Beschreibung und Geschichte der Stadt Buchhorn.[]
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Buchhorn ist ein sehr kleines Städtchen am Bodensee, und war ehemals die unbeträchtlichste Reichsstadt; indem sie nur 800 Einwohner zählt, folglich der Bevölkerung nach kaum unter die mittelmässigen Dörfer gerechnet werden darf. Hier stand schon vorher ein bairisches Salzmagazin; und weil die Strasse durch Buchhorn geht, so werden auch Güter durchgeführt. Die Einwohner bekennen sich zur katholischen Religion. In dem Gebiete der Stadt befinden sich die Dörfer Eriskirchen und Liebethal.
Buchhorn hatte vor Zeiten eigne Grafen, die sich Grafen von Buchhorn nannten, und hier ihren Sitz hatten. Als diese ausstarben, wurde Buchhorn frey, und mit des Kaisers Bewilligung dem Reiche einverleibt, und ist bis 1802 ein Reichsstadt geblieben, die einst wohl in bessern Umständen, und bey grösserer Volksmenge mag gewesen seyn, als sie in den leztern Zeiten war. Schon 1275 führte Buchhorn den Titel einer Reichsstadt. Die Kaiser Karl IV. und Wenzel versprachen, sie bey ihrer Reichsfreyheit zu lassen. Im Jahr 1291 wurde sie von dem Bischoff zu Konstanz, und dem Abte zu St. Gallen, eingenommen, aber bald wieder hergestellt. 1363 brannte sie ganz ab. 1628 wurde sie von den Schweden eingenommen und befestigt, 1635 aber wieder verlassen, worauf die Kaiserlichen diese Werke alle wieder zerstörten. Erst im Jahr 1787 brannten 10 Häuser hier ab, und 3 litten Schaden, welches für eine so kleine Stadt immerhin ein beträchtlicher Verlust ist.
Buchhorn.[]
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Buchhorn, kleine ehemals freye Reichsstadt in Schwaben, im Algow, am Bodensee, mit 800 Einwohnern, wo eine bekannte Niederlage für die Kaufmannswaaren ist, die von St. Gallen über den Bodensee nach Schwaben, oder von da dorthin gehen. Sie hat unter Oesterreichischer Hoheit die Herrschaft Baumgarten nebst dem Pfarrdorfe Exiskirchen; daher schäzt man die ganze Bevölkerung auf 1,600 Menschen, und die reinen Einkünfte auf 6000 Gulden. Die Stadt stund unter dem Schutz der Stadt Ueberlingen; im Jahr 1802. ist die aber als Entschädigung an Pfalzbaiern gegeben worden. Ihr Matricularanschlag beträgt, seit der lezten Moderation 14 fl. und der Beytrag zu einem Kammerziel 25 Thlr. 34 Kr. Ihr Wappen ist die Länge herab getheilt. Vorn ist eine grüne, ausgerissene Buche, im goldnen Felde; hinten ein schwarzes Jagdhorn, mit goldnem Beschläge und Band, im rothen Felde.
Quellen.[]
- ↑ Erdbeschreibung der gesammten pfalzbairischen Besitzungen mit steter Hinsicht auf Topographie, Geschichte, physische Beschaffenheit, Land- und Staatswirthschaft, von Johann Georg Prändel, Professor der Mathematik,. . . Amberg, in der Uhlmannschen Buchhandlung, 1806.
- ↑ Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.