Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Plan der Stadt Liverpool.

Liverpool (Leverpool), in Lancaster, gegenwärtig nach London die blühendste Handelsstadt im ganzen brittischen Reiche, war noch im Anfange des achtzehnten Jahrhunderts ein unbedeutender Ort von 3000 Einwohnern, enthielt aber deren 1801 schon 77,653, und hat seitdem noch bedeutend zugenommen.

Die Stadt besitzt die Hälfte so viel Handel wie London, den vierten Theil des auswärtigen, den sechsten des allgemeinen Handels, den zwölften Theil des Schifffahrt, fünf Achtel des afrikanischen Handels von ganz Großbritannien, und drei Siebentel des afrikanischen Handels von ganz Europa.

Die Stadt hat einen vortrefflichen Hafen, der ganz durch Kunst, nämlich durch Anlage von großen, kostbaren Docken erbaut ist.

Sie handelt nach allen Theilen der Welt, Ostindien ausgenommen; besonders beträchtlich ist der Sclavenhandel, welcher durch liverpoolische Schiffe zwischen Afrika und Westindien getrieben wird. Beim Ausrüsten von Kaperschiffen zeigt sich Liverpool muthiger und unternehmender, als irgend ein anderer Hafen in ganz Großbritannien.

Außer den Rauch- und Schnupftabacks-Fabriken sind keine bedeutende Fabriken daselbst vorhanden.

In neueren Zeiten hat die Stadt auch angefangen, sich durch fünf große literarische Institute auszuzeichnen, in deren jedem, außer den berühmtesten öffentlichen Schriften, auch noch eine große Bibliothek (in dem Lyceum, von 10,000 Bänden) befindlich ist. Der dortige berühmte Banquier William Roscoe hat sich durch seine Geschichte des Lorenzo von Medici, und durch seine Geschichte des Papstes Leo X., einen großen literarischen Ruf in England erworben.

Im Jahr 1793 hatte Liverpool 606 Schiffe. Es schickt zwei Deputirte zum Parlemente.


Quellen und Literatur.[]

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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