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I. Bulletin der Armee von Spanien.[]

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Am 16. Nov. erschien endlich zu Paris das I. Bulletin der Armee von Spanien, datirt aus Vittoria den 9. Nov.

"Stellung der Französischen Armee: Hauptquartier Vittoria. Der Marschall Herzog v. Conegliano, mit dem linken Flügel berührend Arragonien und den Ebro, sein Hauptquartier zu Rasalla. Der Marschall Herzog von Elchingen, sein Hauptquartier zu Guardia. Der Marschall Herzog v. Istrien, sein Hauptquartier zu Miranda, die Feste von Pancorbo, durch eine Garnison besetzend. Der Divisionsgeneral Merlin, besetzend mit einer Division die Höhen von Durango, und der Feind zurückhaltend, welcher auf die Höhen von Mondragon fallen zu wollen schien. Da der Marschall, Herzog von Danzig, mit den Divisionen Sebastiani und Leval angekommen war, hielt der König für gut, die Division Merlin zurückkommen zu lassen. Indessen da der Feind kühn geworden war, und Lerin, Viana und mehrere Posten auf dem linken Ufer des Ebro genommen hatte, befahl der König dem Marschall, Herzog von Conegliano, gegen denselben zu marschiren. Der General Vatier, welcher die Kavallerie kommandirt, und die Brigaden der Generale Habert, Brun und Razout, marschirten gegen die feindlichen Posten. Der Feind wurde überall am 27. geworfen. 1200 Mann in Lerin umzingelt, wollten sich anfänglich vertheidigen; allein da der Divisionsgeneral Grandjean seine Disposizionen, um sie anzugreifen, gemacht hatte, warf er sie übern Haufen, und machte 1 Obersten, 2 Oberstlieutenante, 40 Offiziere, und die 1200 Soldaten zu Gefangenen. Zu der nämlichen Zeit marschirte der Marschall, Herzog von Elchingen, gegen Logrono, gieng über den Ebro, und machte 300 Gefangene, verfolgte mehrere Stunden jenseits des Ebro den Feind, und stellte die Brücke von Logrono wieder her. Die Truppen des Marchese della Romana, und die kriegsgefangenen Spanier in England, welche die Engländer in Spanien ans Land gesetzt hatten, dann die Divisionen von Gallizien, zusammen 30,000 Mann, bedrohten von Bilbao aus den Marschall Herzog von Danzig, der am 31. gegen sie marschirte, und sie im Sturmmarsch aus ihren Stellungen warf. Die Truppen der Konföderazion haben sich ausgezeichnet, vorzüglich das Badische Korps. Der Marschall Herzog von Danzig verfolgte den Feind auf den Fersen den ganzen 1. Nov. hindurch bis Guenes, und rückte in Bilbao ein. Man fand beträchtliche Magazine in dieser Stadt, und mehrere Engländer wurden zu Gefangenen gemacht. Der Verlust des Feindes an Todten und Verwundeten ist beträchtlich; an Gefangenen ist er unbedeutend. Unser Verlust besteht nur aus 15 Todten und ungefähr 100 Blessirten. -- So ehrenvoll auch dieser Vorfall war, so wäre dich zu wünschen, daß er nicht Statt gehabt hätte. -- Das Spanische Korps war in einer Lage, daß es aufgehoben werden konnte. In der Zwischenzeit kam das Korps des Marschalls Viktor an; es wurde von Vittoria nach Ordunna gesandt. -- Am 7. hatte der Feind, der durch von St. Ander angekommene Truppen verstärkt worden war, die Anhöhen von Guenes besetzt. Der Marschall Herzog von Danzig marschirte gegen ihn, und durchbrach sein Zentrum. Das 53. und 32. Regiment haben sich ausgezeichnet. Hätten diese Ereignisse in der Ebene Statt gehabt, so würde nicht ein Feind entkommen seyn, allein die Gebirge von St. Ander und Bilbao sind beynahe unzugänglich. -- Der Herzog verfolgte den Feind den ganzen Tag hindurch in den engen Pässen von Valmaseda. In diesen letzten Gefechten hat der Feind an Todten, Verwundeten und Gefangenen über 3500 bis 4000 Mann verloren."

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Quellen.[]

  1. Wiener-Zeitung. Nro 96. Mittwoch, den 30. November 1808.