Von Reisende.[]
Jean-Philippe Graffenauer.
- [1807]
Die Gegend um Berlin ist zwar sandig, aber doch angenehm, und reich an mannichfaltigen malerischen Ansichten.
Der Thiergarten ist der Lieblings-Spatziergang der Berliner. Dieß ist ein großer Wald von mehr als acht hundert Morgen, an welchem die Spree vorbey fließt, und wo man schattige Gänge, Rasenplätze, Kaffeehäuser und Belustigungs-Oerter findet. Die sogenannten Zelte sind ein geräumiger runder Platz an der Spree, der mit Eichen und Ulmen umpflanzt ist. In den daneben liegenden Kaffeehäusern kann man allerley Erfrischungen haben. Ein angenehmer, mit Bäumen bepflanzter Weg führt die Spree entlang, nach Bellevue, einem Landhause des Prinzen Ferdinand, in dessen Garten man mancherley Anlagen, und einige der Freundschaft gewidmete Monumente findet.
Durch den Thiergarten führt eine treffliche Chaussee nach Charlottenburg, eine starke halbe Meile von Berlin. Den Weg dahin legt man gewöhnlich in zwanzig Minuten auf den kleinen Wagen zurück, die immer am Brandenburger Thore halten.
Quellen und Literatur.[]
- Meine Berufsreise durch Deutschland, Preußen und das Herzogthum Warschau, in den Jahren 1805, 1806, 1807 und 1808. Von J. P. Graffenauer, Doktor der Arzneygelahrtheit, vormaligem Arzte bey der großen französischen Armee, mehrerer gelehrten Gesellschaften Mitgliede. Chemnitz, bey Carl Maucke. 1811.