Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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11. Das Departement der Oberen Marne, hat seinen Namen von der Marne, welche in demselben entspringt, begreift einen Theil von Ober-Champagne und Brie, insbesondere die Ländchen Vallage und Bassigny. Es hat einen Flächenraum von 113 Qu. M. und eine Bevölkerung von 225,000 Seelen. Dieses Dept. ist in die drei Gemeindebezirke von Chaumont, Vassy und Langres abgetheilt, und enthält 552 Gemeinden in 28 Kantonen.

Carte du Département de la Haute Marne.

1) Chaumont, Hauptstadt des Depts. ehemals befestigte, hübsch gelegene Stadt mit 6000 Einwohnern, an und auf einer Anhöhe, zwischen der Juine und Marne (in Bassigny), 50 fr. M. von Paris. Es sind hier einige bemerkenswerthe Kirchen, die Ueberreste eines alten Schlosses, und mehrere Fabriken in Wollen- und Baumwollenzeuchen, Leinwand, Handschuhen, Strümpfen, Messerschmiedswaaren, Talglichtern und Wachskerzen. In der umliegenden Gegend ist starke Schafzucht, auch findet man Eisengruben und Eisenhämmer. Der Handel ist nicht unbeträchtlich. Außer den Obergewalten des Depts. ist hier auch ein Handelsgericht.

2) Vassy, Hauptort eines Bezirks, kleine Stadt mit 3000 Einwohnern an der Blaise, 10 fr. M. von Chaumont.

3) Saint-Dizier, hübsche Stadt mit 5500 Einwohnern, in einer Ebene an der Marne. Man fabricirt hier Leinwand, Strümpfe, Hüte, allerlei Eisenwaaren u. dergl. Der hiesige Handel ist sehr lebhaft, weil die Marne hier anfängt schiffbar zu werden.

4) Joinville, kleine Stadt mit 3200 Einwohnern, an der Marne, am Fuße eines hohen Berges, auf welchem ein ansehnliches Schloß steht.

5) Langres, Hauptort eines Bezirks, ansehnliche, alte und berühmte Stadt mit 8600 Einwohnern, auf einem Berge, 7 fr. M. von Chaumont, 63 von Paris. Sie ist in ovaler Gestalt erbaut und hat drei Viertelstunden im Umkreise; die Luft ist hier sehr rein und gesund, auch zeichnen sich die Einwohner durch körperliche Stärke und hohen Wuchs aus. Die vormalige Domkirche ist sehr merkwürdig; außer derselben sind hier viel mehrere Kirchen und vormalige Klöster. Es herrscht hier viel Gewerbsfleiß, man fabrizirt sehr geschätzte Messerschmiedswaaren, Leder, Tuch, Wollenzeuche, Leinwand, Baumwollengarn, Fayence, Papier u. s. w.; auch sind Eisenwerke in der Nähe. Der Handel mit allen diesen Fabricaten, so wie auch mit den Producten der Gegend, Wein, Getraide, Rüböl, Schöpfen u. s. w. ist beträchtlich. Der Spaziergang Blanche-Fontaine ist sehr angenehm.

6) Bourbonne-les-Bains, kleine Stadt mit 3100 Einwohnern an der Apance, 7 fr. M. von Langres, berühmt wegen ihrer vortrefflichen warmen mineralischen Bäder, welche stark besucht werden; die Quelle ist am südlichen Ende der Stadt, das Wasser ist ganz heiß.


Quellen und Literatur.[]

  • Neueste Länder- und Völkerkunde. ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Zweiter Band. Frankreich. Weimar, im Verlage des geographischen Instituts, 1806. = Neueste Kunde von Frankreich. Nach dessen gegenwärtigem Zustande aus Quellen dargestellt von Theophil Friedrich Ehrmann. Weimar, im Verlage des F. S. privil. Landes-Industrie-Comptoirs. 1806.
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