Bopfingen.[]
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Bopfingen, kleine ehemals freye Reichsstadt mit 1600 Einwohnern in Schwaben, am Flusse Eger, im Rieß. Diese Stadt ist lutherisch, und liegt in einer fruchtbaren Gegend. Es werden hier Wollenzeuge, auch Leder verfertigt; die eigentliche Nahrung giebt aber der Feldbau. Die jährliche Einnahme betrug 4000 Gulden. Im Jahr 1802. kam dieses Städtchen mit unter die Pfalzbaierischen Entschädigungen. Ein eigenes Gebiet hatte sie ausser ihrer Feldmarkung nicht. Ihr Matrikularanschlag beträgt 24 fl. und zu einem Kammerziel giebt sie 17 Thlr. 14 und einen halben kr. Das Wappen der Stadt ist ein schwarzer Adler im silbernen Felde.
Beschreibung der Stadt Bopfingen.[]
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Dieses ehemalige kleine Reichsstädtchen liegt im Ries, am Flusse Eger, im Umfange der Grafschaft Oettingen-Wallerstein, eine Meile von Nördlingen. Die Eger, welche unweit Bopfingen den Fluß Sechta aufnimmt, durchschlängelt ein schönes Thal, welches zu beiden Seiten mit Bergen begränzt ist. In diesem romantischen Thale liegt die Stadt, welche nördlich der hohe Berg Ipf entgegensteht. Dieser ist einer der höchsten Berge im Ries, dessen Oberfläche einem Vulkane gleicht. Auf der westlichen Seite umgiebt die Stadt ein anders Gebirg, der Breitwang genannt.
Die Figur der Stadt ist fast eyförmig; sie hat zwey Thore, eine schöne Kirche mit einem hohen Thurm von gelben Sandsteinen, ein altes Rathhaus, ein Kanzley und ein Hospital. Die Stadt hatte im Jahr 1790 noch 287 Bürger und 40 Beysassen, und in allem 1600 Einwohner, die sich zur evangelischen Lehre bekennen. Sie nähren sich von der Wollenarbeit und Gerberey.
Um die Stadt sind viele Baum- und Krautgärten, nebst einer Lindenallee um die Schießstätte. Sie hat guten Ackerbau, viele Wiesen und auch einige Waldungen. Das Gebiet dieser Stadt ist zwar ganz von Dörfern und andern kleinern Ortschaften leer, sie besizt aber auswärts verschiedne Unterthanen, Zehnten und Gilten, und hat auch einigen Antheil an dem nahe gelegenen Dorfe Oberdorf.
Wann die Stadt zur Reichsfreyheit gelangt sey, ist eigentlich nicht bekannt; wahrscheinlich geschah dieß 1387 durch Niederreissung eines nah daran liegenden Schlosses. Der Kaiser Wenzel versprach, sie bey ihrer Reichsunmittelbarkeit zu lassen. Im Jahr 1546 ist sie vom Kaiser Karl V. eingenommen worden, und mußte im dreyssigjährigen Kriege ebenfalls viel Ungemach ausstehen.
Quellen.[]
- ↑ Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
- ↑ Erdbeschreibung der gesammten pfalzbairischen Besitzungen mit steter Hinsicht auf Topographie, Geschichte, physische Beschaffenheit, Land- und Staatswirthschaft, von Johann Georg Prändel, Professor der Mathematik,. . . Amberg, in der Uhlmannschen Buchhandlung, 1806.