Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Nro. 11. La Tour.[]

[1]
Drag. Regt. -- Unif. Aufschl. pompadour; Kn. gelb.


Geschichte.[]

Napoleon Online

1705, ward es aus den beyden Walloner Regtern Westerloo, (welches im spanischen Success. Kriege bey den Belag. vor Lille und Quesnoy gedient,) und Ferd. De Ligne errichtet.

34, und 35, diente es bey der Armée am Rhein.

43, war es in der Schl. bey Dettingen; 45, bey der Armée im Reich; 46, im Treff. bey Ramillies in Brabant, beym Grl. Tripp'schen Corps; und in der Schl. bey Rocoux; 47, in der bey Lawfeld.

57, in der Schl. bey Planian, hat es sich ungemein tapfer verhalten; in der bey Breslau, war es zur Unterstützung der Infant. am rechten Flügel; und in der Schl. bey Leuthen. -- 58, d. 12. July, hatte es nebst den Drag. von EH. Joseph, und Würtemberg, bey Königgratz, einen scharfen Scharmützel gegen die feindl. Cuir. von Bredow, und Möhring Hus. Auch war es in der Schl. bey Hochkirchen. -- 59, d. 22. July, hat es nebst den sächsischen Uhlanen, beym Dorfe Zierlau in Oberschlesien, den feindl. Maj. Franklin, der sich tapfer vertheidigte, mit 6 Offrs und 190 Mann gefangen. -- 60, in der Schl. bey Torgau, beym Grl. Fürst Löwenstein'schen Corps, in dem Gehölze zwischen Waydenhayn und Elsnig auf Vorposten, wurde es von einigen Grenad. Bat. eingeschlossen, und von den Ziethenschen Hus. angegriffen. a es retiriren wollte, stiess es auf die Grenadiers im Vorder-Treff. und auf die 2te und 3te feindl. Linie, musste ein starkes Feuer ausstehen, ward zersprengt, und litte an Gefangenen einen sehr grossen Verlust. -- 61, in Schlesien d. 20. Juny, waren 400 Mann unter dem Carlstädter Hus. Obr. Knesevich, beym Überfalle auf das feindl. Bülowsche Detachement bey Hartmannsdorf. -- 62, d. 21. July, das Regt in den Actionen bey Leutmannsdorf, und bey Peyle d. 16. Aug.

78. diente es bey der Hauptarmée in Böhmen; 79, d. 12. Jan. beym feindl. Angriffe auf die diesseitigen Quartiere, hat es den Posten Olbersdorf bey Heinzemdorf gedeckt.

84, und 85, bey der Streitigkeit mit Holland, wegen der Schelde, diente es bey der Armée in Niederlanden.

89, als die Brabanter Revolution ausgebrochen, hat es mit Bender Inf. die Festung Luxemburg gedeckt.

90, den 22. Sept. in der Action bey Assesse an der Maas, hat es sich auf den linken Flügel besonders tapfer gehalten.

92, d. 29. Apr. waren 2 Divis. unter Grl Gr. Happoncourt, in dem Scharmützel bey Tournay; d. 6. Nov. im Treff. bey Gemappe, hat es viel gelitten. -- 93, im Treff. bey Aldenhofen an der Roer, hat es sich ungemein ausgez. Am 11. März, waren 2 Esc. bey der Erob. der Stadt Huy. Eine Esc. hat bey Beaumont d. 15. Oct. mit denen Vorposten, 2 Canonen, und d. 16. detto, mit dem Splenyschen Bat. 12 Canonen, 18 Munit. und 2 Bagagewägen, dann 1 Fahne erobert, gegen 400 Mann niedergehauen, 2 Offrs und 35 Mann gefangen. -- 94, d. 11. May, ist es bis in die Vorstädte von Courtray vorgedrungen; da die Unternehmung misslungen, hat es viel gelitten. Am 13. Juny, im Treff. bey Hooglede, eine Abtheilung sich tapfer gehalten. Den 17. Sept. in der Action bey Mastricht unter Grl ''Kray'', sich sehr ausgez. 200 Drag. waren zu Valenciennes in Besatzung, welche nach der Übergabe, als Kriegsgefangene bis zur Auswechslung, nach Deutschland marschirt sind. Am 18. Sept. im Treff. bey Lüttich, hat es viel gelitten. -- 95, d. 18. Oct. in der Action bey Mannheim, hat eine Abtheilung sich tapfer gehalten. Eine war bey Vertreibung der Feinde von Frankenthal; und d. 17. Dec. hat 1 Theil unter Grl Bórós, bey der Einnahme von Türenbach, sich tapfer ausgez. -- 96, d. 24. Aug. im Treff. bey Amberg, sich wohl gehalten, und die Feinde bis in die Nacht verfolgt. -- 97, beym Rückzuge von Niederrhein, viel gelitten.

98, zu leichten Drag. übersetzt.

99, war es im Treff. bey Stockach; und d. 4. Juny, eine Abtheilung beym Hauptangriff auf die Posit. von Zürich.


Inhaber.[]

1725, Johann Phil. Gr. v. Merode, Marquis v. Westerloo; GVOR. Grand d'Espagne; FM. und Leinwache Trabanten-Hauptmann.

32, Ferdinand Prz. De Ligne; FM.

57, Bened. Gr. von und zu Daun; FML. 58, dieses gegen das Löwensteinsche Cuir. Regt (jetzt Nro. 4,) vertauscht.

58, Christian Phil. Fürst v. Löwenstein - Werthheim; FML. Hat 58, ein eigenes Drag. Regt. errichtet.

59, Jos. Gr. v. Saint-Ignon; MTOR. und FML.

79, Nicl. Gr. D'Arberg de Valengin; FML. 89, die angesuchte Entlassung erhalten.

89, Maxim. Gr. Baillet La Tour; FML. 90, MTOR. 94, MTO. Command. 96, FZM. und MTO. Grosskreuz. Ward commandirender General in Mähren und Schlesien. -- 92, Orchies eingenommen, und das Gefecht bey Roubaix gewonnen; 93, ein Corps vor Maubeuge, u. bey Famars comdrt; 95, comdrte er 1 Corps bey Heidelberg, und trieb die Feinde von Frankenthal bis Türkheim; im Winter stand der Cordon am linken Rheinufer unter seinem Comdo; die Treff. und Act. bey Friedberg, Geissenfeld, Neuburg u. Biberach comdrt; Kehl belagert, und selbes 97, im Jan. mit Capitulation erobert. In Abwesenheit des Erzherzog Carl, comdrte er die Rheinarmée; und nach den Friedens-Praeliminarien, das Exercier-Lager bey Schwetzingen; dann den Rückzug der Armée nach Böhmen.


Comdten und Obersten.[]

Die alten Obr, unbekannt.

1743, Prevéque, Vicomte; 49, abgängig.

49, Caudrelier, Pet. 54, GM.

53, Le Fevre, Theod. aggreg. 54, wirkl. Obr. 57, GM.

57, Thiennes, Gr. 1st 58, in der Schl. bey Hochkirchen todt geblieben.

57, Thoricourt, Chev. Carl. aggreg. 58, wirkl. Obr. -- 59, bey Gefangennehm. des Maj. Franklin von Manteufel Regt. bey Zierlau, sich tapfer gehalten. Es ward ihm sein Pferd unterm Leibe getödtet. Ward 60, GM.

60, Bietagh, Bar. Franz, MTOR. -- 60, in der Schl. bey Torgau gefangen; 62, d. 3. Aug. ist er dem Vorposten zu Zollhaus, welcher von den feindl. Maj. Jenney mit etlichen Freybataillons, und 50 Cavall. angegriffen worden, unweit Molda, mit 1 Comdo zur Unterstützung gekommen, und hat die Feinde mit Hinterlassung vielerTodten repoussirt, und 30 Mann gefangen. Ist 68, †.

60, Bouchant, aggreg, 61, ausgetreten.

68, De Fine, Bar. Alex. 73, GM.

73, Lilien, Bar. Carl. Jos. 77, zu EH. Maximilian Cuir. jetzt Nro. 8.

77, Longueval de Buquoy, Gr. Leop. 79, ausgetreten.

79, Happoncourt, Bar. Ludw. 89, GM.

89, Le Bailly, Chev. Nicod. 91, GM.

90, Pforzheim, Bar. Carl. 2ter Obr. -- 90, in der Action bey Assesse, auf den linken Flügel, das Regt, mit Ruhm angeführt; erhielt den MTO. 91, wirkl. Obr. 92, eine Divis. im Scharmützel bey Tournay, tapfer angeführt. Am 17. May, war er im Scharmützel bey Bavay; 93, im Treff. bey Aldenhofen, sprengte er mit ausserordentlichem Muthe, in eine feindl. Batterie, war aber dabey todt geschossen.

91, Büren, Bar. Xtoph. 2ter Obr. 91, abgängig.

93, Roë, Franz v. 96, GM.

97, Mondet, Ferd. Ward 1800, GM.

1800. Nordmann, Jos.


Anmerkungen.[]

Hptm. Le Fevre, 1745, im Sept. ward er von der Armée am Rhein, zu dem Herzog v. Cumberland nach Brabant geschickt, mit der Nachricht, dass der Grossherzog v. Toscana zum Röm. Kaiser gewählt worden. Ward Maj. darauf Obtl. 50, Obr.

Maj. Chev. Thoricourt, und Hptm. Bietagh, 57, in der Schl. bey Planian, beym Nadasdyschen Corps, sich ungemein tapfer ausgez. Der Maj. ward 2ter Obr. Der Hptm. aggreg. Maj. 58, Obtl. bey Carl Palffy Cuir. erhielt den MTO. und ward Baron. Kam 60, wieder als Obr. hierher.

Die Lieut. Pforzheim und Prost, 59. d. 14. July, hatten sie bey der faulen Brücke zwischen Landshut und Liebau, wo sie mit einem Comdo recognoscirten, mit den feindl. Vorposten einen scharfen Scharmützel; sie haben sich dermassen gewehrt, dass die Feinde die Brücke darauf abgetragen.

Maj. Jaunaville, 59, beym Dorfe Zierlau, hat er die Avantg. ruhmwürdig angeführt; 60, abgängig.

In der Schl. bey Torgau, 60, d. 3 Nov. sind 24 Offrs in Gefangenschaft gerathen. Einige Dragoner haben sich nach Zersprengung des Regtes, bey den Grenadiers zu Fuss in die Linie gestellt, und gezeigt, dass sie ihre Standarten nicht aus Feigheit verlassen haben.

Der aggreg. Obtl. Bar. De Fine, 61, beym Überfalle auf das feindl. Bülowsche Detachement, hat er die 400 Mann mit Ruhm angeführt. Ward 63, wirkl. Obtl. 68, Obr.

Maj. Camillo March. Lamberti, ward 84, Obtl. und Grladjut. und bestimmt den Erzherzog Franz von Toscana, in der Kriegswissenschaft zu unterrichten.

Maj. Bar. Pforzheim, Mitglied der Luxemburger Landstände; 89, hatte er den Ankauf der Lebensmittel zu besorgen. Am 30. Dec. kam er von Ungefähr zum Treff, bey Nassogne, und hat mit 60 freywilligen Drag. die flüchtigen Truppen des Patrioten-Anführers Van der Mersche, über 5 Stunden weit verfolgt. Er ward 2ter Obr.

90, in der Action bey Assesse.

Rittm. Vincent, hat auf dem rechten Flügel, mit Chev. Leg. und Wurmserschen Hus. die feindl. Cavall. zurückgeschlagen. Er erhielt den MTO. ward 94, Maj. und Flügeladjutant.

Die Rittm. Armant und Tonnoir, auf dem linken Flügel, sich tapfer ausgezeichnet.

Die Lieut. Wesener und Hancke, werden wegen ihren Wohlverhalten angerühmt.

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Ritt. Jouve, 90, in der Action bey Hordenne, sich tapfer distinguirt. Er erhielt den MTO. Ist 96, d. 17. Aug. in dem Gefechte bey Sulzbach, todt geblieben.

Maj. Carl Phil. Fürst v. Schwarzenberg, welcher sich 89, als Hptm. bey der Belag. vor Berbir, und 90, in der Suite des FM. Bar. Loudon, in der Campagne in Ungern, eifrig verwendet, und 91, als Maj. anhero gekommen, ward 93. Obtl. bey Degelmann Uhl.

Obtl. Roë, 92, in dem Scharmützen bey Tournay, seine Divis, mit Ruhm angeführt. Ward 93, Obr.

Maj. Pesster, hat 93, d. 15. Oct. mit der Esc. bey Beaumont, die 2 Canonen, und am andern Tage mit dem Splenyschen Hptm. Rogowsky, den feindl. Artill. Train, und 1 Fahne erobert; 94, MTOR. 97, Obtl.

Obtl. Mondet, 93, d. 4. Nov. bey Vertheidigung der Posit. bey Merbes le Chateau, durch kluge Anstalten sich ausgezeichnet. Ward 97, Obr.

Obl. St. Quentin, 94, wegen seiner Auszeichnung bey Tournay, den MTO. erhalten; 95, Rittm.

Rittm. Gr. La Tour, (Sohn des Inhabers,) 95, in der Action bey Mannheim, sich tapfer distinguirt. Er brachte die Nachricht des Sieges vom GdC. Gr. Wurmser, nach Wien. Der Obl. Reisunger, Adjut. des Inhabers, wird wegen unerschrockener Verwendung angerühmt; 96, d. 22. Nov. beym Ausfall der Feinde von Kehl, von einer Haubitzgrenade todt geblieben.

Die Rittm. Tonnoir, und St. Quentin, MTOR. 95, d. 11 Nov. bey Frankenthal, 3 Canonen, 2 Haubitzen, und mehrere Munit. Karren erobert, viele Feinde ruinirt und gefangen.

Rittm. Gr. La Tour, 97, im Jan, die Nachricht der Capitulation von Kehl, nach Wien gebracht. Ward Maj. und Flügeladjutant.

Rittm. St. Quentin, MTOR. 97, im Apr. bey der Retirade von Niederrhein, mit noch 1 Offr bless. 8 wurden gefangen.

Maj. Delmotte, war Flügeladjut. 98, im Sept. in der Suite des Erzherzogs Carl, und selben in die Exercier-Läger in Böhmen und Oberösterreich begleitet. Ward Obtl. und Grladjut.

Rittm. St. Quentin, MTOR. 99, im Treff. bey Stockach, ist er mit 3 Zügen von seiner Esc. abgesessen, hat im Walde bey Aigoldingen, die feindl. Infant. attaquirt, selber herausgeschlagen und 1 Offr. und 30 Mann gefangen.


Beyträge zur Charakteristik des österreichischen Heeres.[]

[2]
Von J. W. Ridler.

Die Brabanter Insurgenten griffen 1789 das österreichische Heer in seinen Verschanzungen bey Hordennen an der Maas an, und drängten es durch ihre Übermacht aus denselben zurück. Der Rittmeister Jouve von den leichten Reitern von La Tour verbarg sich mit einer halben Escadron in einem Walde. Schon war das österreichische Heer in vollem Rückzug, schon verfolgten die Insurgenten siegtrunken ihre Vortheile unter großem Geschrey; als Jouve aus seinem Hinterhalt hervorbricht, und unter großem Jubel die Feinde im Rücken angreift. Sogleich kehrt der andere Theil des Regiments La Tour wieder um, und wirft sich auf die verfolgenden Insurgenten; das Fußvolk ahmt dieses Beyspiel nach; die Insurgenten von zwey Seiten so plötzlich angegriffen, weichen sehr schnell, und erleiden eine völlige Niederlage; mehr als zwey tausend finden auf dem Schlachtfelde oder in den Wellen der Maas den Tod. Jouve wurde wegen dieser mit eben so viel Klugheit und Entschlossenheit ausgeführten That mit dem Theresienkreuze geschmückt.

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Während der Belagerung von Valenciennes standen die leichten Reiter von La Tour bey dem Beobachtungsheer, das, zwey kleine Stunden von der Festung entfernt, die Belagerer deckte; eine halbe Stunde weiter vorwärts lag ein Meyerhof, wo sich abwechselnd franz. und österr. Streifwachen einfanden. Der Corporal Sorosch ritt mit 4 Reitern von La Tour eines Morgens gleichfalls dahin; auf die Versicherung des Pächters, daß keine Franzosen sich hier befänden, stieg er sammt seinen Gefährten vom Pferde, und begab sich in das Zimmer, um hier das Frühstück einzunehmen. Doch plötzlich stürzten 12 französische Grenadier aus ihren Schlupfwinkel hervor: "Meine Herren," riefen sie den Österreichern zu, "ihr seyd unsere Gefangene!" "Kein Reiter von La Tour," erwiedert Sorosch im Zorne, indem er seine Säbel zieht, "ergibt sich mit den Waffen in der Hand." Rasch befolgen dessen Gefährten sein muthvolles Beyspiel, ein wüthendes Gefecht entzündet sich, und nach kurzer Zeit liegen alle 12 Grenadier todt zu den Füssen der braven Wallonen. -- Nun wird der Pächter gehohlt; seiner schweren Schuld sich bewußt, erscheint er blaß und zitternd. "Elender," donnert ihn Sorosch an, "hast du die Folgen berechnet, die deine Verrätherey dem österreichischen Heere zufügen kann? Wohlan zur wohlverdienten Strafe zahlst due sogleich 100 Carolins, oder dein Hof wird abgebrannt." Der Pächter stehet und klagt: er habe bereits alles verloren, unmöglich sey es ihm, diese große Summe aufzutreiben. Doch unerbittlich bleibt Sorosch. "Brüder," ruft er den Seinigen zu, "in der Küche ist Feuer, hohlet Bränder," -- und der Pächter erschrocken zählet zuletzt die verlangte Summe auf den Tisch. "Du glaubst also," erwiedert Sorosch, "die Reiter von La Tour sind Mordbrenner oder Elende, die sich mit Geld abkaufen lassen? Behalte dein Geld, Nichtswürdiger, und denke besser von uns. Deine ausgestandene Angst sey deine Strafe; aber höre ich von einer neuen Verrätherey, so spalte ich dir den Kopf."

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Bey dem Überfalle von Mannheim, 18. Sept 1799, wurde dem Gemeinen Lerat von den leichten Reitern von La Tour, da er eben unberitten war, aufgetragen, das Gepäcke seines Rittmeisters St. Quintin zu bewachen. Lerat sieht von ferne den Kampf, er hört das Geschrey der vordringenden Krieger, und ein martervolles Gefühl durchstürmet seine Brust. Eine Weile harret er bey dem Gepäcke, doch länger vermag er nicht dem innern Drange zu widerstehen. Hingerissen vom kriegerischen Ungestüm ergreift er ein auf der Erde liegendes Gewehr, schließt sich an ein stürmendes Grenadierbataillon an, und zeigt diesem den Weg über einen Arm des Neckars bey Neckerau; der Feind, jetzt auch in der Seite angegriffen, wird mit Verlust zurückgeworfen, und durch diesen Angriff das Eindringen der Österreicher in Mannheim bedeutend erleichtert. Der Erzherzog Carl selbst war Zeuge, als Lerat das Bataillon zum raschen Vordringen anfeuerte, stets an der Spitze focht, und zum Gelingen des Angriffs redlich das Seinige beytrug; noch auf dem Schlachtfelde erhielt er daher die goldene Tapferkeitsmünze aus den Händen des Prinzen. -- Jetzt nach geendigtem Treffen erinnert er sich des Gepäckes, das auf freyem Felde dem Zufalle überlassen war; sogleich eilt er zurück, und ruft seinem Rittmeister schon von weitem entgegen: "Sie verzeihen mit gewiß, daß ich meinen Posten verlassen; ich kenne Sie zu gut. Konnte ich aber auch hier müssig stehen, während ich meine Brüder in der Gefahr erblickte? An meiner Stelle wären auch Sie gewiß in den Kampf geeilt. Da sehen Sie, der Erzherzog selbst gab mir die goldene Medaille, und lächelte dabey recht gnädig mich an."


Quellen.[]

  1. Kurze Geschichte der Kais. Koenigl. Regimenter, Corps, Bataillons, und anderen Militaer-Branchen, von ihren Ursprung an bis zu Ende des Feldzuges von 1799. Wien, bei Cath. Graeffer. MDCCCI.
  2. Archiv für Geographie, Historie, Staats- und Kriegskunst. 1813.
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