Meinungen.[]
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Meinungen, Meiningen, Stadt mit einem großen und schönen Schloß, die Elisabethenburg genannt, und Englischem Garten, ist die Residenz des Herzogs von Sachsenmeinigen, an der Werra, in der gefürsteten Grafschaft Henneberg. Man zählte allda im J. 1785 3,5000 Einwohner. Unter dem Herzog Georg ist die Stadt sehr verschönert worden. Das Landschaftshaus, Reithaus xc. sind schöne Gebäude. In dem Schlosse befinden sich die fürstl. Bibliothek, ein Münzkabinet, und das Sächsische gemeinschaftliche Hennerbergische Archiv. Unter den Manufakturen der Stadt zeichnen sich die Tucharbeiten und vorzüglich die schwarze Barchent durch ihre Güte und schöne Farbe aus. Sie hat auch Sitz und Stimme auf den Landtagen, und ein guteingerichtetes Lyceum von 6 Klassen. Die Besitzungen des Herzogs zu Sachsen-Meiningen liegen theils in Sachsen, theils in Franken; jene heißen das Oberland, diese das Unterland; wozu noch das gemeinschaftliche Amt Römhild kommt. Das Oberland, von 4 ge. Quadratmeilen mit 3 Aemtern und 13,000 Einwohnern, hat ansehnliche Waldungen, Flachsbau, Rind- und Schafzucht, nebst vielen Manufakturen. Das Unterland von 11 ge. Quadratmeilen, (Römhild mit eingeschlossen), mit 7 Aemtern und 32,986 Einwohnern, hat vorzüglichen Feldbau, Schafzucht, und eine schöne Stuterey, Wildpret in eingeschlossenen Parken, Salz- und Eisenwerke, und einige Manufakturen. Die Landstände bestehen aus der Ritterschaft und den Städten. Die Einkünfte der herzoglichen Kammer schätzt man auf 150,000 Gulden. Ueber die Abstammung der regierenden Familie s. Sachsen.
Quellen.[]
- ↑ Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1806.