Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Meine

Flucht aus Brüßel

nach der unglücklichen

Schlacht bey Mons 1792.

Ein

Beyspiel weiblicher Vaterlandsliebe, mütterliche Zärtlichkeit und Standhaftigkeit im Unglücke.

Dargestellt aus den Briefen einer edlen Flüchtigen von F. A. S.

Wien 1793.

Gedruckt mit Salzerischen Schriften.


Die so merkwürdige französische Revolution, die auf so viele tausend Menschenmeinungen und Menschenschicksale ihre umwälzende Würkungen geäussert hat, erhält für den Denker immer mehr Interesse, je mehr einzelne Vorfälle authentisch bekannt werden, welche dieselbe erzeugt hat. Diese erleuchten uns die Einsicht in das geheime Maschinenwerk der Weltregierung, diese eröfnen uns den genauen Zusammenhang, in welchem die geringscheinendsten Ursachen mit den größten Würkungen, die Opinionen mit den Handlungen, die Grundsätze mit den Lebensschicksalen stehen. Ein vorübergehender Empörungsgedanke eines Mirabeau oder Orleans stürzt einen Thron um, wendet den Mächtigsten der Könige und erregt Kriege und Verheerungen, schrecklicher, als sie noch ein barbarisches Jahrhundert erlebt hat. -- Und eben dieser Gedanke stöhrt in seinen mittelbaren, entferntern Folgen das jahrelange häusliche Glücke einer liebenden und liebenswürdigen Familie. Und diese Stöhrungen der menschlichen Glückseligkeit sind wieder eben so viele Ursachen, welche die edelsten Aufopferungen, die schönsten Entschlüsse, die erhabensten Tugenden hervorbringen. So weiß die Vorsehung ein allgemeines Weltübel zum Keim eines neuen Zuwachses an Vollkommenheit und Glückseligkeit zu machen! Diesen Gang der göttlichen Güte kann man eben so gut in dem Lebenslaufe einzelner Menschen, als in den Veränderungen ganzer Nationen wahrnehmen.

Die Fluchtgeschichte unserer rechtschaffenen Niederländerinn giebt uns einen Beytrag zum geschichtlichen Beweise dieser Wahrheit. Doch ist es nöthig, zum voraus ihren Stand und ihre Lage vor der Flucht kennen zu lernen.

Als die Tochter eines wohlhabenden Barons, heurathete sie vor einigen Jahren einen jungen, geschickten, mit den beßten Eigenschaften des Kopfes und Herzens versehenen, aber unbemittelten Beamten in Brüssel, Namens Jestl. Er war aus Wien gebürtig, und seine Mutter, eine gebohrne Wimmerin, war schon seit mehreren Jahren Wittwe, und lebte in ziemlicher Dürftigkeit. Der dankbare Sohn, der nun plötzlich, nach verschiedenen um seiner Rechtschaffenheit und Armuth wollen überstandenen Chikanen, in glücklichere Umstände versetzt wurde, faßte einstimmig mit seiner geliebten Gattinn den Entschluß, der alten Mutter den Vorschlag zu machen, zu ihm nach Brüßel zu reisen und in dem Schooß dieser glücklichen Familie ihre alten Tage barm- und kummerlos zu verleben. Sie selbst liebten einander mit der zärtlichsten Anhänglichkeit, welche fast immer die Folge einer freyen Wahl, ohne Rücksicht auf Geld oder Stand ist. Die Zärtlichkeit ward in der Folge durch den Anblick zweyer Zeugen ihrer Liebe noch mehr erhöhet und befestiget. Eines freute sich in dem Besitz des andern. Eines schätzte die Vortreflichkeit des andern. Entfernt vom unseligen Partheygeiste, der damals die blühenden Niederlande zu untergraben drohte, wünschten sie nichts mehr, als treu ihrem Beherrscher, ihrer Religion und ihren Pflichten recht, recht lange einander zu besitzen, und im Stillen der häuslichen Zufriedenheit und der unbeneideten Freuden zu genießen.

Aber die Vorsehung hatte dieser edlen Familie eine andere, zwar mit Dornen bestreute, aber noch erhabnere Bahn, die Bahn der Leiden, vorgezeichnet. Die erste unberechnete Veränderung machte der Tod, indem er den zärtlichsten Gatten, den beßten Vater, den arbeitsamsten Beamten und redlichsten Bürger den Seinen entriß. Unbeschreiblich ist das Herzeleid, das die untröstliche Gattinn über diesen ihr schmerzlichen Verlust erlitt. Von der Stunde an, drang sie in die Mutter ihres unvergeßlichen Gatten, daß sie Wien verlassen, zu ihr eilen und mit ihr Herz und Haus theilen sollte. Würklich brachte sie es auch so weit, daß sie ungeachtet ihres Alters und der kalten Jahreszeit im Winter 1792 sich auf die Reise nach den Niederlanden begab.

Indes ereignete sich die unglückliche Schlacht bey Mons. "Da dieser Ort, schrieb sie an eine Freundinn in Wien, nur 8 Stunden von Brüßel entfernt ist, so entstand hier bald ein großer Lärm; es hieß, der Feind rückt immer näher. -- Ich starb bald vor Angst für meine Kinder, und mein einziger Wunsch und Sorge war: wenn ich nur diese zwey unschuldige Würmchen vor der Wuth des Feindes, der sich der Stadt immer näherte -- retten könnte. Endlich in die Nacht vom 9ten bis 10ten November flüchtete alles, was nach kaiserlichen Grundsätzen lebte, aus der Stadt. Ich war für den ganzen Winter mit Holz, Schmalz und was zur Menage gehört, hinlänglich versehen; auch hatte ich vieles Geld auf schönes Hausgeräth verwendet; ich hatte unter andern 2 Commodkästen, 18 Sessel mit schönen gestickten Pölstern, 5 Tische, 2 große Spiegel, ein reichliches Küchengeschirr von Kupfer und Messing, ein hübsches Clavier, welches mich 8 Carolin kostete, und noch Mehreres, was zu einer ordentlichen Hauseinrichtung gehört. Da war nun kein Gedanke, von diesem allen etwas fortzubringen; ich packte also nur 3 Koffer mit meinen beßten Sachen, mein Weiszeug, mein Silber und Kleidungen, nebst Betten, zusammen, ließ dann 2 bürgerliche Tändler kommen, bath sie um Gottes Willen, mir mein übriges Hausgeräth abzukaufen; allein es war umsonst. Sie waren alle (sogenannte) Patrioten, freueten sich schon auf die Franzosen, und lachten höhnisch, daß wir uns alle so unglücklich flüchten müßten! Niemand kaufte etwas, mithin mußte dies alles stehen bleiben." –

Hätte die edle Frau weniger Vaterlandsliebe gehabt, hätte in ihrem Herzen weniger Anhänglichkeit an ihre Religion gewohnt, wäre ihr weniger an dem Wohl ihrer Kinder, und einer unverdorbenen Erziehung derselben gelegen gewesen: sie würde sich gewiß nicht so leicht von ihrem Hauswesen getrennt, und mit solchem Muth die Gefahren und Beschwerlichkeiten einer unabsehbaren Flucht angetreten haben. Aber man bewundere die feste Anhänglichkeit eines Weibes an ihrer vaterländischen Verfassung, und vergleiche diese mit so manchem feigen Betragen treuloser, meineidiger Männer! Sie ergriff mit den wenigen Habseligkeiten, die sie eingepackt hatte, und mit dem größten Schatze ihrer mütterlichen Zärtlichkeit, ihren 2 Kindern, entschlossen die Flucht aus Brüßel. Einen Tag nach derselben wurde ihre Wohnung und das kaiserliche Montursmagazin, welches wegen Eile der Flucht nicht gerettet werden konnte, von dem Feinde und dem Pöbel der Stadt rein ausgeplündert.

Da sie in ihrer Verlegenheit und vielleicht aus Mangel an geographischen Kenntnissen nicht wußte, wohin sie sich bey ihrer Flucht am ersten zu wenden hätte, und ihr Niemand vor Angst und Verwirrung Unterstützung leisten konnte: so war es ihr ein nicht geringer Trost, an dem Herrn Commandanten und Obristlieutenant von Meister den ersten Menschenfreund zu finden. Dieser sagte ihr, daß er ihr einen Platz auf einem schon bestelltem Schiffe geben würde; denn die Flucht mußte gegen und durch Holland geschehen, wohin man leichter zu Wasser, als zu Land kömmt. "Wer war froher über diesen edelmüthigen Antrag, als ich? Ungeachtet ich nicht gerne auf dem Wasser fahre, und die Schelde zu gewissen Zeiten ein stürmisches, tobendes und an sich großes Wasser ist, so nahm ich doch dies Anerbiethen mit Freuden an. Doch auch diese Freude war bald zu nichte. Es kamen einige Herren von der Oekonomie-Kanzley und sagten mir, daß auf dem Schiffe, mit welchem ich mit fort sollte, 11 verheurathete Offiziersfrauen wären, die zusammen 32 Kinder hätten; es sey eine wahre Arche Noahs und überdies auch kein Platz, daß mein Wagen könnte eingeschifft werden. Stellen sie sich, liebste Freundinn! meine Verlegenheit vor, in der ich war. Meinen Wagen sollte ich zurücklassen, der mich so viel gekostet hat, da ich ohnehin schon vieles von meiner Einrichtung einbüßen mußte, und der mir in so vielen Fällen so unentbehrlich seyn könnte. -- Da faßte ich also einen andern Entschluß, um nur meinen Wagen zu retten; ich miethete 2 Pferde und fuhr den 10ten November Mittags unter tausend Thränen über mein unglückliches Schicksal mit meinen 2 Kindern und einer treuen Magd ab."

"Der Zug gieng bis Antwerpen, einer Festung an der Schelde, welches etwa 8 Stünden von Brüßel entfernt ist. Dafür mußte ich, Gott ist mein Zeuge! 20 Kronenthaler bezahlen, damit sie mich nur aus der ersten Gefahr brächten; denn da alles flüchtete, so waren fast keine Pferde zu bekommen, und ich dachte, es ist doch besser, als den Wagen stehen zu lassen."

"In Antwerpen war ich 4 Tage. Die Theurung alle Lebensbedürfnisse daselbst zu dieser Zeit übersteigt allen Glauben. Die Gewinnsucht der Wirthe pflegt den Flüchtigen ihr ohnehin trauriges Geschicke noch mehr zu verschlimmern. Auch war die Menge fremder Menschen daselbst sehr groß. Den 14ten gieng ich von da weg, weil sich wiederum das Gerücht verbreitete: die Franzosen wären in vollem Anmarsch. Und wirklich waren sie auch bis den 16ten schon bis dorthin vorgedrungen. Ich miethete von einem holländischen Schiffmann einen Platz auf seinem Schiffe bis Rotterdam, wofür ich abermals 22 Kronenthaler bezahlen mußte. Also 42 Thaler ohne die geringste Zehrung! Und dazu noch mancherley Angst, Kummer und Sorgen, allein -- und verlassen unter fremden Menschen, von meinen lieben weinenden Kinder umgeben, und von dem schrecklichen Gedanken gefoltert, daß ich mein liebstes Leben, ja meinen einzigen Trost, meinen verklärten Gatten zu Brüßel der Erde -- zurücklassen mußte! O Freundinn! ich kann Ihnen keine Schilderung von meiner Gemüthslage machen, meine Gesundheit fängt auch an, ziemlich zu wanken. Ich zittere für meine Kinder. Gott wird wissen, zu welchem Ende er mir so viele Leiden auferlegt hat. Doch ich will sie alle gern, mit christlicher Standhaftigkeit und Gelassenheit ertragen. Er wird es doch am Ende gut hinausführen. –

"Neun ganze Tage war ich also auf der Reise zu Wasser bis  Rotterdam. Wir hatten Gegenwind und Sturm, so daß wir einmal alle bey 4 Stunden in augenscheinlicher Todesgefahr auf dem Wasser herumgetrieben wurden. Erst den 25ten November kam ich nach Rotterdam, wo ich schon sehr viele unserer Bekannten und die ganze Oekonomie-Commission an Bord angeländet antraff. Eins freute sich über das andere, sich hier wieder zu finden. Nur ich konnte mich nicht gänzlich aufheitern. Die Erinnerung an mein überstandenes Ungemach, die Aussicht in die Zukunft und der herzzerfleischende Kummer in Ansehung meiner liebsten alten Frau Schwiegermutter lassen keinen Frohsinn in meine Seele kommen. So lang ich von ihr keine Nachricht erhalte, kann ich Tag und Nacht keiner Ruhe geniessen" u. s. f.

Der Umstand ist dieser. Unsere Reisende hat, wie wir oben bemerkten, ihre Schwiegermutter zu sich berufen; diese hat sich würklich auf die Reise beg_ben, und bevor sie noch an den Grenzen von Niederland ankommen konnte, erfolgte der Auftritt in Brüßel. Da sie sich nun auf ihrer Flucht gegen eine ganz andere Gegend wenden mußte, als woher ihre Schwiegermutter kommen sollte, so blieb ihr nun nichts, als die schmerzliche Ungewißheit übrig, wo sich diese alte Frau befinden müsse. Ob sie nicht aus Mangel an Reisegeld, oder aus Kraftlosigkeit, oder sonst ein Unglück genommen, oder sich ganz verirrt habe. Sie drückt sich hierüber so wehmüthig und zärtlich theilnehmend aus, als wenn sie, ihres eigenen Kummers vergessend ganz das Schicksal dieser guten Alten auf ihr Herz geladen hätte. Ein ausnehmend schöner Zug eines wohlgebildeten Gemüths und menschenfreundlicher Denkungsart!

Zu Rotterdam hätte unsere edle Brüßlerinn wieder Gelegenheit gehabt, auf einem Schiffe geschwinder und mit geringern Kisten durch das holländische zu kommen. Allein der Wagen war wieder der Stein des Anstosses. Sie hätte ihn abermahls zurücklassen müssen, was ihr itzt um soviel schwerer fiel, weil sie ihn um ein Bagatelle hätte verkaufen sollen, und ihn schon so weit gebracht hat. Sie wollte sich noch etwas in Rotterdam verweilen, aber da war wegen der Menge der Geflüchteten alles erschrecklich theuer. Sir wollte daher zur Beschleinigung ihres Abzuges Postpferde nehmen, aber weder diese, noch Hauterer (eine Art gemeiner Miethwägen) waren um vieles Geld zu bekommen. Was war nun wieder zu thun? Sie kaufte 2 Pferde, wofür die 14 Carolin bezahlen mußte, und fuhr mit diesen von Rotterdam bis Wesel, einer unter preußischer Regierung stehenden Stadt. Den 27ten November fuhr sie von Rotterdam weg und erst den 5ten Dezember langte sie in Wesel an. Denn die Wege waren durchaus sehr schlecht, so daß die Arme sehr viel dabey litte.

Hier hatte sie einen nahen Anverwandten, den Baron von Eckartsberg, einen alten preußischen General, in einem ehrenvollen Alter von 72 Jahren. Zu dem wendete sie sich. Er nahm sie liebreich auf, und zeigte sich in seinem ganzen Betragen als einem edlen Mann und Menschenfreund. –

"Hier gieng es mir wieder recht gut, schreibt das edelmüthige Weib, aber nur folgt eine Scene, die mich eine Ohnmacht uns tausend Thränen kostete. Den 13ten Dezember brachte man mir einen Brief, der mir noch zum guten Glücke nach Wesel zugeschickt wurde. Gott! welche Freude -- Er war von meiner guten alten Frau Schwiegermutter. Aber Gott weiß meinen Schrecken, der mich ergriff, als ich las, daß diese gute Seele gegen Regensburg zu auf der Reise zu mir sey! Ich war ausser aller Fassung, weil ihr Brief, durch meine Flucht aus Brüßel in die vierte Woche zu spät in meine Hände kam. Nun stellen sie sich vor, was mein Herz litt. Ich wußte die gute alte Frau zu Regensburg, wußte, daß sie daselbst sehnlich einen Brief von mir erwartete, den sie doch nicht erhalten kann, ausser sie hielte sich 3 oder 4 Wochen daselbst auf. Und wenn ich ihr aufhabendes Alter bedenke, und wie sie fremd, ohne Freunde, ohne Geldstütze sich nach Trost und Hülfe von der Gattinn ihres lieben, verstorbenen Sohnes sehnte, wie sie jeden Posttag umsonst einen Brief erwartete, wie sie vielleicht im tiefsten Elend schmachtet, oder etwa schon gar todt ist; o, mein Herz möchte mir vor bangen Kummer zerspringen! Um Gottes Willen, liebe Freundinn! erbarmen Sie sich meiner kummervollen Lage, und geben mir recht baldige Nachricht, wenn Sie anders etwas von ihr wissen. Addressiren Sie die Briefe nicht mehr nach Brüßel; denn wenn Sie mir etwa schon dahin geschrieben haben oder noch schreiben würden, so wären die Briefe alle verlohren. Die Franzosen verbrennen und zernichten sie alle. Schreiben Sir mir nach Köln. Ich bin um dieser alten Mutter willen dahin gezogen. Den 15ten gieng ich von Wesel weg, und nach einer zweytägigen Reise kam ich hier an. Ich habe, da ich ein Quartier miethete schon Rücksicht auf sie genommen, damit sie bey mir und ihren 2 lieben Enkeln in einem wohlgeheizten Zimmer schlafen kann. Mein zerschlagenes, zerrüttetes Gemüth wird nicht eher wieder aufleben, bis ich sie nicht von ihrer Reise hier habe. Schrecklicher Gedanke, wenn sie todt wäre, ohne daß ich die Freude gehabt hätte, sie kennen zu lernen, oder an mein Herz zu drücken!"—

Gleich nach ihrer Ankunft in Köln schrieb sie ihr nach Regensburg, gab ihr Anweisungen, das nöthige Reisegeld zu erheben, und mit bequemer Gelegenheit zu ihr zu fahren. Aber sie wartete bisher vergeblich auf eine Antwort. Vielmehr erlebte sie noch, nebst ihrer ohnehin so kostspieligen Flucht, die traurige Nachricht, daß ihr bey Frankfurt ein Paket Geld von 80 fl. Interessen von Nürnberg verlohren gegangen ist, weil die ganze Diligence von den Franzosen ist geplündert worden. "Gott weiß es, ruft sie aus, ich habe ein trauriges Schicksal. Mein geliebter Gatte ist todt, ich, des Reisens ungewohnt, muß bey der schlimmsten Jahrszeit mit 2 unmündigen Kindern in der Fremde herumziehen, und ohne Pension, ohne Trost, ohne Aussicht, ein theures, bekümmertes Leben führen! Doch ich will das alles als ein Opfer betrachten, das ich meiner Religion, meinem Monarchen, meinen Kindern dargebracht habe, wenn ich nur die Mutter meines Mannes in meine Arme schliessen und ihr das Ungemach vergelten kann, das sie in ihrer schrecklichen Ungewißheit erdulden muß!" –

Wie sehr muß jedes empfindsame Gemüth, das sich in die Lage dieser zärtlichen Dulderinn hineinzudenken vermag, den Wunsch hegen, daß ihr liebenswürdiges Verlangen: ihre alte Schwiegermutter zu sehen und glücklich zu machen! -- recht bald erfüllt werde! Wie sehr können wir ihr nun Glück wünschen, daß durch die siegreichen Waffen Coburgs den Mühseligkeiten ihrer Flucht ein Ende und der ungehinderte Weg nach Brüßel wieder eröfnet wird! Da leb, edles Weib! zum Muster deiner Mitbürgerinnen, zum Glück deiner Kinder und Hausgenossen, und verzeih einem Dir unbekannten Schätzer des Verdienstes, er mag es finden, wo es ihm immer begegnet, daß er von Deinen Briefen einen Deinem Geschlechte so rühmlichen und Dir gewiß unschädlichen Gebrauch gemacht hat.


Quellen.[]

  • Meine Flucht aus Brüßel nach der unglücklichen Schlacht bey Mons 1792. Ein Beyspiel weiblicher Vaterlandsliebe, mütterliche Zärtlichkeit und Standhaftigkeit im Unglücke. Dargestellt aus den Briefen einer edlen Flüchtigen von F. A. S. Wien 1793. Gedruckt mit Salzerischen Schriften.
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