Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Daandels.[]

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General Daendels.

General. Er war 1786 Bürgermeister zu Hattem, einer Geldrischen Stadt, reklamirte, im Namen der Stadt Hattem, das Recht der Stadt, auf dem Landtag Sitz und Stimme wieder zu haben, welches Recht durch das von Wilhelm III. der Provinz Geldern aufgedrungene Regierungsreglement von 1672 verlegt worden war. Der Adel widersetzte sich dem Verlangen der Hattemer; sie beharreten aber dabey, und ließen sich nicht abschrecken. Nun erklärten die Staaten von Geldern Hattem in Aufruhr. Ein grobes Gegenmanifest erschien von Seiten der Stadt. Dies bewog den Geldrischen Adel und den Erbstatthalter, Truppen nach der Stadt marschiren zu lassen. Man wollte sich vertheidigen, mußte aber der Uebermacht weichen. Nun wurde Hattem den Soldaten Preis gegeben. Nicht Eine Fensterscheibe in der ganzen Stadt blieb ganz. Bald darauf erhielten die beyden Bürgermeister Daandels und Raauwenhof vom Geldrischen Gerichtshofe das Todesurtheil. Sie entflohen beyde. Daandels gieng nach Frankreich, und errichtete die legion Batave, welche den ganzen Krieg über bey der Frankreichischen Nordarmee gestanden, und gute Dienste geleistet hat.


Daendels.[]

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Daendels, holländischer General, flüchtete sich bei der Revolution 1788 nach Frankreich, Dümouriez stellte ihn als Oberlieutenant in seiner Expedition gegen Holland 1793 und 1794 an. Damals diente er als Brigadegeneral in der Division, welche Moreau commandirte, und trug den 26. April zur Einnahme von Courtray, so wie den 10., 11. und 12. zu den Siegen bei Tournai, Courtray und Ingelmünster bei; und nach mehrern fruchtlosen Versuchen bemeisterte er sich den 28. December der Insel Bommel und des Forts André, verfolgte den Feind bis jenseit der Waal, und nahm ihm 60 Kanonen und viele Gefangene ab. Den 20. Juni 1795 trat er wieder als Generallieutenant in die Dienste seines Vaterlandes. Zu Ende 1797 begünstigte er die Veränderungen, welche die Errichtung des batavischen Directoriums herbeiführte. Als den 22. Jan. 1798 die republikanische Partei, nach neu erhaltenem Zuwachs, die constituirenden Autoritäten erneuerte und ihre Parteigänger dazu beförderte, hatte sich Daendels diesen Maßregeln abgeneigt gezeigt, wurde als Anhänger der Aristokraten bezeichnet, und sollte auf Befehl des Directoriums arretirt werden. Er ging daher nach Paris, beschwerte sich bei dem französischen Directorium, wußte er für sich zu gewinnen, und wurde bevollmächtigt, eine neue Revolution ins Werk zu richten. Mit dieser Vollmacht begab er sich ins Geheim nach Haag, befehdete, an der Spitze einiger Compagnien batavischer Grenadiere, den 12. Juni am hellen Tage das Directorium, ließ seine Mitglieder in Verwahrung nehmen, setzte die Staatsbeamten ab und neue dafür ein, und erhielt den Beifall der französische Regierung. 1799 commandirte er die batavische Armee, als die Engländer und Russen eine Landung in Holland bewerkstelligten, und zeigte Einsicht und Unerschrockenheit. 1802 berief ihn die batavische Regierung zu sich, um sich über eine Schrift zu erklären, die man ihm zuschrieb, und die der Vorläufer eines neuen 12. Juni zu seyn schien. Er beruhigte seine Obern und betheuerte seine Anhänglichkeit an ihr Interesse; doch konnte er den Verdacht nicht vollkommen von sich ablehnen, und blieb lange ohne Anstellung. Bei der Thronbesteigung Ludwigs Bonaparte wurde er von diesem sehr ausgezeichnet, mit Würden überhäuft und zum Generalgouverneur von Batavia ernannt. Nach der Einverleibung Hollands mit Frankreich rief ihn Napoleon von diesem wichtigen Posten zurück und übertrug ihn dem General Janßen. Im Sommer (1812) traf Daendels wieder in Europa ein.


Von Reisende..[]

Ralph Fell.[]

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[1800]

General Daendels, der im Jahre 1787 wegen thätiger Theilnahme an den unruhigen Vorfällen jener Zeit aus Holland geflohen war, wurde nachher Divisionsgeneral bei der Armee, die sein Vaterland eroberte, und zeichnete sich bei vielen wichtigen Gelegenheiten auf das vortheilhafteste aus. Während seiner Verbannung hatte man ihn im Verdacht, in den damaligen revoluzionären Klubs zu Paris blutdürstige Grundsätze eingesogen zu haben. Sobald man erfuhr, dass er sich der weitern Ausdehnung der statthalterischen Macht widersetzt und darum Holland verlassen habe, wurde er in die Acht erklärt und seine beträchtlichen Güter eingezogen und verkauft. Nach seiner triumphirenden Rückkehr ins Vaterland im Jahre 1795 und der politischen Vernichtung seiner Feinde begnügte er sich nicht mit der Zurückgabe aller Güter und einer hinreichenden Entschädigung wegen seines verlornen Eigenthums, sondern er drohte mit Verbannung aller derer, die zur Einziehung und Besitznehmung seines Vermögens beigetragen hatten. Zum Glück war er aber nicht im Stande, den französischen Befehlshabern einen gleichen Geist persönlicher Erbitterung einzuflössen, und seine Plane schrecklicher Rache scheiterten.

Bei Einrichtung der neuen Regierung wurde er zum kommandirenden General der batavischen Truppen ernannt, und leistete als solcher der Republik, wie sie von den Engländern angegriffen wurde, wichtige Dienste. Diese Stelle verwaltet er noch jetzt, und zwar, -- mit Vergnügen setze ich dies hinzu -- mit der lobenswürdigsten Mässigung. Von seinen Feldherrn-Talenten werde ich nachher noch zu reden Gelegenheit haben; jetzt bemerke ich nur, dass sie vollkommen das Zutrauen rechtfertigen, welches die Nazion und die Regierung in ihn setzt.


Quellen.[]

  1. Almanach der Revolutions-Charaktere für das Jahr 1796, herausgegeben von dem geheimen Hofrath Girtanner. Chemnitz, bei Karl Gottlieb Hofmann.
  2. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  3. Fell's Reise durch die Batavische Republik Aus dem Englischen übersetzt, und mit Anmerkungen begleitet von D. Karl Murhard. Leipzig, bei C. H. Reclam. 1805.
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