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Bernburg.[]

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Bernburg, der Antheil am Fürstenthum Anhalt hat gegen 25000 Einwohner, über 200,000 Thlr. Einkünfte, besteht 1) aus dem Unter-Fürstenthum, 2) dem Ober-Fürstenthum, und 3) aus dem Zerbster Antheil. Das Land ist fruchtbar und zum Theil gebirgig, weil es an dem Harz liegt, hat guten Obstbau, auch einigen Weinbau und Bergwerke. s. Anhalt.


Anhalt-Bernburg.[]

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Bernburg (Anhalt-), eins von den dreien noch bestehenden anhaltischen Fürstenthümern, welches bei der letzten Theilung der anhaltischen Länder im J. 1603 an Joachim Ernsts fünften Sohn, Ludwig, dessen Nachkommen es bis jetzt besitzen, kam, nach dem Aussterben der zerbster Linie im J. 1793 aber, deren Länder die übrigen drei Linien 1797 unter sich theilten, noch einen Zuwachs erhielt. (S. Anhalt.) Die Größe des Fürstenthums beträgt gegenwärtig 16 Q. M. mit 35,200 Einwohnern. Die Einkünfte schätzt man auf 400,000 Gulden. Das Contingent zum rheinischen Bunde betrug 240 Mann. Der jetzt regierende Fürst, welcher seit seinem Beitritt zum Rheinbunde am 30sten April 1807 den Herzogstitel annahm, ist Alexius Friedrich Christian, geb. den 12ten Jun. 1767, succes. den 9ten April 1796; vermählt den 29sten Nov. 1794 mit Marie Friederike, Prinzessin von Hessen, geb. den 14ten Sept. 1768. Der Erbprinz ist Alexander Carl, geb. den 2ten März 1805. Eine Nebenlinie der Bernburger bilden die Nachkommen des F. Lebrecht, des zweiten Sohns des F. Victor Amadeus. Sie hat von dem bernburger Antheile das Amt Hoym nebst Frose; ingleichen die Güter Zeitz und Belleben zu einem Paragio erhalten, und außerdem von dieser Linie durch Heirath die Grafschaft Holzapfel nebst den Herrschaften Schaumburg und Lauenburg eigenthümlich erworben.


Zeitungen.[]

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Erst seit drei Jahren besitzt das Fürstenthum Anhalt-Bernburg ein selbständiges Intelligenzblatt, welches sich durch seine Gemeinnützigkeit schon in dieser kurzen Zeit die Aufmerksamkeit des Auslandes erworben hat. Es heisst Wöchentliche Nachrichten historisch-statistischen Inhalts, Verfasser derselben ist der Fürstlich Canzley-Secretair Herr Casper Friedrich Gottschalk, welcher sich als Schriftsteller, vorzüglich durch das Gelehrte Anhalt vortheilhaft gezeigt und zu jenem Geschäfte durch mehrere Beiträge im Reichsanzeiger und der Nationalzeitung, und im Nürnbergischen Verkündiger vorbereitet hatte. Unter seinen Mitarbeitern ist Herr Rektor C. F. Hartmann zu Bernburg, Verfasser mehrerer nützlichen Schulschriften, bekannt.

Uebrigens wird das Oberfürstenthum Anhalt-Bernburg mit den Gothaischen Blättern durch einen Zeitungsboten regelmässig versorgt, welches über Sondershausen und Stollberg nach Harzgerode, Ballenstedt und Günthersberg wöchentlich seinen Lauf richtet. Auch ist zu erwarten, dass der mit dem neuen Jahrhundert erschienene Anhalt-Bernburgsche Staatskalender auf diesen Zweig der statistischen Literatur einen nützlichen Einfluss erhalten wird.


Quellen.[]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
  2. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  3. Ueber politische Zeitungen und Intelligenzblätter in Sachsen, Thüringen, Hessen und einigen angränzenden Gebieten. Von Joachim von Schwarzkopf. Gotha, in der Ettingerschen Buchhandlung 1802.


Literatur.[]

  • Handbuch der Anhaltischen Geschichte von Dr. G. A. H. Stenzel, außerordentlichem Professor der Geschichte an der Universität von Breslau. Deßau, bei Christian Georg Ackermann. 1820.