Beschreibung und Geschichte der Stadt Forchheim.[]
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Forchheim, ehemals Forahaim, Forachheim, Forrnheim (Forchena, Trutavia oder Locoricum) genannt, ist eine mit Mauern, von gehauenen Quadern, Zwingern, gefütterten Bastionen und Wassergräben umgebne Gränzstadt, Vestung, und nach Bamberg die erste Hauptstadt des ganzen Fürstenthums. Sie liegt in einer Ebne, 3 Meilen von Bamberg an der Poststrasse nach Nürnberg, wo das Flüßchen Wiesent in die Rednitz fällt. Oeffentliche Gebäude sind die Stifts- und Pfarrkirche, die Marienkapelle, die Gereonskapelle, das ehemalige Franziskanerkloster, das Schulhaus, 1 Spital, 3 Schwesterhäuser, 1 Siechhaus, der kurfürstliche Kastenhof, das Zenthaus, 2 Kasernen, 1 Lazareth, das sehenswürdige Zeughaus, 1 bombenfestes Pulvermagazin, die Post, die Apotheke, der Paradeplatz und das Rathhaus. Ausser diesen und noch andern Gebäuden zählt Forchheim 388 Bürgerhäuser, 9 Gasthäuser, 7 Bräuhäuser, 3 Bierschenken, 140 Städel, 18 Hofstätte, 21 Schneid- und Mahlmühlen, eine Lohmühle, dann ausser der Stadt eine Papiermühle, welche 1796 bey dem Rückzug der Franzosen abgebrannt, nachher aber wieder neue erbaut wurde, eine Glasschleifmühle und Spiegelfabrik, welche nach Rußland und bis in die Türkey ihre Handlung treibt. -- Die Zahl der Einwohner wird auf 4000 Seelen geschäzt, worunter 16 jüdische Familien sind, die eine eigne Synagoge haben.
. . . . Sie wird als eine Kreisvestung betrachtet, wegen deren Unterhaltung das Hochstift einen beträchtlichen Nachlaß an Römermonaten genoß.
Die Lage um Forchheim ist sehr angenehm. Der Wall prangt mit hohen Lindenbäumen, und dient zu einem angenehmen Spaziergang, wo man die herrlichste Aussicht genießt. So schlecht und altväterisch sonst die Häuser und Wohnungen, -- die herrschaftlichen und einige Privathäuser ausgenommen -- dastehen, so gesegnet ist die Stadt an Wein, Getreid und Obst. Die 12 guten Jahrmärkte, welche hier üblich sind, pflegen von vielen Meilen her mit Krämerwaaren aller Art besucht zu werden. Auch sind die vielen und schönen Felsenkeller um Forchheim sehr berühmt, woraus das Jahr hindurch eine Menge guten Biers ausgeschenkt und weit und breit verführt wird. Man zählt ihrer über 30. Ferner beleben die Salpeterplantage und Siederey, die 22 von der Wiesent getriebnen Mühlen, deren Handel mit Brod, Mehl, dürrem Obst, Unschlitt, Vieh, Getreid und Hirsen, die Betriebsamkeit der hiesigen Einwohner ungemein. Schade, daß Forchheim in dem Ruf einer ungesunden Lage steht, indem öfter epidemische Krankheiten um sich zu greifen pflegen. Man schreibt dieß an den vielen Wassergräben in der Stadt zu, wo sich das Wasser sammt dem Unrath in Sümpfen sammelt, und dann in Fäulniß übergeht. Jedoch werden seit einiger Zeit her immer mehrere Vorkehrungen getroffen, diese Ausdünstungen zu vereiteln.
Vorchheim.[]
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Vorchheim, befestigte Stadt mit 2267 Einwohnern und einer der ältesten Orte in Franken, am Einfluß der Wiesent in die Regnitz, welche hier anfängt schiffbar zu werden, im Fürstenthum Bamberg. Sie hat wichtige Bierbrauereyen, auch Gerbereyen, eine Spiegelglaspolir- Papiermühle und Salpetersiederey. -- Das große aus 40 Dörfern bestehende Amt Vorchheim hat guten Feldbau, beträchtlichen Obstbau und Viehzucht. 9 Dörfer sind nun von diesem Amte zum Landgericht Ebermannstadt und 5 Dörfer zu dem Langerichte Neunkirchen gezogen worden; alle übrige gehören zum Landgerichte und Rentamte Vorchheim, welches das ehemalige Amt Eggolsheim und Theile von den Aemtern Pechhofen und Schlüsselau begreift. Bey der Zählung im Jahr 1807 hatte das Landgericht auf 4 QM. 11500 Seelen. Es gehörte zum Pegnitzkreise; seit 1810 aber zum Rezatkreise. -- Der Obstbau und der Handel mit jungen Obstbäumen in diesem Landgerichte ist bedeutend.
Quellen.[]
- ↑ Erdbeschreibung der gesammten pfalzbairischen Besitzungen mit steter Hinsicht auf Topographie, Geschichte, physische Beschaffenheit, Land- und Staatswirthschaft, von Johann Georg Prändel, Professor der Mathematik,. . . Amberg, in der Uhlmannschen Buchhandlung, 1805.
- ↑ Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte zu Landshut. Landshut, bei Philipp Krüll, Universitätsbuchhändler. 1811.