Coburg.[]
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Coburg, Fürstenthum zwischen Bayreuth, Thüringen, Henneberg, und Bamberg, gehört, ob es schon in Franken liegt, zu dem Obersächsischen Kreise, und hat einen Flächeninhalt von 20 Quadratmeilen, und 65,000 Einwohner. Es ist sehr fruchtbar an Flachs, Obst und Hopfenbau, hat eine ansehnliche Viehzucht, viele Arzneykräuter, Eisen, Kupfer, Kobold, Schiefer, und andere Mineralien, vorzüglich aber Holz, und aus demselben Pech, Pottasche und Kienruß. Alle diese Artikel sind überflüssig genug, um ausgeführt zu werden. Das Land bestehet im Ganzen aus den Aemtern Coburg, Neustadt, Sonnefeld, Neuhaus, Sonneberg, Hildburghausen, Veilsdorf, Heldburg, Königsberg, Schalkau und Eisfeld, welche aber unter die Saalfeldische, Meinungische und Hildburghausische Linie vertheilt sind. Nach Absterben des leztern Herzogs von Sachsen-Coburg Alberts 1699 und Christians zu Eisenberg 1707, wie auch Heinrichs zu Römhild 1710 ist wegen der erledigten Landesportionen unter den Brüdern und Vettern Gothaischer Linie ein langer Successionsstreit entstanden, welcher zu Wien vor dem Reichshofrathe geführt, und das Land indessen in gemeinschaftlichen Namen regiert wurde, bis endlich 1714 der Reichshofrath das Definitivurtheil in dieser Sache gesprochen, und die völlige Ausgleichung an eine Commission verwiesen hat. Im J. 1735 ward von Kursachsen und Brandenburg-Onolzbach, als Kaiserl. Commissarien, der Saalfeldischen Linie das Amt Coburg, und der Meinungischen die Aemter Sonneberg, Schalkau und Neuhaus zuerkannt und angewiesen. Er ist 5 Quadratmeilen groß, und hat 14,000 Einwohner. Das übrige besizt Hildburghausen. Alle drey ihre Portion mit voller Landeshoheit. Gotha erhielt nur einige Güter ohne Landeshoheit.
Sachsen-Saalfeld oder Coburg besizt an dem Fürstenthum Coburg die Stadt und das Amt gleiches Namens, das Gericht Lauter nebst dem Itschgrunde, Rodach, Gestungshausen und Neustadt, nebst dem Kastenamt Mönchröden. Dieser Antheil beträgt 7½ Quadratmeilen, und enthält gegen 28,000 Seelen. Zu einem Römermonat werden 47 fl. 3½ kr., und zu einem Kammerziel 23 Thl. 44 kr. in 20 fl. Fuß bezahlt. Der Herzog besizt aber noch einen Antheil vom Fürstenthum Altenburg, mit 10½ Quadratmeilen und 30,000 Einwohnern. Die reinen Einkünfte der sämmtlichen Saalfeld-Coburgischen Besitzungen schäzt man auf mehr als 120,000 Thl. Es sind aber noch Schulden abzutragen. Das zwischen Meinungen und Coburg lange streitige Coburgische Votum auf dem Reichstag wird, zufolg eines Vergleichs von 1771 es abwechselnd, Sachsen-Meinungen 2½, und Coburg-Saalfeld 1½ Jahre führen.
Quellen.[]
- ↑ Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.