Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Marsch des Generals York. -- Er nimmt Vitry und Chalons.[]

Die Angriffsbewegungen des Corps von York hatte die Diversion begonnen. Nachdem er Saint-Dizier wieder eingenommen hatte, setzte er es in Vertheidigungsstand, da es an der Militärstraße lag, und errichtete da eine Verbindungslinie zwischen Joinville, Vaucouleurs und Void; dann rückte er nach Vitry an der Marne und machte den 1. Februar den Angriff. Anfänglich wurde er vom General Montmarie und von den Einwohnern zurückgeschlagen, allein er kam verstärkt wieder, warf Haubitzgranaten in die Stadt und bemeisterte sich derselben. Sogleich marschirte er auf Chalons, wohin sich die Divisionen der General Sebastiani und Arrighi und das eilfte französische Armeecorps unter den unmittelbaren Befehlen des Marschall Macdonald zurückgezogen hatten.

Plan von dem Angriff von Chalons.

Der Marschall, der von der Annäherung der Preußen Nachricht erhielt, setzte ihnen den 3. Februar 8000 Mann entgegen, welchen die Reiterei der Generale Sebastiani und Excelman voraus ging, allein die Preußen waren zahlreicher; sie umgehen die Abtheilung, erreichen den Nachtrab an der Kunststraße zwischen Chalons und Vitry, nehmen ihm drei Kanonen und einige hundert Gefangene ab, und verfolgen ihn bis an die Thore Chalons. Der General von York schickt sogleich einen Parlementär ab, und läßt die Stadt zur Uebergabe auffordern. Auf die Weigerung der französischen Generale läßt er die Vorstadt von der Seite von Vitry her mit Sturm nehmen und wirft Haubitzgranaten in die Stadt, welche sie an vier Orten in Brand stecken. Es beginnt ein lebhaftes Kleingewehrfeuer und Chalons läuft Gefahr, den Schrecken einer Plünderung und des Feuers preisgegeben zu werden. Indessen bittet eine Deputation des Raths, welche von dem Marschall Macdonald dazu Erlaubniß hatte, den General York, die Feindseligkeiten einzustellen, aber dieser schlägt es ab und will blos mit den Kriegsoberhäuptern unterhandeln. Der Marschall fängt dann eine Unterhandlung an und man kommt überein, daß die französischen Truppen die Stadt räumen und die Magazine und Lebensmittel unberührt und alles in demselben Zustande lassen sollen.

Allein das eilfte Corps würde durch die allzugewissenhafte Beobachtung des Grundsatzes dieser Bedingungen Gefahr gelaufen seyn; daher ließ der Herzog von Tarent ungeachtet der Vorstellungen der Einwohner die steinerne Brücke über die Marne sprengen, um seinen Rückzug desto besser zu sichern. Den 6. Febr. bewerkstelligte er ihn auf dem linken Ufer, schlug die Richtung nach Chateau-Thierry ein und schleppte einen Artilleriepark von ungefähr 100 Kanonen mit sich. Der General York suchte eilig auf einem andern Punkte über die Marne zu kommen und die Franzosen auf der Straße von Paris zu verfolgen. Die Nachricht von dem Siege bei la Rothiere und die Annäherung der übrigen preußischen Armeecorps auf der Linie der Marne spornten diesen General um so eifriger an; er zog eilig auf Chateau-Thierry, während der General Sacken von Sezanne auf Montmirail marschirte; beide rückten nach Paris vor, und bildeten gleichsam die beiden Vortrabe der schlesischen Armee.


Quellen und Literatur.[]

  • Kriegsbibliothek.
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