Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Feldzug in der Vendée.[]


[1] Der eigentliche Kriegsschauplatz der innerlichen Unruhen und vielfältigen Gefechte der Franzosen gegen Franzosen, war hauptsächlich die ehemalige Provinz Poitou; dann auch ein Theil von Anjou und Bretagne. Die Ursachen oder Gründe eines so blutigen und hartnäckigen Kampfes, welche in diesem militairischen Werke nicht so umständlich können untersucht werden, waren angeblich einer Seits die Beibehaltung der uralten monarchischen Regierungsform Frankreichs, und der Religion gegen die Revolutionnaires; welche anderer Seits beider Untergang droheten, weswegen die Royalisten oder Vendéer sich Armée catholique et Royale in ihren Proclamationen zu nennen pflegten.


Die Folgen dieser grossen Spaltung waren im äussersten Grade schröcklich, wie es unglücklicher Weise mehr oder weniger in allen Bürgerkriegen zu geschehen pflegt; doch liefert uns noch dazu in militairischer Rücksicht diese Geschichte ein Beispiel von allem dem, was zur Verzweifelung gebracht, im hohen Grade fanatische Einwohner zu thun vermögen, wenn man sie bis aufs äusserste treiben will; nämlich dass ohne Geld, ohne Artillerie, Festungen und Magazine, eine Handvoll Bauern, die durch einige entschlossene Waghälse und vorhin gediente Officiers angeführt wurden, sich auf Kosten der ersten Truppen, die man ihnen entgegen schickte, aller zum Kriege nothwendigen Bedürfnisse (als Waffen und Munition) zu bemächtigen, auch nach und nach Armeen zu bilden wussten, die sich gegen regulaire Soldaten nicht nur ins Feld wagten, sondern sogar Städte und Provinzen um sich herum gewannen, und zuletzt im Grunde nur dadurch unterlagen, dass zwischen ihren Oberhäuptern aus Mangel eines Chefs von der königlichen Familie, Misstrauen und Zwiespalt entstand, da inzwischen ihre Anhänger sich in einem ansehnlichen Theile der französischen Monarchie, wie ein unter der Asche glimmendes Feuer zuweilen auf eine so geheimnissvolle Art ausgebreitet hatten; welche Jeden in Erstaunen setzen, zumal wenn man die Schwierigkeiten erwägt, die sie zu bekämpfen hatten; so wie auch die vielfältigen Agenten und mannichfaltigen Triebfedern, welche sie dazu in Bewegung setzen mussten.

Die erste Insurrection dieser Art geschah zu Gunsten der katholischen Priester, denen man einen neuen Eid auflegen wollte, zu Chalonne in Nieder-Poitou, im Jahr 1791 zu Anfange des Monats Mai, und wurde durch die Nationalgarde der Stadt Nantes gedämpft. Die zweite hatte in der ehemaligen Provinz von Bretagne Statt; sie erklärte zu den Zeiten der preussischen Invasion in Champagne; doch erlitt sie durch den Tod Ludwigs XVI. und ihres ersten Chefs, la Rouaris einen nachtheiligen Stoss. Sie breitete sich aber nach diesem schon mehr oder weniger in Bretagne, in Poitou und Anjou aus; besonders wie im 10ten März 1793, der Nationalconvent die Aushebung von 300,000 Mann decretirte.

Einige Tage darauf eroberten die Vendéer Bauern, unter dem Commando eines Wollenkämmers, Namens Cathelineau, ihre erste Kanone (von der Republik le missionaire genannt,) von der Nationalgarde von Chalonne; auch Tages darauf bei Chemillé, zwei Stunden von Jalais, noch drei Feldschlangen und eine Menge Waffen mit Munition. Dies war der eigentliche Anfang der fürchterlichen Armée de la Vendée, welche für die Republik in Wahrheit eine hundertköpfige Hyder wurde, die alle in der Welt denkende grausame Mittel in mehreren Jahren kaum unterdrücken konnte, und welche Anfangs nur aus Bauern bestand, die mit Jagdgewehren, mit Eisen beschlagenen Stöcken und Mistgabeln bewaffnet waren, sammt einer Cavallerie, wo die Reiter ihre Pferde mit Stricken, statt mit Zäumen, regierten, und verkehrt gestielte Sensen statt Säbel in der Hand hielten. Hier übte sich auch die französische Nation vorzüglich im Tirailleur-Kriege, der sich für ihr Genie am besten schickten, mitten durch coupirte Terrains, Wälder und Gebüsche; eine Uebung, welche Viele schon im amerikanischen Kriege gehabt hatten, und da die Landleute entweder aus eigenem Triebe oder durch schon gediente Militairs unterrichtet wurden, so wussten sie sich eines, ihrer Gegend angemessenen, und auf das Local gegründeten Schwarm-Angriffes sehr bald so kräftig zu bedienen, dass die gegen sie abgesandten Linientruppen erst in Erstaunen und dann ausser Fassung geriethen.

Besonders war bei den Vendéern ein gewisses Aufmarschiren, (dem Eventailliren ähnlich,) sehr gewöhnlich. Ueberdies wurden sie von einigen Chefs, die sich vom Anfange unter ihnen auszeichneten, als Bonchamp, d'Elbée, Charette und Stofflets mit ausserordentlichem Muthe und Gegenwart des Geistes ins Feuer geführet; da man hingegen auch den Nationalgarden und Republikanern überhaupt, wegen ihrer unendlichen Activität, ihres standhaften Muths, Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit für ihre Sache, alle Gerechtigkeit muss widerfahren lassen, besonders wie sie allenthalben die Gemeinschaft zwischen ihren Feinden hemmten, und vorzüglich, wie sie durch das Bemächtigen oder Befestigen der vornehmsten Seehäven, den Engländern alle Communication mit den Royalisten des Innern abzuschneiden wussten.

Die Armeen der Vendée waren nie auf einem beständigen Fusse organisirt, hatten auch weder Schwadronen, Bataillons noch Regimenter; jedes Kirchspiel aber ernannte seinen Hauptmann, der alle seine waffenfähigen Männer ins Feld unter sich führte; jeder Hauptmann hieng folglich (was die Kriegsdispositionen angieng,) von seinem Divisionschef ab, der 10 bis 12 und manchmal mehr Kirchspiele befehligte; und dieser Divisionschef empfieng unmittelbar die höchstem Befehle des Obergenerals des Ganzen.

In der Infanterie bestand der Vendéer vornehmste Stärke, da das Terrain selten einige Cavallerie-Manövres gestattete; mehr als 8 bis 900 und selten 1200 Pferde haben sie je zusammengebracht, und noch waren letztere meistens ihren Gegnern abgenommen worden. Zwar war diese in Anzahl unbedeutende Reiterei nicht oft in Masse zu gebrauchen oder zu dirigiren, doch um desto mehr war die im Verfolgen des Feindes diesem über alle Vorstellung gefährlich.

Wenn nun der Feind auf einer Richtung seinen Angriff vorzunehmen schien, oder wenn von Seiten der Vendéer eine Expedition aus einem Puncte her gegen die Republikaner sollte gerichtet werden, so schickte mit äusserster Schnelligkeit der Divisionschef (eigentlich Commandant de l'Arondissement,) seine Boten und Couriers in alle Kirchspiele die Sturmglocke zu läuten, wozu, wenn es nöthig war, die Pferde immer in Bereitschaft standen. Alsdann verliess der Vendéer schleunigst seine Hacke oder Spaten, griff muthig zum Gewehr, und marschirte eiligst zu dem Versammlungsorte, wie zu einem Feste, hin. Frauen und erwachsene Kinder folgten mehrere Male den Männern zum blutigen Streite, mehrere davon sind mit Ehre in den vordersten Gliedern gefallen.

Ein Gewehr samt Munition und einige Pfund schwarzes Brod, war die ganze Equipage dieser unerschrockenen Krieger, welche ihre Waffen (Sogar während des Schlafs,) niemals verliessen , und gar keinen Sold, nur die Lebensmittel allein, als Bezahlung empfiengen.

Ihre Art zu fechten hatte, wie schon gesagt, wenig ähnliches mit der gewöhnlichen Feldtaktik, und brachte zuerst alle Truppen die sie nicht kannten, in Erstauen oder Verwirrung. Sobald eine Division oder ein Corps vereinigt war, marschirte man gewöhnlich aus der Mitte in einer doppelten Flankcolonne ab, die bloss in Fronte aus zwei Rotten (jede von zwei Mann) bestand.

Die Chefs kannten allein das Geheimniss oder den Zweck der Attaque, und gaben dann und wann, wenn es nöthig war, der Tête der Colonne ihre auf Local-Kenntnisse gegründeten Direction, welche dieselben immer genau befolgten; wusste und sah man die Annäherung des Feindes, oder vermuthete man seine Gegenwart, so detaschirte im halben Schritt die Colonne einige Tirailleurs voraus, die rechts und links durch Sträuche oder Gebüsche diejenigen ihrer Gegner zu erlegen suchten, welche sich zu weit vorwärts gewagt hatten. Jetzt verdoppelte die Masse (oder Colonne) ihren Schritt, schoss auch nie vor dem verabredeten Zeichen, welches gewöhnlich ein wildes: "es lebe der König!" war, wo denn alle Hüte auf die Bajonette gesteckt wurden. Nun gieng manchmal die Mitte, bis an einen ihr angewiesenen Ort etwas zurück; theils um den Feind heran zu locken, theils um beiden Flügeln die Zeit zu geben, sich rechts und links aus einander zu dehnen, den Feind zu umfassen, um ihn auf einem Flügel, mannichmal auch bei Ueberlegenheit rechts und links zu überflügeln, und dieses hiessen die Vendéer Bauern s'égailler. *)

*) Egaillez-vous mes gens voilà les Blues (die Blauen oder Republikaner) dies war ihre gewöhnliche Loosung.

Endlich stürmten sie mit unbeschreiblicher Wut im verdoppelter Schritt (pas de charge) auf Bayonetten und Batterien, warfen Alles, was widerstehen wollte, und machten einen Jeder nieder, der nicht seine Waffen gleich vor ihnen gestreckt hatte. Oefters sah man im Felde, dass um sich einer Batterie zu bemeistern, 10 bis 12 freiwillige junge Bauern bloss mit Knitteln, die am Ende mit Eisen beschlagen waren, bewaffnet und ganz aus einander zerstreut, rasch avancirten, bis sie nahe an die Kanonen kamen. Wie sie das Feuer der Stücke blitzen sahen, warfen sie sich auf die Erde nieder, sprangen alsdann gleich nach dem Knall wieder auf, bis ein neuer Schuss losgieng; dieses erneurten sie bis auf die Nähe, wo sie dann mit wildem Hurra die Batterie tournirten, die Kanoniere erschlugen, und selten fehlte es ihnen, dass sie nicht ein Paar Kanonen nahmen oder zurückbrachten. Die Republikaner, welche Anfangs eine tactische Ordnung im Manövriren beibehalten wollten, wurden gemeiniglich in ganzen Rotten, und sogar Zügen niedergeschossen; indem die Vendéer ihre langen Gewehre mit 4 bis 5 Kugeln zu laden pflegten, und selten fehl schossen; wurden aber letztere zurückgeschlagen, so hatten sie gewisse Signale sich zu erholen, und wieder von neuem anzugreifen; erhielten sie aber den Vortheil, so verfolgten sie ihren Feind in's Unendliche, so lange es Menschenkräfte vermochten; indem sie alle Wege, Fusssteige oder Schlupfwinkel kannten, und endlich als erfahrne Jäger fast unermüdlich waren.

Die Kunst zu fechten bestand als bei den Vendéern keineswegs in schönen Positionen, von welchen das coupirte Terrain der Gegend fast keine darbot, auch nicht im Ausfinden der Stellen, wo man grosse Batterien errichten konnte, da man gar nicht weit wegen des Gebüsches vor sich sehen konnte, viel weniger in künstlichen Cavallerie-Manoeuvres, die das Locale nur gar selten verstattete, sondern bloss in Ueberrumpelungen, auch öfters in Hinterhalten, mittelst welchen man den Feind über beinahe ungangbare und kothige Wege heran zu locken wusste; wurden die Vendéer dessen ungeachtet noch geschlagen oder zerstreut, so wussten sie sich mit unbegreiflicher Geschicklichkeit sogar im Dunkeln wieder zu versammeln; dann liefen verschiedene Boten von Dorfe zu Dorfe herum; die Sturmglocke läutete überall, und bei Tagesanbruch kamen wieder neue Massen wütender Bauern mit Ungestüm und fürchterlichem Geschreie aus allen Schluchten und Büschen hervor, welche einen unvorsichtigen Feind, der nicht immer auf seiner Hut war, von allen Seiten her, wie ein Schwarm Wespen anfielen; wich derselbe von ihnen, so wurde er bis zu seiner völligen Zernichtung unermüdet verfolgt. Dieses Manoeuvre war ihnen von Bonchamp und von andern Chefs, die in America mit gedient hatten, zuerst gelehrt worden, es war auch ihrem Genie und ihrer Gegend des angemessenste, das man auf der Welt finden konnte.

In Bretagne und über der Loire hingegen erfährt man mit Verwunderung, welche ausgedehnte Zweige diese royalistische Verschwörung verbreitet hatte, mit welchem tiefen Geheimnisse und bewundernswerther Kunst die Correspondenz zwischen allen Theilen dieser weit ausgedehnten Insurrection geführt wurde; wie die Chefs sich mitten im Lande zu verstecken wussten, ohne entdeckt zu werden; wie die Bauern selbst, augenscheinlich mit Landarbeiten bemühet, ihre Gewehre oder Patronen vergraben hatten, wenn Linien-Truppen oder Nationalgarden bei ihnen vorbei giengen, und wie diese letzteren hernach durch die nämlichen Landleute sich angegriffen sahen, die sie kurz vorher mit dem Ackerbau beschäftigt sahen. Ueber die Loire nach Norden zu, waren ein Mal, wie man vorgiebt, mehr als 150,000 Mann, auf diese Art mit ihren Chefs einverstanden und eingeschrieben, in soweit es die unendliche Strecke des Landes erlaubte, welche sie alle umfasste; doch diese Gegend war schon ganz nahe an Paris, dem Sitze des National-Convents; das Land war weit mehr offen, als das südliche linke Ufer der Loire und die eigentliche Vendée. Die Rückkehr der Besatzungen von Mainz und Valenciennes, die man, (vor allem die letzte) hätte gefangen nehmen können, auch der unermüdete Eifer und die beständige Wachsamkeit der Republikaner, die von nicht geringerem Enthusiasmus beseelt waren, als ihre Gegner, schnitten auf die Dauer die nördlichen Insurgenten von den westlichen ab, die Häven wurden den auswärtigen Mächten und den Emissairen der Emigranten verschlossen, und so erstickte man nach und nach die nördliche Insurrection.


Aanval op Nantes, door de Vendéërs, op den 29sten von Wiedemaand 1793.


Der erste Schwere Schlag, welcher den sonst immer siegenden Vendéern am empfindlichsten wurde, war das Zurückschlagen ihrer Armee am 28sten Junius 1793 bei dem wütenden Angriffe auf Nantes, welcher bei gutem Erfolge die Royalisten von den beiden Ufern der Loire völlig Meister gemacht hätte; hier verloren die letztern sogar 9000 Mann und ihren ersten Chef Cathelineau, auch hernach Bonchamp an seinen erhaltenen Wunden, da hingegen die republikanischen Generale Canclaux und Beyser sammt dem Maire Baco in dieser beinahe offenen und sehr weitläufigen Stadt, bloss mit 12,000 Mann, worunter sehr wenig Linientruppen waren, den hartnäckigsten Widerstand leisteten, und bei diesem abgeschlagenen Sturme nicht ein Mal völlige 2000 Mann an Todten und Verwundeten hatten. Der vorige Commandant der nordischen Legion, General Westermann, that auch bald hernach, durch seine unerschrockenen und unermüdeten Anstrengungen den Royalisten vielen Schaden; er war eigentlich der erste, der den Vendéern zu widerstehen und sie zu schlagen wusste; die Guillotine war aber sein Lohn. Inzwischen hatten ihm die Republikaner viel zu danken, denn wäre dieser Mensch nicht da gewesen, so hätten sie vielleicht gar unterliegen müssen.

Nun wurde in der Mitte des Jahres 1793 von dem National-Convente beschlossen, mit 12 beweglichen und auserlesenen Colonnen von mittelmässiger Stärke, mit Feuer und Schwerdt durch die Vendée in allen möglichen Richtungen zu wüten, nämlich Häuser und Gefilde durch Feuer zu zerstören, und Alles niederzumetzeln, was waffenfähig war.

Dies war der zweite empfindliche Schlag für diese unglücklichen Einwohner; er wurde, wo nicht völlig, doch in den meisten Oertern, wo durchzukommen war, mit solcher Grausamkeit vollzogen, dass er von Seiten dieser zur Verzweifelung gebrachten Menschen eine Expedition zuwege brachte, deren man wenige Beispiele in der neuern Geschichte findet; nämlich die Fahrt über die Loire am 16ten bis den 19ten Octbr. 1793, von beinahe 80,000 Vendéern, Männern, Frauen und Kindern mit Lebensmitteln, Artillerie und Bagage versehen, welche gerade wie die ehemaligen Parthen sich in der Flucht noch fürchterlicher Zeigten als vorhin, die aber vorzüglich dadurch in ihrer ganzen Unternehmung zuletzt scheiterten, dass sie von Granville in der Normandie, einem Seehaven, dessen sie sich bemächtigen wollten, (wo sie sehr muthig unter ansehnlichem Verluste zurückgeschlagen wurden,) retiriren und die Belagerung gänzlich aufgeben mussten, wodurch sie des Vortheils beraubt wurden, sich mit den Landungstruppen zu vereinigen, die Lord Moira ihnen zu Hülfe bringen wollte, den aber die widrigen Winde so lange aufgehalten hatten, dass er ihnen von keinem Nutzen werden konnte.

Unter dieser zahlreichen Menge waren zwar eigentlich nur 30,000 bewaffnete Infanteristen und 1200 Reiter mit wenig Artillerie; auch hatten sie schon in einem fehlgeschlagenen Sturme vor Angers viel gelitten, dazu kam bei dem Rückzuge vor Granville der Mangel an Lebensmittel, und der beschwerliche Marsch, wo ihnen von den Republikanern viele Traineurs niedergemacht wurden. Diese wussten ihnen noch überdiess durch allerlei Hindernisse die Gemeinschaft mit den Royalisten der Bretagne beschwerlich zu machen. Unsicher in ihren weiteren Plänen, wandten sie sich nach der Stadt Le Mans, wo sie zwar eindrangen, doch hernach daselbst eine empfindliche Niederlage erlitten; zum Rückzuge dadurch gezwungen, wurde der Ueberrest ihrer Macht in Savenay grössten Theils aufgerieben; nachdem sie 150 Stunden Weges zurückgelegt, verschiedene Departements und 12 Städte erobert, 7 Bataillen gewonnen, 20,000 Republikaner erschossen, und 100 Kanonen erbeutet hatten. Der Prinz Talmont, der Chevalier d'Autichamp, Scepeaux und mehrere andere Chefs verloren dabei das Leben; Charette, Stofflet und d'Elbée waren fast die einzigen angesehenen Oberhäupter unter ihnen, welche mit sehr wenig Leuten entkamen, und über die Loire sich nach der Vendée zurückziehen konnten.

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Friede mit den Vendeern, in Zelten vor Nantes geschlossen. (17 Februar.)

Der 3te empfindliche Schlag, den die Vendéer am Ende von 1793 litten, war die Wiedereinnahme der Insel Noirmoutier, die sie erst kürzlich erobert hatten, und die ihnen Gelegenheit verschaffte, mit den Emigranten in England zu correspondiren; hier lag auch ihr vornehmster General d'Elbée an seinen Wunden krank, und wurde nach der Einnahme hingerichtet. Bei der Eroberung dieser Insel bewiesen die Republikaner wieder einen unerschrockenen Muth; trafen dazu die allerkühnste Disposition und führten sie meisterhaft aus.

Seit der fehlgeschlagenen grossen Expedition über die Loire, gesellten sich zu allem Unglücke der Vendéer noch Misshelligkeiten zwischen die 2 vornehmsten Chefs ihrer 3 Armeen, nämlich Charette und Stofflet, wovon die Folgen waren, dass der erste sich mit den nächsten republikanischen Behörden verglich, einen förmlichen Landesfrieden mit ihnen schloss, und dem zu Folge seinen friedlichen Einzug in Nantes am 26sten Februar 1795 hielt. Stofflet musste sehr bald dem Beispiele nachfolgen; die 3te Armee nahm den Vergleich ebenfalls an, doch derselbe war nicht von sehr langer Dauer; denn bald hernach hörte man wieder von einer neuen Insurrection, unter einer neuen Benennung, nämlich den Chouans in dem ehemaligen Bretagne sprechen; doch diese wurde ebenfalls durch einen Vertrag gestillt, den der Chef Cormatin zu Mabilais unweit Rennes mit den Republikanern nach der Abreise des andern Chefs Puisaye schloss, welcher letztere nach England übergefahren war, um über die berühmten Expedition von Quiberon zu berathschlagen, die schon in dem vorhergehenden Capitel ist erwähnt worden. Nebst mehreren unglücklichen Folgen dieser fehlgeschlagenen Unternehmung war für die Royalisten auch diese, dass sie in der Vendée ihrer Schwäche ungeachtet wieder zu den Waffen griffen, dass sie bald zerstreut, dass Charette und hernach Stofflet von ihren meisten Leuten verlassen, nach einander gefangen und erschossen wurden, dass die Chouans zernichtet waren, und die Chouanerie mit dem Jahre 1796 völlig ihr Ende erreichte.


Barrere's Bericht, im Namen des WohlfahrtsAusschusses, über den VendeeKrieg.[]


[2] Der N. C. erklärt: er zähle auf den Muth der WestArmee und ihres neuen OberGenerals Lechelle, daß sie von heute an bis zum 20. Oct. dem abscheulichen VendeeKrieg ein Ende machen würden. (Monit. Nro. 280.)

[Barrere: "Die unerklärliche Vendee existirt noch. Zwanzig Mal, seit dem Daseyn dieses Keims von GegenRevolution, haben Repräsentanten, Generale, der Ausschuß selbst, zufolge erhaltener AmtsBerichte, euch die nahe Vernichtung dieser fanatischen Horden angekündigt. Auf kleine Vortheile von Seiten unsrer Generale folgten große Niederlagen; drei Mal siegreich in kleinen PostenGefechten, ward jeder von ihnen bei einem starken Angriff besiegt . . . Die Räuber in der Vendee hatten weder Pulver, noch Kanonen, noch Waffen; von der einen Seite, England, durch seine Communikationen zur See; von der andern unsre Truppen, bald durch ihre Niederlagen, bald durch ihre Flucht, bald durch Ereignisse, denen eine geheime Verabredung zwischen einigen Soldaten, einigen Fuhrknechten, und den Vendeern zum Grund zu liegen scheint, lieferten ihnen Artillerie, Munitionen und Flinten . . . Die katholisch-königliche Armee, wie der Fanatism sie nennt, scheint oft heute ziemlich unbeträchtlich, und morgen scheint sie wieder sehr furchtbar. Ist sie geschlagen, so wird sie gleichsam unsichtbar; hat sie gesiegt, so ist sie unermeßlich. Der panische Schrecken und die allzu große Zuversicht haben abwechselnd, beide mit gleicher Uebertreibung, unsre Feinde gezählt . . . Diese katholisch-königliche Armee, die man lange auf 15, auf 25, auf 30,000 Mann setzte, beläuft sich itzt auf ungefähr 100,000 Räuber. Lange glaubte man, es wäre nur Eine Armee, Eine TruppenVersammlung; itzt zählt man drei verschiedene Armeen . . . Die Räuber, vom 10ten bis zum 60sten Jahr, sind durch die Proklamation der Chefs in Requisition gesetzt; die Weiber machen die Vedetten. Die gesammte Bevölkerung des empörten Landes ist in Aufruhr und in Waffen . . . Die Vendee ist der politische Krebs, der das Herz der Republik aufzehrt. Hier muß der große Schlag geschehen, von itzt bis zum 20. Okt., vor dem Winter, vor den Regen, ehe die Straßen unbrauchbar werden, ehe die Räuber in Klima und Jahrszeit eine Art von Straflosigkeit finden." xc.]


Feldzug des französischen Generals Westermann in der Vendée.[]

Von ihm selbst beschrieben. [3]

Um die Mitte des Juny, im ersten Jahre der Republik, kam ich mit meiner Legion zu Saint-Maixent an; der General Biron war damals Oberbefehlshaber der Armee.

Am 20sten desselben Monats erfuhr ich, daß die Rebellen einen Angriff auf Niort beschlossen hatten; und daß aus dieser Ursache, kraft große Truppenversammlung zu Parthenay geschähe. In derselben Nacht marschirte ich mit 1200 Mann von meiner Legion ab. Um zwey Uhr des Morgens befand ich mich schon an den Thoren jener Stadt. Die feindlichen Vorposten wurden überrumpelt und aufgehoben; die Thore der Stadt durch Canonen gesprengt; und ich zog mit meiner kleinen Infanterie mitten unter einem wohl unterhaltenen Feuer hinein, während daß die Cavallerie sich nach dem andern Ende der Stadt wandte. Zehn bis zwölf tausend Rebellen ergriffen die Flucht und ließen ihre Artillerie zurück; viele wurden niedergehauen, und zu gefangenen gemacht; eine Menge Brodt, Ochsen u. Pferde, war die Beute dieses Tages, und Niort, welches damals nicht befestigt war, wurde nicht angegriffen. Den folgenden Tag gieng ich nach St. Maixent zurück; die Rebellen marschirten sogleich gegen Nantes, und eine Armee von vierzig tausend Mann belagerte diese Stadt. Biron ertheilte mir den Befehl, ihr zu Hülfe zu kommen, und schickte mir eine Verstärkung von zwey schwachen Bataillonen. Hätte ich über Tours gehen wollen, so wäre es mir unmöglich gewesen, zur rechten Zeit anzukommen; ich faßte daher den Entschluß, geradezu nach Nantes, mitten durch das feindliche Land zu marschiren. Am 30sten Juny gieng ich mit zwey tausend fünfhundert Mann ab; Parthenay war abermals in die Gewalt der Feinde gefallen; die es aber bey meiner Annäherung verließen, und die Stadt der Plünderung preis gaben.

Am 1sten July nahm ich, nach einem schwachen Widerstande, Amaillou ein, welcher Ort Einer von den Schlupfwinkeln der Räuber war; mehrere von diesen wurden getödtet; vier Mitglieder des royalistischen Ausschusses gefangen; Pferde und Ochsen weggenommen; und alles nach Niort geschickt. Da ich nun ein Beyspiel der Rache über die Ausplünderung von Parthenay geben wollte, so gab ich Amaillou der Plünderung preis, indem ich alle Mobilien und Effecten zurückschickte, um sie unter die Patrioten von Parthenay vertheilen zu lassen. Ehe ich Amaillou verließ, ließ ich es in Brand stecken; und noch an demselben Tage begab ich mich nach Chisson um das Schloß des l'Escure auzugreifen. Dieser Räuber war eben mit Ausräumung des Schlosses beschäftigt; als er aber meine Ankunft hörte, ergriff er die Flucht mit allen seinen Leuten; das Schloß wurde darauf ausgeplündert, und dann in einen Aschenhaufen verwandelt.

In dem rebellirenden Lande hörte man von allen Seiten die Sturmglocke; und der Sammelplatz geschahe zu Bressuire. Vom Glockenthurm herab sahe l' Escure mit Thränen die Flammen, welche sein Schloß verzehrten, und schrie um Rache. Ich hörte, daß die Versammlung aus ungefähr zwanzig tausend Mann bestehe, und vier Stück Geschütz habe. Am 2ten July setzte ich mich daher in Marsch gegen jenen Ort; aber die Räuber wurden durch die Feuersbrünste so sehr geschreckt, daß sie die Flucht ergriffen, ohne auch nur Einen Schuß zu thun. Am 3ten July wendete ich mich nach Chatillon, und fand hier dieselbe Armee, die den Tag zuvor auf eine so feige Art geflohen war, wieder in Positur mit ihren Canonen auf der Höhe von Moulins-des bois-aux-Chevres aufgepflanzt, welches zwey Meilen (französis.) von der Stadt entfernt ist. Ich machte auf der Stelle meine Anstalten, und ohne mich um die Anzahl zu bekümmern, griff ich den Feind an. Nach einem zweystündigen Gefechte, in welchem der Feind zehn Mal so viel Menschen als ich verloren hat, bemächtigte ich mich seiner Anhöhen, seiner Canonen und Munition, und schlug ihn auf dem Wege nach Chatillon in die Flucht. Zehn mal stellte sich die feindliche Armee vor mir in Schlachtordnung; und zehn Mal ward sie von meiner kleinen immer siegreichen Armee angegriffen und geschlagen. Endlich zog ich noch an demselben Tage des Abends um 5 Uhr triumphirend in die berüchtigte Residenz des obersten Conseils Ludewig des XVII. ein, wo ich das Glück hatte, beynahe zwey tausend Republicaner, die gefangen waren, zu befreyen, und mich der Druckerey, der ungeheuern Magazine, und der Archive des obersten Conseils zu bemeistern.

Denselben Abend erhielt ich einen Brief von dem General Biron, worin er mir meldete, daß er aus Niort und Saumur Truppen ausrücken ließe, um sich mit mir zu vereinigen. Außerdem erfuhr ich denselben Abend, daß l'Escure Einen Courier nach dem andern an die Armee von Nantes geschickt habe, um sie die Belagerung dieser Stadt aufzuheben, und sich auf mich zu werfen zu lassen. Ich nahm sogleich Besitz von den Höhen von Moulins vor Chatillon, um den Truppen aus Niort und Saumur Zeit zur Ankunft zu lassen. Am 4ten ließ ich das Schloß des la Roche-jacquelin, eines andern Generals der Rebellen, verbrennen.

Am 5ten, gegen 10 Uhr des Morgens, kamen gute Bürger aus Saint-Maixent und Parthenay, zwey tausend an der Zahl, bewaffnet nach Chatillon, sie hatten an ihrer Spitze Levecque, verschiedene Districtsverwalter und Municipalbeamten. In dem Augenblicke, da ich mich mit der Organisation dieser neuen Macht beschäftigte, ward ich von der Armee angegriffen, die ihre Belagerung von Nantes aufgehoben hatte. Ein Bataillon bey den Vorposten ergriff die Flucht, und ließ seine Flinten in Bündeln zurück. Diese Feigheit begünstigte die Annäherung des Feindes, und verursachte in meiner kleinen Armee Unordnung. Meine Artillerie unterhielt ein schreckliches Feuer; zwei Mal brachte sie den Feind zum Weichen, der von der Höhe herabkam und viele Menschen verlor; doch zuletzt, da sie von der Infanterie verlassen wurde, und die Räuber in den Flintenschuß kamen, stürzten diese vorwärts, und tödteten die Canoniere bey ihrem Geschütz. Die letztern wurden gezwungen, sich zurückzuziehen, und ihre Canonen zu verlassen. Die Niederlage war vollkommen; alles ward zur Beute des Feindes, der mir wenigstens zwey hundert Mann tödtete, und ungefähr tausend gefangen nahm. Ich zog mich nach Parthenay zurück, wo ich die Ueberbleibsel meiner kleinen Armee sammelte, indem ich fünfzehn hundert Mann begegnete, die aus Niort ankamen. So giengen die Früchte so vieler Siege an einem einzigen Tage verloren, durch die Verzögerung der Truppen aus Niort und Saumur, die sich mit mir vereinigen sollten. Meine Niederlage war indessen der Stadt Nantes vortheilhaft. Ich hatte mir gewiß nichts bey diesem Unfall vorzuwerfen; dessen ohngeachtet denuncirten mich die Commissarien der ausübenden Gewalt, die an zwanzig Meilen von mir entfernt waren, sogleich als einen Verräther. Ich ward vor die Schranken des Convents gebracht, und von hier vor ein Kriegsgericht zu Niort. Folgendes ist der Inhalt diesem gefällten Urtheils:

"Es ward einmüthig behauptet, daß keine Anklage gegen den General Westermann wegen der gegen ihn vorgebrachten Beschuldigung Statt finde, da das Betragen dieses Generals vom 5ten July, der größten Lobsprüche würdig ist, und die von ihm getroffenen Anstalten, um sich den Sieg zu sichern, einen in der Kriegskunst vollkommen erfahrnen General verrathen, sowohl in Rücksicht seiner Entschlossenheit, als der Grundsätze der Menschlichkeit, die er geäußert hat. Er wird demnach zu seinen Geschäften zurückgeschickt."

Am 4ten Sept. ward dieses Urtheil von dem Nationalconvent gebilligt, und in sein Protocoll eingetragen. Ich gieng daher auch gleich zur Armee zurück, bey welcher ich mich zu Fontenay-le-Peuple, unter dem Obercommando des Generals Rossignol einfand.

Der öffentliche Wohlfahrtsausschuß bemerkte, daß die verrätherischen Generale, um unsre Armeen aufzureiben, u. den Räubern Hülfe zu verschaffen, unsre Macht auf eine solche Art zerstreuet hatten, daß wir in Gefahr waren, jeden Tag einzeln geschlagen zu werden; er beschloß daher einen allgemeinen Angriffsplan mit den neuen Truppen aus der aufgestandenen Masse des Volks. Dieser Plan zeigte jeder Armee die Stunde, den Tag und den Ort an, wo und wenn sie marschiren und handeln sollte. In weniger als sechs Tagen fand sich der Feind in einem sehr kleinen Bezirk von 200000 Mann eingeschlossen, und unmächtig einer so starken, und zu einem allgemeinen Angriffe so gut vertheilten Macht zu widerstehen. Der ganze Krieg konnte an einem Tage geendigt werden.

Die Mainzer Armee hatte auch ihre Bestimmung, und die Macht der Volksmasse ward bey jeder Armee vertheilt. Bey Fontenay-le-Peuple sahe ich diese Masse sechs Tage in Unthätigkeit gelassen; nachher nach la Chataigneraye vorrücken, wo sie wieder acht oder zehen Tage in derselben Unthätigkeit blieb. Blos die Mainzer Armee rückte zu der, nach dem Plane des Wohlfahrtsausschusses, von dem Kriegsrathe zu Saumur bestimmten Zeit, an den bestimmten Ort vor; allein am 10ten October erhielt der General Chalbos Befehl von Rossignol, die Armee von la Chataigneraye nach Fontenay-le-Peuple, und die von Mouilleron und Chantonnay, unter dem Obercommando des Generals Befroy nach Lucon zurückgehen zu lassen. Diese rückgängige Bewegung warf das Volk und die Armee in die größte Bestürzung. Man schrie laut über Verätherey. Die Armeen marschirten nach den angezeigten Posten, und die Masse des Volks lief davon. Auf diese Weise ist die verderbliche Versetzung von hundert und fünfzig tausend Bürgern, die ihre Arbeiten verlassen hatten, um zur Vertheidigung der Republik zu eilen, unfruchtbar gemacht worden. Der General Nouvion, der über jenen Befehl zum Rückzuge Unzufriedenheit gezeigt hatte; der General Ray, der ein wenig vorgerückt war, und die Rebellen geschlagen hatte; und ich, der ich jeden Tag kleine aber glückliche Expeditionen machte: wir alle drey wurden von dem Kriegsminister suspendirt; und blos vermittelst eines Beschlusses der Volksrepräsentanten blieb ich bey der Armee.

Sechs Tage darauf schrieb Rossignol an den General Chalbos nach Fontenay-le-Peuple, die Position von la Chataigneraye wieder anzunehmen, und auch den General Befroy seine vorige Stellung wieder nehmen zu lassen; er fügte hinzu, daß er nie die Absicht gehabt habe, die Armeen zurückgehen zu lassen, und daß, wenn sein Brief einen solchen Befehl enthalten hätte; dieser blos ein Fehler des Abschreibers und seines Secretärs gewesen wäre. Diese beyden Briefe sind in den Händen des General Chalbos.

In demselben Augenblick ward die Armee von Saumur geschlagen und in Unordnung gebracht; mehr als zwanzig Canonen wurden, nebst der dazu gehörigen Munition von dem Feinde wegg nommen; die Armee von Sables hatte dasselbe Schicksal. Gleich nach diesen Niederlagen, ward Rossignol zu der Armee an den Küsten von Brest geschickt, und der General l'Echelle kam an seine Stelle. Endlich kamen wir, nach einem achttägigen Aufenthalt bey la Chataigneraye, ohne Hindernisse zu Bressuire an. Die Armee von Saumur vereinigte sich mit uns, wodurch wir 20000 Mann stark wurden. Am 11ten marschiren wir in drey Colonnen gegen Chatillon; die catholische und königliche Armee erwartete uns auf den Höhen von Moulins du Bois des Chevres; mein Posten war hinter der mittelsten Colonne; die Armee machte Halt, und ich bekam Befehl, mit meiner Legion vorzurücken. Meine Brigade folgte mir. Unsre Artillerie stellte sich auf der Höhe; ich griff an, und das Feuer ward auf beyden Seiten ernsthaft. Schon hatte ich mich einige Schritte zurückgezogen, als die tapfern Grenadiere des Convents mir zu Hülfe kamen. Wir fielen mit solcher Unerschrockenheit über den linken Flügel des Feindes her, daß er bald in Unordnung gebracht wurde. Der General Chalbos schlug den rechten Flügel. Ich machte mir diese Unordnung zu nutze; verfolgte die Rebellen mit ungefähr zweytausend Mann; und zog noch an dem nemlichen Tage, um 5 Uhr Abends, zum zweyten Mal, triumphirend in Chatillon ein. Ich hatte nun auch zum zweyten Mal das Glück, eine Menge Gefangener frey zu machen. Ich bemächtigte mich der Druckerey, einiges Geschützes, und der Magazine. Chalbos, obgleich er von mir alle Nachrichten hatte, kam dennoch erst am folgenden Tage, eine Stunde nach Mittag mit seiner Armee nach Chatillon.

Ich muß hier auch noch eine interessante Thatsache erzählen. Ich nahm in Chatillon die Papiere des Ausschusses der catholischen Armee weg. Die Volksrepräsentanten Bellegarde, Choudieu und Faynaux quartirten sich in dem Hause dieses Ausschusses ein, und fanden darin eine Abschrift von dem Beschlusse und dem Plane zum Feldzuge sowohl von dem Wohlfahrtsausschusse des Convents, als auch von dem zur Ausführung dieses Plans zu Saumur gehaltenen Kriegsrath, nebst noch andern interessanten Briefen; aber das Portefeuille des Bellegarde, worin diese Papiere lagen, gieng bey dem Treffen verloren, das den andern Morgen Statt hatte.

Am folgenden Tage griff der Feind uns an; unsre Armee ward in die Flucht geschlagen; und unsre Canonen, Munitionswagen, Lebensmittel, Kriegscasse, kurz Alles ward dem Feinde zurückgelassen. Die Division des Generals Müller zog sich nach Thouars zurück, während daß dieser General sich rettete, und seine Division zu Bressuire suchte, an welchem Orte er zu allererst ankam. Während daß alles flohe, stellten sich die tapfern Grenadiere des Convents allein hinter Chatillon in Schlachtordnung; ich für meine Person war unter allen Soldaten der letzte, der diese Stadt verließ. Einer von den Rebellen hieng sich an den Schwanz meines Pferdes; ein Hieb, den ich rückwärts that, befreyete mich von ihm. Ich befahl den Grenadieren, die nur wenig waren, fort zu marschiren; sie weigerten sich aber, und schrieen alle, daß sie lieber auf ihrem Posten sterben als fliehen wollten. Endlich mußte ich Drohungen gebrauchen; und diese machten, daß man mir gehorchte. Ich deckte ihren Rückzug, so wie den der Armee, mit hundert Mann Cavallerie; u. viele der alten Soldaten, die nicht geschwind genug mit fortkommen konnten, ließ ich hinter den Reutern aufsteigen.

Länger als fünf Stunden waren wir immer mit dem Feinde beschäftigt. Ich hatte viele getödtete und verwundete Cavalleristen; da wir keine Kartätschen mehr hatten, machte der übrige Theil Miene, nicht länger halten zu wollen. Unsre fliehende Infanterie wäre leicht von der feindlichen Cavallerie in Stücke gehauen worden. In Verzweiflung gebracht, und von Schweiß und Strapatzen so abgemattet, daß ich es nicht länger aushalten konnte, warf ich mein Kleid ab; sammelte meine Cavallerie; und griff den Feind mit solcher Heftigkeit an, daß es uns gelang, ihn einen Augenblick zum Weichen zu bringen. Dieses gab unsrer Infanterie Zeit, sich zu besinnen; endlich bey einfallender Nacht fand ich nicht weit von Bressuire den General Chalbos mit ungefehr sechs bis sieben hundert Mann Infanterie und hundert Mann Cavallerie, die sich in einer Ebene gesammelt hatten. In der Wuth lief ich zu ihm, reichte ihm meinen Säbel dar, und rief: "alles verläßt mich, ich diene nicht mehr mit Feigherzigen." Die ganze kleine Armee umringte mich den Augenblick, und schwor, daß sie mich nicht verlassen würde. "Nun gut! sagte ich; wenn Ihr treu seyd, und noch die Vertheidiger der Republik seyn wollet: so kommt mit mir nach Chatillon zurück, um dort alles, was wir so niedriger Weise verlassen haben, wieder zu holen, oder mit mir auf der Stelle zu sterben." Von der Nacht begünstigt, u. von ungefähr drey bis vierhundert Mann Infanterie, und hundert Mann Cavallerie begleitet, fiel ich den Feind mit solchem ungestüm an, daß wir alles, was uns in den Weg kam niederwarfen. Die Rebellen flohen; ich benutzte dieses, und eilte geradewegs nach Chatillon, indem ich: es lebe der König! rief. Hierdurch überraschte ich die feindliche Vorposten, die ich niedermachen ließ; auf dieselbe Art zog ich in die Stadt hinein, worin ich ein schreckliches Blutbad anrichtete. Fünf und zwanzigtausend Rebellen ergriffen die Flucht; und ließen Schatz und alles, was sie uns abgenommen hatten, wie auch ihre Fahnen, und ungefähr 1000 bis 1200 Gefangene von demselben Tage zurück. Ich verfolgte sie mit meiner Cavallerie bis eine Meile von Mortagne, und brannte in ihrer Gegenwart das Dorf Temple ab. Meine Infanterie hatte ich in Chatillon gelassen, um Haussuchungen anzustellen; ich schickte daher zu Chalbos und ließ ihn bitten, mir mit der macht zu Hülfe zu kommen, die er etwa gesammelt hätte. Er kam auch wirklich gegen Mitternacht mit einigen hundert Mann; nahm den Schatz in Empfang; und verließ Chatillon sogleich, indem er sogar meine darin gelassene Infanterie mit sich wegführte. Ich zitterte vor Wuth, als ich bey meiner Zurückkunft um 4 Uhr des Morgens am 14ten, Chatillon verlassen fand. Ich wollte der Räuberhöhle, die so oft unsern Armeen zum großen Nachtheil gereichte, Ein für alle Man den Garaus machen. Ich ließ meine Cavallerie absitzen, und Feuer anlegen. Um 11 Uhr des Vormittags war die ganze Stadt abgebrannt. Mehr als 2000 Rebellen, die in den Böden verborgen waren, sprangen aus den Fenstern, und kamen ebenfalls um. Ich deckte die Räumung der Stadt, und stieß gegen 1 Uhr zu der Armee bey Bressuire, indem die feindlichen Fahnen über meinem Haupte weheten. Die Freude, welche die Armee bezeigte, ist unbeschreiblich; ein jeder bedauerte es, daß er nicht mit mir nach Chatillon zurückgegangen sey. Ich will hier nicht untersuchen, welche Politik eine solche Thatsache der Kenntniß der Nation entzogen hat.

In Bressuire gab man sich alle Mühe, die Armeen wieder zu organisiren. Den Tag darauf am 15ten, ward ich mit 2000 Mann abgeschickt, um den Posten bey Chatillon zu besetzen. Am 16ten Oct. nahm die Mainzer Armee Mortagne u. am 17. Chollet weg; an eben diesem Tage vereinigten sich auch unsere Armeen in dieser Stadt.

Am 18ten griff der Feind Chollet an; die Mainzer Armee trieb ihn zurück, und nahm ihm zehn Canonen ab. Ich fieng an, die Rebellen mit der Cavallerie und ungefähr 4000 Mann Infanterie zu verfolgen, die von den Generalen Axo, Beaupui und Chabo angeführt ward. Es war Nacht, als wir uns auf einer Anhöhe, drey Meilen von Beaupreau, befanden. Ich kannte den furchtbaren Posten dieses Ortes; man mußte ihn durch Ueberrumpelung wegnehmen, oder eine mörderische Schlacht wagen; a;s ältester Officier, nahm ich nun das Commando des ganzen Corps an, welches sich den ganzen Tag, ohne einmal Lebensmittel zu genießen geschlagen hatte, u. welches keinen Augenblick anstand, auch in der Nacht zu marschiren, und zu fechten.

Am 19ten, gegen 1 Uhr in der Nacht, stand ich vor Beaupreau: drey feindliche Vorposten wurden mit Bajonetten und Säbel niedergemacht. Beym ersten Schusse des Feindes, waren wir bei seinen Canonen, und zogen angreiffend in die Stadt ein; alles was uns in den Wurf kam, ward niedergeworfen und in Stücke zerhauen; zwanzigtausend Rebellen ergriffen die Flucht, ließen zehn Canonen und ihre Munitionswagen, eine Pulvermühle, dreißig bis vierzig tausend Rationen Brodt, vielen Wein und andere Lebensmittel, und eine große Menge Gefangener zurück. Ich fertigte sogleich einen Boten an den General l'Echelle nach Chollet ab, durch welchen ich ihn um Hülfe bat, um mich nach Saint Florent begeben, und den Feind in die Loire treiben zu können. L'Echelle kam aber erst mit seiner Armee um 6 oder 7 Uhr des Abends an, wodurch der Feind den ganzen Tag über ruhig und ungehindert über den Fluß setzen konnte.

Am 20sten lenkte sich die Armee gegen Nantes; am 21sten kam sie dort an. Der Befehlshaber der bewaffneten Macht bey Montaigu erhielt Befehl, mit seinen Truppen ebenfalls in Nantes einzuziehen. Er ließ daher viele Munition, Reiß und Lagergeräthe verbrennen; verließ Montaigu, und bekam den Tag darauf Befehl, sich wieder auf seinen vorigen Posten zu begeben. Am 22sten schickte man mich mit 1500 Mann ab, um den Feind, der sich auf Chateau-Gontier gezogen hatte, zu verfolgen und zu beunruhigen; aber man ließ mich über Norte einen Umweg von sechs bis sieben Meilen machen, und während der Zeit entfernte sich die catholische Armee ohne Unruhe. Am 26sten kam ich zu Chateau-Gontier an; der General Beaupui kam auch mit 2000 Mann dahin; der Feind war in Laval, und wir marschirten noch denselben Abend gegen ihn. Um 11 Uhr des Nachts griff ich ihn an; das Gefecht dauerte länger als zwey Stunden; und da ich keine Kartätschen mehr hatte, mußte ich mich zu einem Rückzuge nach Chateau-Gontier entschließen, welcher in guter Ordnung und ohne Verlust geschahe.

Am 27sten kam l'Echelle mit der Armee an, und es ward beschlossen, den folgenden Tag Laval anzugreifen. Ich erhielt Befehl, mich zu der Avantgarde zu begeben, und ihr eine Stellung anzuweisen. Um nach Laval zu kommen, mußte man über eine Brücke gehen, die in einem Grunde, jenseits des Dorfes Antrame liegt, u. von zwey großen Anhöhen dominirt wird. Der General Danican und ich, wir besetzten diese Anhöhen mit 300 Mann. Ich ließ l'Echelle melden, daß er selbst kommen, oder Truppen anschicken sollte, um diesen wichtigen Posten zu befestigen; er hatte die Armee aber zwey Meilen weit davon postirt, und befahl uns, die Anhöhen zu verlassen. Ich ließ ihm, wiewohl umsonst, diesem Fehler anzeigen; und ich sagte voraus, daß unsre Armee hier werde geschlagen werden.

Am 28sten setzte sich die Armee von zwanzig tausend Mann in Marsch, und rückte in einer langen Colonne vor. Der Feind hatte sich unterdessen der Anhöhen bey der Brücke bemächtigt, und begrüßte uns bey unsrer Annäherung mit einem entsetzlichen Kartätschenfeuer. Die Armee ward sogleich in die Flucht geschlagen, der Feind verfolgte uns zwey Meilen diesseits Chateau-Gontier; und nahm uns viele Lebensmittel, Munition und Canonen ab. Bey dieser Gelegenheit flohe der Divisions-General Müller bis nach Angers, woraus er in derselben Nacht von dem Revolutionsausschusse fortgejagt wurde. Den folgenden Tag wendete sich die Armee nach Lion-d'Angers und nachher nach Angers, woselbst sie zwölf Tage blieb, um sich wieder zu organisiren. In dieser Zwischenzeit ward ich nach Niort geschickt, um alle Flüchtlinge und jede sonst disponible Macht zur Armee stoßen zu lassen

Der Feind verließ unterdessen Laval, und griff Grandville an; er ward aber mit Verlust zurückgeschlagen, und zog sich nach Avranches. Ich begab mich wieder zur Armee nach Angers, die sich den Tag darauf in Marsch setzte, um sich nach Laval zu begeben, woselbst sie sich auch einen Tag aufhielt. Von hier giengen wir nach Vitre. Rossignol vereinigte sich in dieser Stadt mit uns wo wir noch einen Tag blieben. Rossignol übernahm das Commando der Armee; und ließ uns nach Rennes gehen, wo wir und mit der Armee der Küsten von Brest, die ebenfalls unter seinem Commando stand, verbanden. Nach einem andern Halt marschirten wir in zwey Colonnen gegen Antrin und in einer Colonne gegen Fougeres. An demselben Tage, da wir nach Antrin kamen, schlug der Feind eine Colonne unsrer Truppen, die sich nach Pontorson begeben hatte, und nahm ihr alle ihre Canonen und Munition ab. Dieselbe Nacht rückte ich mit ungefähr 2000 Mann gegen Pontorson vor; die Rebellen räumten diese Stadt bey meiner Annäherung, und ließen acht Canonen nebst verschiedenen Munitionswagen zurück. Ich verfolgte sie bis an die Thore von Dol; nahm ihnen neun Wagen mit Gepäcke ab, und ließ alles niederhauen, was nicht fortkommen konnte. Ich gab Rossignol, der in Antrin war, Nachricht hiervon, ich schlug ihm vor, den Feind in Dol zu überfallen, und diese Stadt seiner seits von dem Wege von Antrin anzugreifen, während daß ich sie um Mitternacht auf der Seite gegen Pontorson angreifen würde. Ein Canonenschuß sollte das Signal des Angriffes seyn. Rossignol nahm meinen Vorschlag an, und schickte die Division des Müller zum Angriffe ab. Da ich die Langsamkeit, mit welcher oft bey den Operationen zu Werke gieng, kannte, fieng ich meinen Angriff erst gegen drey Uhr des Morgens an. Müller war noch nicht da. Das Gefecht dauerte länger als zwey Stunden; der rechte Flügel des Feindes ward geschlagen und in die Flucht gejagt, vorzüglich durch eine Division der Pariser Gensdarmerie. Ich hatte bereits die letzte Patrone verschossen, und konnte daher nicht den Einzug in die Stadt wagen. Müller kam gegen fünf Uhr des Morgens an. Er sahe die Rebellen fliehen; stand still, und sagte: "der Feind ist auf der Flucht; wir müssen den Tag abwarten, und ihn dann verfolgen." Diese Unthätigkeit ließ dem Feinde Zeit, sich zu sammeln, und unsre Schwäche kennen zu lernen. Er rückte daher gegen Müller und mich an; wir wurden nun beyde zum Rückzuge gezwungen, er nach Antrin, und ich nach Pontorson. Ich schlug Rossignol noch einmal einen Angriff für die nächstfolgende Nacht vor; er nahm wieder meinen Vorschlag an, und schickte mir 1500 Mann nebst Munition zur Verstärkung. Ich marschirte nach Dol, erhielt aber gegen 10 Uhr des Abends Befehl, durch drey auf einander folgende Bothen, nicht anzugreifen, und mich auf dem Wege nach Dol zu setzen. Ich gehorchte; Rossignol setzte sich zwischen dieser Stadt und Antrin. Den folgenden Tag des Morgens marschirte der Feind gegen diese Stadt, und Rossignol ward in die Flucht geschlagen. Ich erlitt an demselben Tage das nemliche Schicksal; aber ich deckte den Rückzug der Artillerie durch die Cavallerie, die ich einigemal absitzen, und sich in Hinterhalt stecken ließ. Ich zog mich nach Antrin zurück, und gieng fast in Einem und demselben Augenblicke mit dem Feinde in diese Stadt. Unsre Armee retirirte sich nach Rennes, und blieb daselbst ungefähr zehn Tage. Die Armee der Küsten von Cherburg, die unter dem Hauptcommando des Generals Sepher, stand, befand sich zu Avranches. Dieser General weigerte sich lange vorzurücken; endlich vereinigte er sich doch mit uns. Zu Rennes ward er von den Volksrepresentanten suspendirt; und hier ward mir erst das Generalcommando über die Cavallerie bey der Armee übertragen. Die Division der Generals Klebert u. Marceau erhielten Befehl, sich nach Chateau-briant zu begeben. Den Tag nach ihrer Ankunft daselbst meldete Marceau dem General Rossignol nach Rennes, daß der Feind gegen Angers marschirt sey, und verlangte Verhaltungsbefehle; er bekam keine Antwort. Den Tag darauf schickte er abermals wegen derselben Sache zu Rossignol; dieser antwortete nun, daß er den folgenden Tag mündlichen Befehl zu Chateau-briant ertheilen würde. In der Zwischenzeit ward Angers belagert, und Rossignol kam erst zwey Tage nach seinem Briefe in Chateau-briant an. Die Stadt Angers leistete zwey Tage Widerstand. Rossignol ließ, da er in Chateau-briant ankam, um Mitternacht die Truppen abgehen, die so ungelegentlich sich vier Tage in dieser Stadt aufgehalten hatten. Am 14ten Frimäre um 11 Uhr Abends kam ich mit der Cavallerie zu Angers an. Der durch die Tapferkeit der Besatzung und der Einwohner muthlos gemachte Feind, hob am 15ten des Morgens mit vielem Verluste die Belagerung auf. Die Generale Klebert und Danican (der letztere, Commandant in Angers, der sechs Couriere nach einander, vor und während der Belagerung, umsonst an Rossignol abgeschickt hatte,) beklagte sich über die Verzögerung der Befehle dieses Generals. Beyde wurde darauf suspendirt. Der erstere ward indessen durch einen Beschluß der Volksrepräsentanten beybehalten. Ich erhielt Befehl, an demselben Morgen mit meiner Cavallerie und zwey Stücken reitender Artillerie abzugehen, um den Feind allenthalben zu verfolgen und zu beunruhigen. Hier verließ Rossignol abermals unsre Armee, kehrte nach Rennes zurück, und Marceau übernahm ad interim zur Zufriedenheit der ganzen Armee, das Hauptcommando über dieselbe.

Der Feind hatte sich auf Beauge zurückgezogen. Alles was nachgeblieben war, alle diejenigen, welche auf den Meyerhöfen herumschwärmten und in den Dörfern zerstreuet lagen, fanden in der Nacht ihren Tod. Den Tag darauf, am 16ten, rückte ich näher gegen Beauge heran; ich ließ einige Haubitzen hinein werfen, um den Feind zu beunruhigen, der sich mit einer neuen Reorganisation seiner Macht beschäftigte. Er warf sich mit aller Macht auch mich; ich zog mich aber ohne Verlust bis nach Suede zurück, indem ich jeden Augenblick Fronte machte. Meine Cavallerie saß einige Mal ab, und versteckte sich im Hinterhalt. Dieses Manöver, das durch die Artillerie unterstützt wurde, kostete vielen Rebellen das Leben.

In derselben Nacht kam der General Müller mit seiner Division nach Suede, und folgte mir am 17ten des Morgens nach Beauge. Die cathol. und königl. Armee hatte mit Anbruch des Tages diese Stadt verlassen, und sich nach la Fleche gezogen. Sie ließ einen Nachtrab von Cavallerie und Infanterie mit Einer Canone zurück. Ich erwartete Müller, da ich vor ihm bey Beauge ankam, um von seiner Infanterie unterstützt zu werden. Gleich bey seiner Ankunft fiel ich mit meiner Cavallerie über die des Feindes her. Vierzig Mann fielen unter unsern Streichen; der übrige Theil rettete sich, u. warf sogar die Glieder der feindlichen Infanterie um. Ich schickte zwey bis drey Bothschaften an Müller, um ihn zu bewegen, daß er mir folge; er ließ mir aber ganz kalt antworten, daß er schon wüßte was er zu thun hätte. Ungefähr 150 Man von seiner Infanterie kamen mir ohne Befehle zu Hülfe; indem sie meine Artillerie begleiteten. Der Feind hatte sich auf einer Anhöhe gesammelt, und seine Canonen aufgesteckt; das Gefecht nahm seinen Anfang, und der Donner des Geschützes dauerte länger als eine halbe Stunde. Ich fertigte abermals einen Bothen an Müller ab, der aber durchaus nicht vorrücken wollte. Schon zog sich meine kleine Infanterie, und ein Theil von den 300 Mann Cavallerie zurück, als ich mit dieser den Feind zur rechten abschnitt, und ihm dann in den Rücken fiel. Er rettete sich nach allen Seiten, und ließ Canonen, Flinten nebst Sack und Pack zurück. Ich verfolgte ihn mit Nachdruck, und richtete ein erschreckliches Blutbad unter ihm an, bis daß er an die Brücke von la Fleche kam, welche abgebrochen war; dieses machte, daß er vor dieser Stadt still hielt.

Ich konnte meinen Sieg nicht weiter treiben, da die Nacht eingefallen, und die ganze Macht der catholischen und königl. Armee vereinigt war. Ich hielt nun mein Nachtlager im Angesichte der Feinde. Ich schickte noch einmal zu Müller, aber umsonst; er hatte sich zu Beauge gesetzt, und wollte durchaus nicht vorrücken; indessen schickte er mir doch in der Nacht 5- bis 600 Mann. Am 18ten, mit Tagesanbruch, griff ich die cathol. Armee an, die mich, wie man sich wohl vorstellen kann, zurücktrieb; ich machte meinen Rückzug ohne Verlust nach Beauge. Den ganzen Morgen donnerte das Geschütz; Müller blieb ruhig; aber die gemeinen Soldaten, von Begierde sich zu schlagen brennend, ergriffen die Waffen, und Müller ward gezwungen, aus seiner strafbaren Unthätigkeit herauszukommen. Er rückte mit seiner Division vor, und fand mich zwey Meilen von Beauge. Der General Legros marschirte mit seiner Brigade gegen den Feind, und schlug in in die Flucht. Wir drängten ihn bis an die Brücke von la Fleche zurück. Nun marschirte das Hauptcorps der cathol. Armee wieder gegen uns an, worauf wir uns denn ohne Verlust auf Beauge zurückzogen.

Am 20sten rückten wir abermals vor, u. schlugen unser Nachtlager eine Meile von la Fleche auf. Der Feind hatte die Brücke wieder hergestellt, und war daher schon in dieser Stadt. An demselben Tage ließ ich die feindlichen Vorposten niedermachen; auch sollte unsre ganze Armee über Turtalle gegen den Feind anrücken. Er räumte aber die Stadt am 19ten mit Anbruch des Tages, und warf die Brücke hinter sich ab. Gegen 7 Uhr des Morgens befand ich mich mit meiner Cavallerie und 300 Mann Infanterie vor der abgebrochenen Brücke von la Fleche; ich erfuhr, daß die Rebellen sich gegen Mans hingezogen hätten. Sogleich ließ ich meine Cavallerie durchschwimmen, und meine Infanterie auf Balken, Brettern und in kleinen Nachen über den Fluß setzen; wir fanden in der Stadt noch einige hundert Rebellen, die getödtet wurden, u. wir bemeisterten uns verschiedener Canonen, Munition u. Wagen. Ich verfolgte den Feind bis nach Fulture. Der Weg war mit Leichen besäet; und in derselben Nacht ließ ich noch mehr als sechshundert Räuber niedermachen, die auf den zerstreuten Dörfern und Pachtgütern umher lagen.

Am 21sten rückte ich gegen Mans vor, und griff die königliche Armee in dieser Stadt des Morgens an. Es wird ohne Zweifel auffallen, daß ich immer mit Cavallerie Städte angriff; aber ich nahm durch diese Mittel den frommen alle Lust sich zu schlagen; denn ich ließ sie ihre Munition verbrauchen, und verhinderte die gänzliche Verheerung des Landes. Sobald die feindliche Infanterie gegen mich anrückte, schlug ich mich im Zurückziehen, in dem ich ihr Kugeln zuschickte, die immer einige hundert Mann zu Boden streckten. Diesen Tag gelang es mir, um mich bis auf eine Meile von Mans zurückzuziehen.

Meine kleine Infanterie von 300 Mann, die meine Stütze machte, kam an; sie wachte mit mir des Nachts; wir dehnten unser Feuer sehr aus; und griffen am 22sten um 10 Uhr des Morgens die königl. Armee an, die 80 bis 90000 Mann stark war. Sie war bey Mans bis an die Zähne verschanzt, und hatte allenthalben spanische Reuter. Ich legte meine kleine Infanterie im Hinterhalt in einen Busch. Der Feind kam aus seinen Verschanzungen heraus, und rückte gegen mich an; wir unterhielten das Gefecht beynahe drey Stunden lang; jeder Canonenschuß streckte mehrere der Rebellen nieder; endlich ward ich gezwungen zu weichen, aber die Cavallerie und das Geschütz deckten den Rückzug der Infanterie. Müller kam mit seiner Division an; rückte vor; ergriff aber beym ersten Schusse die Flucht, und befahl seinen Truppen, ihm zu folgen, um, wie er sagte, Position zu nehmen. Er nahm auch in der That, vier Meilen von Mans, diese Position bey Fouilleturte. Die Division von Cherbourg, die der General Tilly anführte, kam nachher; sie rückte stolz gegen den Feind an; das Gefecht nahm seinen Anfang; und in weniger als einer Stunde mußten sich die Rebellen zurückziehen. Ich stellte mich an die Spitze meiner Cavallerie; und wir griffen, in Uebereinstimmung mit der Division von Cherbourg den Feind mit solcher Ungestüm an, daß er sogleich über Hals und Kopf nach Mans hinein flohe. Müller, der mich geschlagen glaubte, machte in der Entfernung vom Feinde eine rednerische Motion gegen mich, bey dem Volksrepräsentanten Bourbotte, der wirklich alles für verloren hielt. Marceau kam an, und fand mich in der Verfolgung des Feindes begriffen, nur noch drey Flintenschüsse von Mans. Er übergab mir folgenden Brief:

"Deine Tollkühnheit hat schon mehrmahls den glücklichen Erfolg unsrer Waffen, und das öffentliche Wohl in Gefahr gesetzt; durch deinen letzten Angriff hast du uns nun wieder dahingebracht, daß wir geschlagen, und in Unordnung gebracht wurden. Wir befehlen dir, dich strenge nach den Befehlen zu richten, die dir von dem Oberbefehlshaber gegeben sind. Diese Befehle gebieten dir, den Feind nicht anzugreifen; sondern blos, ihm auf seinem Marsche zu folgen, ihn beständig von hinter zu necken, und dich nie in förmliche Treffen einzulassen. Bedenke, daß dein Kopf auf dem Spiele steht; er haftet uns für deinen Gehorsamkeit gegen alles, was die Volksrepräsentanten und der Oberbefehlshaber von dir fordern."

Unterzeichnet: Bourbotte.

Es war Nacht, und Marceau gab Befehl, vor Mans Position zu nehmen, um den folgenden Tag anzugreifen. Er kannte die Verschanzungen des Feindes vor dieser Stadt nicht so gut wie ich; der Angriff war schwierig, und wurde vielen tapfern Republicanern das Leben gekostet haben; ich sagte ihm; daß die beste Position in Mans selbst wäre; und daß man den Augenblick benutzen müßte. Ich marschirte daher immer vorwärts; Marceau drückte mir die Hand, und sagte: "du setzest viel auf das Spiel, braver Mann; doch gehe, ich verlasse dich nicht." Wir verdoppelten unsre Schritte; Cavallerie und Infanterie fieng an zu laufen; und wir sprangen so zu sagen zusammen in die Verschanzungen der Feinde, die nicht Zeit hatten sich zu besinnen, oder sich zu sammeln. Wir verfolgten den fliehenden Feind bis in die Vorstädte von Mans; alles was sich uns zeigte, ward niedergehauen; viele Canonen, Munition und Wagen fielen uns in die Hände; und die Straßen zeigten nichts als Leichenhaufen und Waffenbündel. Auf dem Markte aber hatte der Feind mehrere Canonen aufgepflanzt; er stellte sich in die Häuser, aus er ein höllisches Feuer auf uns machte, Ich ließ still halten; und Marceau schickte mir auf der Stelle Geschütz, um den Feind zu verhindern, daß er nicht gegen uns vordringe, weil wir nur in geringer Anzahl da waren. Marceau ließ eine Colonne sich der Straße nach Paris bemächtigen; ich ließ alle Gassen besetzen, die an dem Markte liegen; das Canonen- und Musketenfeuer dauerte die ganze Nacht; jeder behielt seine Position. Der General Klebert, der mit seiner Division am weitesten von uns entfernt war, kam ebenfalls an; er stellte sich vor Mans; schickte mir aber sogleich frische Truppen, um diejenigen abzulösen, die sich schon zu sehr abgemattet hatten. Marceau beschäftigte sich aus Vorsicht damit, die Verschanzungen und Graben zerstören und ausfüllen, und die Vorstädte von allem räumen zu lassen, was in unsre Gewalt gefallen war. Ich hielt die ganze Nacht im Feuer aus, obgleich ich mich wegen der Wunden, die ich empfangen hatte, aus Mangel an Nahrungsmitteln, und aus Mattigkeit zwey Man übel befand.

Am 23sten, mit Anbruch des Tages, saß ich ab, und ließ mit dem Geschütze vorrücken. An der Spitze der Infanterie stürzten wir mit solchem Ungestüm auf den Feind, daß ich mich in weniger als sechs Minuten des Marktes, seines Gepäckes u. seiner Canonen bemächtigte. Ohne mich einen Augenblick in der Stadt aufzuhalten, folgte ich ihm auf dem Wege nach Laval, wo hunderte und tausende der Rebellen auf jedem Schritte ihren Tod fanden. Sie zerstreueten sich hierauf in den Gehölzen, und ließen ihre Waffen zurück. Die Bürger in den Gegenden umzingelten sie, und führten sie dutzendweise zurück; sie wurden alle niedergemacht; ich drängte sie so sehr, daß die Prinzessinnen und Marquisinnen ihre Wagen, die Canoniere ihre Canonen, und die Fuhrleute ihre Munitions- und Packwagen verließen, und durch den Koth forteilten. Am 24sten des Abends kam ich endlich über Leichenhaufen mit meiner Cavallerie und Infanterie in Laval an. Der Feind war in der größten Eile und Unordnung durch diese Stadt gezogen, so daß die Weiber diejenigen, welche etwas zurückgeblieben, entwaffneten. Ich folgte dem Feinde nach Craon, von hier nach Saint-Marc; jeder Schritt, jedes Pachtgut, jedes Haus ward das Grab einer großen Anzahl Rebellen.

Am 26sten kam die catholische und königliche Armee bey Ancenis an, wo sie über die Loire setzen wollte; da aber alle Fahrzeuge auf Befehl des Volksrepräsentanten Carrier nach Nantes geführt worden waren, so daß der Uebergang über den Fluß schwer wurde, so nahmen die Rebellen auf einem Teiche bey Saint-Marc einen kleinen Nachen, in welchem la Roche-Jacquelin und Stofflet, zwey ihrer vornehmsten Anführer, zuerst über die Loire setzten. Es hieß, daß beyde beym Anlanden von unsern Truppen erschossen worden. Der Feind entschloß sich, den Uebergang zu erzwingen; er nahm daher in Ancenis alle Tonnen, Balken und Bretter, um daraus Flösse zu machen; aber am 27sten des Morgens fand ich mich schon ein, und ließ einige Kugeln unter die Arbeiter, auf den Fluß, und in die Stadt werfen. Dieses machte Lärm; alle Glocken wurden geläutet; und das Geschrey: zu den Waffen! ward von allen Seiten gehört. Die königliche Armee gieng aus Ancenis heraus, und rückte gegen mich an; ich marschirte wie gewöhnlich nach Saint-Marc zurück; und nach vielen Strapazen zog sich der Feind wieder nach Ancenis, mißvergnügt, einen für seinen Uebergang über den Fluß so kostbaren Tag verloren zu haben. Indessen begab er sich wieder an die Arbeit; ich schickte einen Spion nach Ancenis, und ließ daselbst die falsche Nachricht verbreiten, daß unsre große Armee bey Saint-Marc angekommen sey, um den folgenden Tag mit Tagesanbruch Ancenis anzugreifen. Diese List gelang vollkommen. Die flösse sanken auf der Loire unter, und viele Rebellen ertranken. Fünf ihrer Oberhäupter ergriffen in der Verzweiflung die Flucht. Eine Menge Soldaten liefen davon, begaben sich nach Varades und fanden daselbst ihren Tod. Die Armee räumte Ancenis am 28sten mit Anbruch des Tages. Ich erfuhr es, und begab mich in diese Stadt. Mehrere hundert Räuber waren zurückgeblieben; diese ließ ich alle niederhauen. Der Feind hatte die Stadt mit solcher Eilfertigkeit geräumt, daß er viel Gepäcke, Pferde, Ochsen, und neun Stück Canonen von schwerem Caliber zurückließ.

Hierauf setzte ich dem Feinde nach, der sich auf Norte gezogen hatte; unterwegs hörte ich, daß einige hundert Rebellen im Dorfe des Touches geblieben wären; es regnete entsetzlich, und war sehr windig; dieses machte ich mir zu nutze. Um 11 Uhr in der Nacht zog ich leise in jenes Dorf ein; und alles, was mir in den Wurf kam, ward von meiner Cavallerie niedergehauen. Ich stellte Posten an beyden Enden des Dorfes; der übrige Theil meiner Cavallerie saß ab, und weckte die in Schlaf versunkenen Rebellen mit Säbelhieben auf. Das Gemetzel war entsetzlich, und dauerte vier Stunden. Da dieses Unternehmen mir so gut gelungen war, entschloß ich mich, die catholische Armee zu Norte auf eben diese Art aufzuwecken. Ich schickte eine Patroulle ab, um das Terrain auszukundschaften. Sie fand die Brücke bewacht, und zwey Canonen dabey aufgepflanzt. Ich wollte dem Feinde durchaus keinen Augenblick Ruhe lassen; schickte daher eine zweyte Patroulle ab, mit dem Befehle, sich ausserhalb der Landstraße zu halten, und einige Flintenschüsse auf den Posten bey der Brücke zu thun. Es ward sogleich Lärm gemacht, und Generalmarsch geschlagen. Gegen 5 Uhr des Morgens näherte ich mich Norte; am 29sten hörte ich von Ferne die Canonen und Packwagen abziehen; ein Posten Cavallerie stand an der Brücke, um die Räumung des Fleckens zu decken; ich fiel über diesen Posten her; mehr als zwei Drittheile wurden niedergemacht; die übrigen ergriffen die Flucht. Ich stürzte im vollen Galopp in Norte ein; mehr als 1200 Rebellen waren noch da; drey bis vierhundert ergaben sich; viele wurden niedergehauen; die übrigen flohen, und wurden von den Bürgern in der Gegend zurückgebracht. Mehr als hundert Pferde wurden an diesem Tage von uns erbeutet.

Ohne abzusatteln, folgte ich dem Feinde auf dem Wege nach Blains, woselbst er am 29sten ankam. Ich griff den hintersten Theil seiner Colonne an; die Cavallerie drang sogar bis in die Mitte der Rebellen, und bat sie freundschaftlich ihre Waffen niederzulegen, und sich zu ergeben; alle schrieen an der Spitze der Colonne still zu halten, weil sie sich ergeben wollten. Marigny, einer ihrer Anführer, kam mit Cavallerie, und säbelte die Dummköpfe nieder; meine Cavallerie zog sich zurück, ohne auch nur Einen Flintenschuss zu versuchen. Ich hielt mich in Norte etwas auf, um eine Ordonanz an den Oberbefehlshaber abzufertigen, um ihm die Marschroute des Feindes zu melden. So wie ich ankam, ließ ich den hintersten Theil der Colonne der königlichen Armee angreiffen; bei dieser Gelegenheit kamen nur sehr wenige um. Marigny legte seine Infanterie in den Hinterhalt, und pflanzte Geschütz gegen mich auf; dieses hielt mich auf der Stelle vom weitern Vordringen zurück. Meine Pferde waren von Strapazen schon ganz abgemattet; ich ließ daher diesen Herrn von Marigny ruhig abziehen, der auch noch an demselben Abend nach Blais kam. Ich kehrte hingegen nach Norte zurück, und stellte Vorposten auf. Den ganzen Tag über umzingelten die Landleute die fliehenden Rebellen in den Gehölzen; brauchten ihre eignen Flinten gegen sie; und führten sie haufenweise zu uns. Sie wurden alle auf der Stelle niedergemacht, ausgenommen 300 Mann, die ich nach Nantes schickte. Denselben Abend erhielt ich eine Verstärkung von ungefähr 600 Mann Infanterie, ich befahl, den folgenden Tag aufzubrechen, um 4 Uhr des Morgens gieng ich mit meiner Cavallerie ab; die Infanterie aber machte sich durch eine grosse Nachlässigkeit erst um 7 Uhr auf den Weg, 150 Mann ausgenommen, die mir unmittelbar folgten. Um 7 Uhr kam ich an die erste Brücke vor Blains; der Feind hatte sie besetzt; ich hörte, daß die catholische Armee um 8 Uhr eine große Messe feyern wollte; und ließ die Infanterie hinter der Cavallerie aufsitzen, und setzte so über den Fluß. Hierauf stellte ich meine Infanterie in den Hinterhalt, und rückte in dem Augenblicke, da man sich zur Messe begab, mit meiner Cavallerie gegen Blains vor. Ich ließ auf die feindliche Vorposten Feuer geben; sie ergriffen die Flucht, und zogen sich unter ihre Canonen zurück. Die Sturmglocken wurden geläutet; und die Lärm-Canonen abgebrannt; der Feind rückte aus der Stadt, und wollte über mich herfallen; ich zog mich hinter meine Infanterie zurück, die ein Busfeuer auf den Feind machte, und einige Mann zu Boden streckte.

Ich hatte in einen, durch einen Wald gedeckten Grund, in hinreichender Anzahl Pferde gestellt, um meine Infanterie aufzunehmen, die sich zurückzog und über das Wasser setzte. Ich folgte ihr in der Nähe; wir blieben ruhig, und beobachteten den Feind zwei Stunden lang. Dieser zog sich zurück; der Ueberrest meiner Infanterie kam ebenfalls an, und die große Messe ward zum zweyten Mal durch die Glocken angekündigt. Ich faßte nun den Entschluß, noch ein Mal anzugreifen. Ich wollte die Infanterie wieder mit den Pferden übersetzen lassen; aber ein Hauptmann von der Infanterie, von der Legion der Franken, Namens Vaillant, sprang in den Fluß, und arbeitete sich zu Fuß hinüber. Auf der andern Seite allein stehend, rief er: es lebe die Republik! Die ganze Infanterie folgte seinen Beyspiel; die Cavallerie gieng ebenfalls hinüber; und wir eilten alle, um die große Messe des Bischofs von Angra zu hören. Aber dieser Herr ließ uns auf der Stelle mit einem Flinten- und Canonenfeuer begrüssen; wir waren gezwungen, über den Fluß wieder zurückzugehen; hier verlor ich Einen Mann, der im Wasser ertrank, als er zu schnell herübersetzen wollte.

Ich postirte meinen Trupp in den umherliegenden Pachtgütern; und da ich keine Nachrichten von der Armee hatte, gieng ich nach Nantes, um einige zu hören, und mich mit den Volksrepräsentanten mündlich zu besprechen.

In derselben Nacht erhielt ich einen Brief von Marceau, worin er mir meldete, daß er den folgenden Tag, den 1ten Nivose (21sten December) gegen Abend ankommen würde, um Blains von der rechten Seite anzugreifen, während das ich einen falschen Angriff vorne machen sollte. Der Feind benutzte die Nacht, und warf die zweyte Brücke vor Blais ab, welches meinen Angriff sehr erschwerte. Das Wasser war tief, und ich hatte keinen andern Rückweg. Endlich ergriff die königliche Armee, die von der Ankunft der unsrigen unterrichtet war, die Parthey, Blains in derselben Nacht zu räumen; und am 2ten des Morgens, zog Marceau, während daß ich mich damit beschäftigte, die Brücke wieder herzustellen, und die Infanterie zu Pferde über den Fluß setzen zu lassen, in Blains ein, und ließ daselbst eine große Anzahl Rebellen umbringen, welche zurück geblieben waren. Ohne mich aufzuhalten, folgte ich dem Feinde auf dem Wege nach Savenay; eine große Menge die nicht genug geeilt hatten, wurden auf dem Wege niedergemacht. Die catholische Armee war noch keine Stunde in Savenay, als ich schon ihre Vorposten angriff; der feind kam heraus, und wollte über mich herfallen, indem er mich mit einem Kugelregen begrüßte. Ich zog mich zurük, und der Feind verfolgte mich eine Meile weit, wo ich ihm denn auf einer Anhöhe Fronte machte. Wir beobachteten uns wechselseitig länger als eine Stunde; zuletzt zogen die ermüdeten Rebellen nach Savenay zurück. Dieser Angriff ließ unsrer Avantgarde Zeit vorzurücken. Ich stellte auf der rechten Seite des Weges ein Stück leichter Artillerie, legte die Infanterie in den Hinterhalt, und griff zum zweyten Mal die feindlichen Posten mit meiner Cavallerie an. Der Feind kam mit vieler Schnelligkeit aus der Stadt heraus, von einer achtpfündigen Canone begleitet, und warf sich auf mich. Ich zog mich hinter meine Canone, die den Feind kräftig begrüßte. Sogleich machte die im Hinterhalt liegende Infanterie ein Busfeuer; fiel über den Feind her; die Cavallerie griff an; und die achtpfündige Canone ward erbeutet. Wir verfolgten den Feind auf seiner Flucht, und tödteten einige seiner Leute. Er erreichte ein kleines Gehölz vor Savenay; die Nacht verhinderte uns, unsern Sieg weiter zu treiben. Die Armee kam an, u. setzte sich eine halbe Meile von Savenay in der Nähe dieser Stadt. Gegen Mitternacht, stellte ich einen Achtpfünder bey der Avantgarde, und ließ auf beyden Seiten Patrullen vorrücken. Ich fieng die Canonade an; der Feind antwortete die ganze Nacht. Ich entfernte mich sehr zur Linken, während daß man den Feind auf der großen Landstraße beschäftigte, und recognoscirte die Stadt. Als ich zurück kam, sagte ich zu den Soldaten: Morgen hat der Krieg ein Ende! Gegen 3 Uhr des Morgens legte ich mich ein wenig zur Ruhe. Am 3ten ließ Marceau mit Anbruch des Tages Generalmarsch schlagen, und übertrug Klebert und mit den Angriff. Ohne uns zu erwarten, rückte der Feind gegen unsre Avantgarde an, welche sich zu der Division von Cherbourg zurückzog, während daß ich die Division von Klebert mit dem General Canuel auf der linken Seite einen Weg führte, um die Stadt zu umgehen, und von hinter hineinzuziehen. Klebert übernahm die Fronte und die rechte Seite. Die Division von Cherbourg drang mit ihrem gewöhnlichen Muthe auf den Feind ein. Schon erschienen wir auf der Anhöhe hinter der Stadt, als die Rebellen uns bemerkten. Sogleich liefen sie über Hals über Kopf davon, und schrien laut über Verrätherey. Alle unsere Leute stürzten herbey, und Savenay war unser. Wir richteten ein erschreckliches Gemetzel an; ihre letzten sechs Canonen, mehrere Munitionswagen, Gepäcke, Kriegscasse, alles fiel in unsre Gewalt. Marceau und die andern Generale mit den Volksrepräsentanten Prieur und Tureau folgten dem Feinde zur Rechten; nur wenige entkamen ihnen. Allenthalben sah man ganze Haufen Leichname. Ich verfolgte einige Trupps Cavallerie und Infanterie, die sich zur linken Seite gerettet hatten; alle wurden ersäuft oder niedergehauen. Die Rebellen, welche an diesem Tage noch dem Tode entgiengen, wurden von den Einwohnern der Gegend umzingelt, aufgefangen, getödtet, oder zurückgeführt. In dem Bezirk von Savenay allein wurden mehr als sechs tausend begraben. So wurde eine Armee, die am 22sten Frimäre bey Mans 80 bis 90000 Mann stark war, in zwölf Tagen, durch das Genie und den Muth der republicanischen Soldaten völlig aufgerieben, die fast alle, von der den Feinden der Republik abgenommenen Beute, Schätze gesammlet haben.

Westermann.


Zeitungsnachrichten.[]

1793.[]

Paris, vom 20. May. [4]

General Ligonier meldet aus Doue unterm 10. dieses: die Royalisten haben Thouars wieder geräumt, und marschieren nun gegen Parthenay, 24000. Mann an der Zahl, mit Flinten und Piken bewafnet, mit 30. Kanonen, und Kriegs- und Mund-Vorrath versehen.

Brüssel, vom 5. Brachm_n [5]

-- Nachrichten aus dem Hauptquartiere bestätigen die Fortschritte der Royalisten unter dem General Gaston in der Vendee, und fügen hinzu, daß England es derselben weder an Kanonen und Ammunition, nach an Mannschaft, womit sie immerfort verstärket wird, gebrechen läßt. Sogar sollen 4000 Mann Engländer im Begriff stehen, zu ihr zu stossen.

Paris, vom 5. Augstmonat. [6]

Ein Schreiben der National-Commissarien aus Tours vom 29. Julius an das General-Conseil der Pariser Commünen enthält von der neulichen Niederlage unserer Truppen in dortigen Gegenden nachfolgenden Bericht: "Mit Verwunderung haben wir aus den Zeitungen gesehen, dass das Wohlfahrts-Committe an der Wahrheit der Berichte der Volks-Representanten betreffend die im Departement de la Vendee erlittenen Niederlage gezweifelt habe. Die Sache ist leider nur allzuwahr. Es ist nicht daran zu Zweifeln, dass sich unter unserer Armee sehr viele Revolutions-Feinde befinden, welche durch Plünderungen und andere Gewaltthätigkeiten alle Bürger dieser Gegenden gegen uns aufzubringen suchen; und sie sind es eben auch, welche unsere Truppen bewegen, die Flucht zu nehmen, so oft die Rebellen sich u_s nähern. Am 26. rückten dieselben gegen Pont de Ce an; dieser Posten ist fast unüberwindlich, und deckt Angers und Nantes; er war ungefehr mit 2000. Mann unserer Truppen besezt; steile Felsen machen den Ort beynahe unzugänglich; aber kaum näherte sich der Feind demselben, so bemächtigte sich ein, ohne Zweifel von Royalisten beförderter panischer Schrecken unserer Leute; sie zogen sich in der grösten Unordnung zurück; zogen bald auch ihre übrigen Cameraden mit sich fort, und brauchten nicht einmahl die Vorsichtigkeit auf ihrem Rückzug eine hölzerne Brücke abzuwerffen, so dass die Feinde sie bis jenseits Pond de Ce verfolgten. Ein Theil des 5ten Bataillons von Paris stürzte sich auf der Flucht in die Loire, und verlohr viele Leute. Die Patrioten von Angers grieffen, als sie dieses sahen, zu den Waffen und marschierten mit einer Anzahl gutgesinnter Bürger von unserer Armee den Feinden entgegen, welchen sie begegneten, als sie eben Angers sich näherten; sie grieffen sie an und schlugen sie zurük. Dieser Muth sezte die Rebellen in Schreken; so dass sie am folgenden Morgen die Stadt und die Brüke von Pont de Ce räumten, und die leztere um ihren Rückzug zu sichern, abwarffen. Wir sind nun Meister von diesem Posten.

Paris, vom 16. Augstmonat. [7]

Partikularbriefe aus Nantes berichten, man habe das Signal gegeben von einer zum Vorschein gekommenen Englischen Flotte von 24 Linienschiffen, und vielen zu einer Landung brauchbaren Canonier-Schaluppen. Man glaube die Engländer wollen sich von Belle-Isle-sür-Mer bemächtigen, und der Rebellen-Armee Succurs an Mannschaft und Munition überbringen. Unsere und die feindliche Flotte sollen einander schon 24 Stunden lang im Angesicht stehen.

Paris, vom 2. Herbstmonat. [8]

-- Von den Deputierten bey der Armee an der Küste von Brest hat man aus Nantes unterm 25. August die Nachricht erhalten: Ein Theil der dortigen Armee habe sich des Lagers bey Saliniere bemächtiget, wohin sich die Royalisten nach ihrer Niederlage vor Nantes zurückgezogen. Ihre Weiber, Kinder, Vieh und Munition seyen in unsern Hände gefallen. Das Gefecht habe den ganzen Tag gedauret; 200. von ihnen seyen geblieben und viele zu Kriegs-Gefangenen gemacht worden. Den Sieg habe man hauptsächlich der Klugheit des General Canclaux und dem Muth der Einwohner von Nantes zu verdancken.

Paris, vom 11. Weinmonat. [9]

-- Santerre, welcher gegenwärtig hier ist, und dieser Versammlung beywohnte sagte: die Armee, welche wir im Departement der Vendee den Rebellen entgegen sezen, ist ihnen an der Anzahl gleich; aber es mangelt bey derselben an Disziplin, und daran sind uns die Feinde überlegen.

Paris, vom 18. Weinmonat. [10]

Der übrige Inhalt der neuesten Nachrichten aus Paris ist eben nicht von grosser Wichtigkeit. -- General Chalbos bestätiget in einer überschickten Depesche den am 9. dieses von der Armee bey Saumür über 20000. Royalisten erfochtenen Sieg; sagt aber unter anderm: noch niemahls haben die Adelichen und Priester den Angriff der Franzosen mit grösserer Hize ausgehalten. Von unserer Seite sey, unter mehrern braven Leuten, auch der General Chambon geblieben.

Aus Bressüire in Poitou melden die dortigen Volks-Represenanten: Die Royalisten haben am 11. dieses die unlängst von unsern Truppen eingenommene Stadt Chatillon angegriffen, man habe von unserer Seite grosse Vertheidigungs-Anstalten gemacht, aber unsere Soldaten, ohne Zweifel aus allzu ungedultiger Begierde, sich zu ihren Corps zu begeben, seyen dergestalt in Unordnung gerathen, daß man sie unmöglich in Schlachtordnung habe stellen können; Furcht und Schreken habe sich unserer Truppen bemachtiget, und eine eilfertiger Rükzug habe die unglüklichsten Folgen befürchten lassen. Doch haben die muthigsten unserer Leute sich wieder gesammelt, dem Feind sich entgegen gestelt, und ihn genöthiget, sich noch eilfertiger, als er gekommen war, wieder zurük zu ziehen. Unsere bereits in die Hände der Feinde gerathene Artillerie und Equipage sey ihnen wieder abgenommen, und Chatillon zum zweytenmahl erobert worden. Die Royalisten haben viele Leute verlohren, und wir auch einige: unter den Verwundeten von unserer Seite befinden sich mehrere Staabs Officiers.

Von dem Nationalkonvent.[]

[1793]

März.[]

Paris, vom 22. Merz. [11]

-- Noch bedenklicher lauter das Schreiben eines Commissars im Departement der Niedern-Loire, in Bretagne, vom 15. welcher berichtet; ein fürchterlicher Aufstand richte daselbst grosse Verwüstungen an, und sie habe sich bereits in das benachbarte Departement de la Veudee verbreitet. Die Brücken auf der Landstrasse nach Nantes seyen alle abgebrochen, und die Rebellen kommen mit grosser Macht zum Vorschein. Es sey am 5. zwischen ihnen und den National-Garden von Fontenay ein sehr hiziges Gefecht, und zwar mit grossem Verlust der leztern vorgefallen, und von den erstern die Stadt Chantonnay eingenommen und verwüstet worden. Der General Marce habe sich vermittelst eines forzierten Marsches mit 1200. Mann von Rochefort und la Rochelle nach St. Hermand begeben, um dem Feind Einhalt zu thun, dem man wirklich eine ansehnliche Macht entgegen sezen müsse, weil die seinige aus mehrern Corps bestehe_; wie dem dasjenige, welches am 15. die National-Truppen angegriffen und zurükgeschlagen habe, bey 3000. Mann stark gewesen sey. Die Feinde haben erfahrne Anführer, und gehen bey ihren Unternehmungen mit vieler Geschicklichkeit zu werk. Alle Communikazion mit dem Departement von Nieder-Loire sey gänzlich unterbrochen, und man wisse nicht, wie gegenwärtig der Zustand daselbst beschaffen sey. Die Chefs der rebellischen Armee heissen Gaston und Verteuil. Den leztern Namen führt auch einer von den dortigen Befehlshabern der National-Truppen, welcher in einem Schreiben aus la Rochelle an den Kriegs-Minister diese Nachrichten ebenfalls bestätiget hat, mit dem Beyfügen, daß der Aufruhr sich bereits in die Departements von der Loire, von Mayenne und Loire, und von Morbihan, die alle zu dem ehemaligen Bretagne gehören, verbreitet habe.

-- In einem Schreiben der Administratoren des Departements von Mayenne und Loire aus dem Haupt-Ort desselben, Angers, vom 17. dieses heißt es unter anderm: der ganze Distrikt von St. Florent sey von den Rebellen ruiniert, alle Papiere nebst der Kasse weggenohmen, und die Patrioten von einem Haufen Aufrührer verjagt oder ermordet worden. Während der Verwüstung von St. Florent überfiel einer von diesen Haufen die Stadt Chemille, welche bald das gleiche Schicksal hatte; Cholet, der Haupt-Ort des Distrikts, welches durch die Manufakturen und Handlung reich geworden, wiedersezte sich zwar lebhaft, mußte aber auch unterliegen. Eine andere oder vielleicht die gleiche Rotte, geht auf Vihier los. Gestern Mittags kam es wieder zu einem für die Patrioten unglückl. Angrif; Vihier wurde geplündert, nachdem man zum Glück noch vorher die Kasse nach Saumür transportiert hatte; aber ein Haufe Aufrührer rückt nun auch gegen diese Stadt an. Ancenis ist seit 8. Tagen bloquiert, ohne das man diesem Ort von Nantes auf zu Hülf kommen kan, weil der Weg von einer Stadt zur andern durch eine furchtbare Horde der Rebellen gesperrt ist. Diese tragen die weisse Cokarde, und wollen einen König und ihre Priester wieder haben.

Paris, vom 28. Merz. [12]

Die neulichen Nachrichten von den bedencklichen Umständen in einigen, besonders nördlichen Departements der Französischen Republick, werden ohne Zweifel die Aufmercksamkeit des Publikums erregt haben, daß man begierig seyn wird, etwas weiters davon zu hören. Ein paar Schreiben, welche darüber an das N. Convent eingelauffen sind, geben davon einige Nachricht. In einem aus St. Armand vom 19. dieses von den Com'issarien welche in die an der Küste gelegenen Departement abgeschickt worden, wird unter anderm berichtet: Die Revolutions-Gegner haben am 18. zwischen Chantonnay und St. Vincent die Truppen der Republick unter dem General Marce, welche aus 1300. Mann bestanden, angegriffen, seyen aber mit Verlust von 100. Todten von denselben in die Flucht geschlagen worden; der ebengenannte General, welcher eine Verstärkung von 1000 Mann erhalten, werde sie nun bis vor die Thore von Nantes verfolgen, zwischen welcher Stadt und la Rochelle die Communikation noch immer unterbrochen sey. Indessen scheine die Verschwörung sich sehr weit auszubreiten, und die Anzahl derer, welche Theil daran haben, sehr groß zu seyn.

Noch bedenklicher lautet nachfolgendes Schreiben der Administrierenden Corps in Nantes ebenfalls vom 19ten, an das N. C., welches gestern in demselben verlesen worden: "Bürger und Gesezgeber! aus einer belagerten Stadt, mitten in einem Departement wo der Bürgerkrieg ausgebrochen ist, lassen wir unsere klagende Stimme hören. Die umständliche Beschreibung unseres unglüklichen Zustandes würde zu weitläuffig seyn; auch würde unsere Betrübniß und unsere Geschäfte uns nicht erlauben, uns in dieselbe einzulassen. Die Stadt Nantes ist allein noch frey; das ganze übrige Departement ist in der Gewalt der Rebellen: Ihre Anzahl ist so groß, daß wir dieselbe wohl zu klein angeben würden, wenn wir sagten, sie belauffe sich in einem Umkreis von 3 Stunden auf 40000 Mann. Wenn wir ihnen wiederstehen, wenn wir der Gegenrevolution entgehen, so werden wir es nur unsern Nationalgarden zu verdanken haben. Sie, wir sagen es zum voraus, wird das Departement gerettet haben. Jzt existiert das Departement von Nieder-Loire noch; aber wenn ihr uns nicht zu Hülfe kommt, so werdet ihr mit Betrübniß vernehmen, daß es nicht mehr vorhanden sey; Es ist nicht blos ein zufälliger Aufstand; es ist ein grosser Plan zu einer Gegenrevolution, dessen Mittelpunkt und Keim man gut gefunden, in einem an der Küste gelegenen Departement anzulege', welches eins der schwärmerischte' ist. Es ist ein Plan, dessen Grundlage und Operationen von langem her verabredet und mit Ueberlegung veranstalltet worden sind. Glaubet nicht, daß der Schreken uns diese Sprache diktiere. Wir sind mitten in der Gefahr ruhig und kaltblütig. Wir legen euch unser ganzes Unglük vor, damit ihr demselben abhelfet. Nur keine halbe Maasregeln, keine Verzögerung. Wir wollen bis in den Tod auf unserm Posten bleiben. Die Administratoren des Distrikts haben ihren Eid erfüllt, und ihr Tod ist glorreich. Unser lezte Seufzer wird für die Freiheit seyn, und unser lezter Ausruf: Es lebe die Freiheit!"

Diesem Schreiben waren beygelegt: 1. Abschriften der Proposizionen, welche Gaudin Perriais, der Chef der Aufrührer, am 14. dieses im Namen von 20. Kirchspielen gethan hat, welche zufolg eines getroffenen Vergleichs mit den übrigen Bürgern des Departements verlangen: es soll niemals Miliz aus ihnen gezogen, von dem Landleuten niemals anders, als mit ihrer Bewilligung und für Bezahlung Pferdte genommen, die Auflagen nicht anders als nach der eigenen Schäzung der Commünes, nicht aber nach den willkuhrlichen Verordnungen der Direktorien angesezt werden; die Direktorien sollen sich niemals an der Freiheit der Bürger vergreiffen, dadurch daß sie eine bewafnete Macht gegen sie marschieren lassen, als welche mir zufolg der Befehle der Tribunale und Friedens-Richter marschieren soll; die Freiheit des Gottesdienstes soll beybehalten werden; alle Nicht-geschwornen Priester sollen alle die Ruhe, die ihnen das Gesez zusichert, geniessen; die Kirchen sollen ihnen zur Verrichtung ihres Amts geöfnet werden; jeder soll seinen Pfarrer bezahlen und nach seinem Belieben wählen dörfen; die Primar-Versammlungen sollen zusammen berufen werden, aber die Priester, welche die Constitution beschworen, keine Stimme in denselben haben können. -- Ferner war obigem Schreiben beygelegt: Eine Proklamazion des Direktoriums vom Departement der Nieder-Loire an die Bürger und National-Garden von Nantes, wodurch sie aufgefordert werden alle ihre Kräften zu vereinigen und sich mit der Administration zu verbinden; Und endlich befand sich bey dem Schreiben auch eine Verordnung des Direktoriums, welcher zufolg ein Kriegs-Gericht jedes Truppen-Detaschement begleiten, und die mit den Waafen in der Hand gefangenen Rebellen auf der Stelle und sogleich nach der im Gesez gegen die Emigrierten festgesezten Form richten und verurtheilen soll.

Von dem obenerwähnten, zwischen dem Corps des General Marce und den Revolutions-Gegnern am 18. vorgefallenen Gefecht ertheilt ein Schreiben des General-Lieutenant Verteuil aus la Rochelle vom 21. an den Kriegs-Minister einen weniger vortheilhaften Bericht, als das obige Schreiben der National-Commissarien davon gab. Er meldet unter anderm:

Die Commissarien des N. Convents seyen am 20. nach la Rochelle zurückgekommen, und haben die schon vorher bekannt gewordene Nachricht bestätiget, daß die Armee des General Marce eine Niederlage erlitten habe, wobey man den auf unserer Seite erlittenen Verlust noch nicht genau bestimmen könne, und nach welcher die geschlagenen Truppen sich noch nicht wieder versammelt haben, ungeachtet aller von Seit der Commissarien angewendeten Bemühungen und Vorstellungen, um die weitere Ausbreitung des Schreckens zu verhindern. Die Umstände sind folgende: Der General Marce sey am 18. Nachmittags von Chantonnay aus und gegen St. Fülgent marschiert mit einem Corps von 2400. Mann und 9. Feld-Stücken. Abends um 4. Uhr sey man den Feind auf einer Anhöhe ansichtig geworden; unsere Armee habe sich in einer Vertieffung und in einer nachtheiligen Stellung befunden. Ungefehr um 6. Ihr habe der General Marce den Angriff gethan, das Gefecht habe ohne Ordnung und erfoderliche Dispositionen bey drey Stunden gedauert; 4. commandierende Officiers von den unsrigen haben durch ihren Muth und durch ihre Bemühungen bey der fast allgemeinen Flucht die Artillerie und den Ueberrest der Armee die sich gegenwärtig in Marans befinde, noch gerettet. Dem General Marce sey von den National-Commissarien das Commando genohmen, und derselbe sogleich nach seiner Ankunft in la Rochelle in Verhaft gebracht worden. -- Diese Nachricht haben auch Deputirte aus dem Departement de la Vendee bestätiget, welche in der vorgestrigen Seßion vor dem N. Convent erschienen sind; mit dem beyfügen; die Revolutions Gegner haben nach dem erfochtenen Vortheil sich von mehr als 15. Stunden Landes bemächtiget, und seyen gegenwärtig Meister von 4. Distrikten. -- Zu einiger Beruhigung nach allen diesen unangenehmen Berichten gereichte dem N. Convent ein ebenfalls in der vorgestrigen Seßion verlesenes Partikular-Schreiben aus Ancenis vom 22., worinn gemeldet wird: die National-Garde von Nantes und den benachbarten Commünen, welche sich daselbst vereiniget, haben in 3. Colonnen einen Ausfall gethan; die Belagerer seyen zurückgetrieben und 60. von ihnen getödtet worden. Man habe sie bis in ihr Haupt-Quartier verfolgt. Ihr Anführer habe zu kapitulieren verlangt, und als Bedingung die Wiederherstellung der Privilegien und der Königl. Regierung vorgeschlagen; der Commandant der Patrioten-Armee habe ihm aber geantwortet, man kapituliere nicht mit Rebellen. Nunmehr haben die Chefs der Revolutions-Gegner sich nicht mehr sicher geglaubt; sich deswegen zu Schiff begeben und die Flucht genohmen; man habe nach ihnen geschossen, wodurch, wie man vermuthe, viele von ihnen ums Leben gekommen seyen. Es wird sich nun zeigen, ob dieser Bericht eines Partikular-Briefes sich bestätiget.

Paris, vom 29. Merz. [13]

-- Aus Nantes haben die dortigen Commissarien ebenfalls die bereits eingegangene Nachricht bestätiget, daß die dortigen National-Garde die Revoltierenden zurük geschlagen, und viele von ihnen erlegt habe; Ancenis, welches blokiert war, sey wieder frey, die National-Garden dieser beyden Städten haben sich mit einander vereiniget.

April.[]

Paris, vom 12. April. [14]

In der gestrigen Seßion hat das vollziehende Conseil dem N. Convent angezeigt, daß in den Departements, worinn die Gegen-Revolution ausgebrochen ist, die Ruhe nächstens gänzlich wieder hergestellt seyn werde. Die Communikazion zwischen Rennes und Nantes sey wieder völlig geöfnet; doch sey Nantes noch nicht ganz ausser Gefahr; aber es kommen von allen Seiten Truppen daselbst an und der General Berruyer sey im Begrif, das Haupt-Quartier der Rebellen anzugreiffen.

Paris, vom 22. April. [15]

Die Commissarien aus Nantes haben unterm 15. dieses berichtet, die Unterdrükung der dortigen Unruhen habe noch immer einen glüklichen Fortgang. Indessen scheint es damit noch nicht ganz richtig zu seyn; wenigstens nach dem, was erst noch in der Seßion am 16. einer von den Representanten des dortigen Departements im N. Conv. gesagt hat. Er bezeugte nemlich seine Verwunderung darüber, daß in der Versammlung so wenig von Nantes die Rede sey, da doch er und seine Collegen immer noch von Zeit zu Zeit beunruhigende Nachrichten von dorther erhalten. Diese Stadt sey seit einem Monat so viel als belagert, sie müsse täglich 1000. Mann zu ihrer Vertheidigung innerhalb ihrer Mauren aufbieten, und 1500. um Ausfälle gegen die Feinde zu thun; auch beklagte er sich darüber, daß man die Rebellen anstatt nach dem Innern des Landes, immer nur gegen die Küsten zu treibe, wo sie eine Landung der Engelländer begünstigen können. Es wurde hierauf dekretiert, daß der eben in Paris anwesende General Labourdonnaye dem Committe von der allgemeinen Wohlfahrt über den Zustand der Sachen Bericht abstatten soll.

Paris, vom 29. April [16]

In den nördlichen Departements, besonders in der vormahligen Provinz Bretagne, scheinen die Sachen noch immer ein sehr bedenklich Aussehen zu haben; nach einem Bericht, welcher in der vorgestrigen Seßion aus dem Departement von Mayenne und Loire mündlich abgestattet worden. Wir können, sagten sie, nicht zuverlässig wissen, wie groß die Anzahl der Feinde ist, mit denen wir es zu thun haben; überhaupt haben wir gegen die Einwohner eines Landes von 50. Stunden in der Länge, und 15. in der Breite zu kämpfen. Sie haben geschikte Anführer, sind mit einer zahlreichen Artillerie versehen und vom Fanatismus so stark beseelt, daß keine Gefahr sie schrekt. Sie kommen überall zum Vorschein, und oft, wenn man sie zerstreut zu haben glaubt, fallen sie plözlich über die Patrioten her, und überwältigen sie durch ihre Anzahl, und die Hize, womit sie gegen sie fechten. Viele von ihnen werden durch unsere tapfere Freywilligen niedergemacht, aber da diese viel schwächer an der Zahl sind, so behaupten jene öfters das Schlachtfeld. Wir haben ihnen nichts entgegen zu sezen, als einige wenige Cavallerie und Landleute, die nicht in den Waffen geübt sind. Die Nationalgarde der Stätte ist nach den Gränzen abgegangen, 600. Mann von Angers sind der Stadt Nantes zu Hülf gezogen. Noch unlängst, da wir dem Feinde eine Strecke Landes von 10. Stunden abgenohmen hatten, wurde der linke Flügel der Armee, den Legonier kommandierte, zurückgeschlagen, und nach einem 7stündigen Gefecht wurden 165. Grenadiers zu Kriegsgefangenen gemacht. Einige Tage nachher wurde der rechte Flügel unter dem General Vauvilliers umzingelt und gänzlich geschlagen; wir verlohren viele Gefangene und die ganze Artillerie fiel den Feinden in die Hände. Die Ursache von allem diesem Unglück ist die Langsamkeit des General Berrüyer und seine Weigerung mit dem Commissarien des Departements zu kommunizieren. Die Freywilligen verlassen uns täglich und wenn die Horde der Contre-Revolution bey Saumür oder Angers über die Loire geht, so können wir sie unmöglich aufhalten. Aus allem diesem erhellet, daß wir exerzierte Truppen, Waafen, Munition, Unterstüzung mit Geld, und erfahrne, patriotisch gesinnte Generalen höchst nöthig haben. Die Sache ist bereits von dem Committe der allgemeinen Wohlfahrt in Ueberlegung genommen, und von demselben Rapport abgestattet worden.

Mai.[]

Paris, vom 3. May. [17]

In der gestrigen Seßion erschienen vor dem N. Convent zween ausserordentliche Deputierte aus der Stadt Nantes, und ertheilten Nachricht von den neuen Gefahren, denen diese Stadt und das ganze Departement von der Niedern-Loire ausgesezt sey. Die Rebellen haben Vortheile erlangt; sie machen in den Städten und Dörffern, die ihnen in die Hände fallen, die Bürger und Magistratspersonen nider; die Frauen und Kinder dieser unglüklichen Patrioten haben sich nach Nantes geflüchtet. Die Deputierten verlangten eine mächtige Unterstüzung; sie haben, sagten sie, dergleichen schon vom Departement von Maine und Loire verlangt, aber dieses habe selbst Hülfe nöthig. -- Das N. C. dekretierte: daß, um den Eifer der Pariser, den nothleidenden Departements zu Hülf zu kommen, aufzumuntern, die Rede dieser Deputierten gedrukt und ungesäumt in allen Sektionen verlesen werden soll. Ausserdem wurde der abgestattete Bericht dem vollziehenden Conseil zugestellt.

Paris, vom 6. May. [18]

Der General-Commandant der Pariser-National-Garde, Santerre, erklährte am 3. dieses im General-Conseil der Commüne, daß er entschlossen sey, mit 6. erfahrnen Officiers gegen die Rebellen im Departement de la Vendee zu fechten, und indessen den Bürger Mathis als seinen Stellvertretter vorschlage. Sein Entschluß wurde, eben so wie sein Vorschlag, genehmiget. In eben dieser Session erklährten einige Sektionen, daß sie nicht eher gegen die Rebellen ausziehen würden, bis allen besoldeten Truppen in Paris, auch die Garde des N. Convents nicht ausgenohmen, der gleiche Befehl ertheilt werde.

Paris, vom 10. May [19]

Die neuesten hiesigen Blätter enthalten nicht die geringste Nachricht von den Armeen an den Gränzen? Aber aus den westlichen Departements lauten die Berichte noch immer sehr bedencklich und gefährlich. In einem Schreiben aus Nantes, welches in der Seßion am 6. dieses im N. Convent verlesen worden, wird gemeldet: Ein Corps von 800. Mann mit 2. Kanonen und einem Mörser, welches kürzlich die Rebellen bey St. Leger angegriffen, sey von denselben mit Gewalt zurük geschlagen worden; wir haben 100. Mann nebst der Artillerie verlohren. Diese Waaffen werden die Feinde nun gegen uns brauchen. -- Ein anderes Schreiben der Mitglieder vom Central-Committe der administrierenden Corps von Nantes berichtet, daß sie von dem General Vaugüyon sehr schlimme Nachrichten erhalten haben; es sey kein Augenblik zu verliehren. Die Feinde seyen gegenwärtig Meister von 25. bis 30. Stunden Landes. Alle Einwohner desselben werden mit Gewalt gezwungen, bey Todes Straffe an ihrer Revolte Antheil zu nehmen. Es seyen vielleicht bey 200,000. Menschen meistens unter den Waaffen; alle von fanatischem Eifer beseelt und entschlossen zu siegen oder zu sterben; sie marschieren oft in Corps von 30. bis 40000. Mann; es seyen grosse Gegenanstalten nöthig, und zwo furchtbahre Armeen, um mit der einen auf der Seite von Nantes, mit der andern auf der Seite von Saumür die Rebellen anzugreiffen.

Ein Schreiben vom General Bois-Güyon an den General Cantelon enthält eine umständliche Nachricht von der gänzlichen Niederlage, welche derselbe bey St. Leger erlitten. Anfänglich gieng es einiger massen gut und er hatte viele von den Feinden erlegt; aber weil er in Gefahr war von einer Colonne abgeschnitten zu werden, ertheilte er Befehle, die nicht vollzogen wurden. Die Rebellen waren wenigstens 4000. Mann stark, und hätten sich beynahe von St. Leger Meister gemacht. Mehrere von seinen Freywilligen haben auf der Flucht Flinten und Habersäke weggeworfen, und viele seyen ohne Zweifel in die Hände der Feinde gefallen. -- Von Poitiers im Departement de la Vienne in Orleanois schreibt man: Der Feind gehe mit Macht auf Moiraut los; wenn man ihnen nicht Leute und Waaffen schike, so werde auch Poitiers in der Feinde Hände fallen. In einem Schreiben aus Tours im Departement der Indre und Loire vom 6. dieses Monats heist es: die Gefahr wird täglich dringender. Die Einnahm von Argenton und die Räumung von Bressüire ist nun das Vorspiel von grösserm Unglük. Thouars wird gegenwärtig von allen Seiten angegriffen; ein Theil der Vorstädte ist bereits in feindlichen Händen. Alle Augenblicke kommen Curiers hier an mit der Nachricht von dem Mangel der Truppen an Waaffen und Munition. Man hat die Sache immer als einen blossen Aufstand angesehen, da es doch ein förmlicher Bürgerlicher Krieg ist. -- Der General Quetinau schreibt aus seinem Cantonierungs-Quartier bey Thouars unterm 5. dieses an die Administratoren vom Departement von Indre und Loire: Der Feind zeige sich immer vor seiner Linie in 3. Colonnen jede von 10. bis 12000. Mann, die eben so hizig und tapfer, als seine Leute unthätig und gleichgültig seyen. Seine Armee sey gegenwärtig auf 3000. Mann reduziert, und doch solte er damit eine Streke Landes von 14. bis 15. Stunden vertheidigen, um den Feinden das Eindringen in Touraine zu verwehren. -- Endlich erschien auch noch in der gestrigen Seßion vor dem N. Convent ein ausserordentlicher Deputierter von der Administration des Departements der Indre und Loire und sagte: Er komme, um die Gefahr, die der Republik drohe, anzuzeigen, und schleunige, nachdrükliche Hülfe zu verlangen. Die Rebellen rüken von verschiedenen Seiten zugleich an in Colonnen jede von 12. bis 15000. Mann; und wenn sie etwann in der Gegend von der Niedern-Loire einen Verlust erleiden, so gewinnen sie dafür 10. Stunden Landes in den näher gegen Paris zu gelegenen Departements. Gegenwärtig sey bereits ein Theil vom Departement der Indre und Loire in ihrer Gewalt, und vielleicht sey jzt die Stadt Chinon im Gefecht mit diesen Rebellen begriffen, welche bereits von Bressüir und Thouars sich bemächtiget, und denen am 7. dieses die Stadt Loudon die Thore eröfnet habe, nachdem sie vorher den Freyheits-Baum umgehauen, die weisse Cokarde aufgesteckt, und die weisse Fahne herumgetragen. Auf diese Nachricht habe die Administration dieses Departements beschlossen, sich nach Chinon zu begeben und dort ihre Seßionen zu halten; sie habe alle Bürger im Namen der Freyheit aufgefodert, ihr dahin zu folgen; aber sie seyen bey aller ihrer Entschlossenheit, die Republick zu vertheidigen oder auf ihrem Posten zu sterben, auch da nicht sicher, weñ man ihnen nicht schleunig zu Hülfe komme. Es sey deswegen von der Administration abgeschickt worden, um an das N. Convent das Ansuchen zu thun, es möchte dem vollziehenden Conseil anbefehlen; unverzüglich alle Bataillons der National-Garden und regulierte Regimenter, worüber dasselbe disponieren könne nach Tours und Chinon marschieren und alle zu seiner Disposition stehenden Flinten nebst Artillerie und Munition nach ersterm von gedachten Orten transportieren zu lassen; und endlich habe er den Auftrag zu verlangen, daß zur Bestreittung der ausserordentlichen Ausgaben, welche die Umstände nöthig machen, dem Departement einstweilen eine Summ von 5. oder 600000. Livres zu seiner Disposition zugestelt werden möchte. -- Auf diesen Antrag ertheilte der President des N. Convents zur Antwort: Einige Departements haben bereits Truppen marschieren lassen; Paris werde es nächstens ebenfalls thun, und die übrigen vorgeschlagenen Maas-Regeln werde das N. Convent in Berathschlagung ziehen. -- Es wurde hierauf dekretiert, daß 96. Commissarien sich in alle Sektionen von Paris begeben sollen, um dieselben zu beschleunigter Errichtung einer nach den westlichen Departements bestimmten Armee aufzufodern. Sie statteten in der gestrigen Seßion den Bericht ab, daß in den Sektionen zwar auf verschiedene Weise Maas-Regeln genohmen worden seyen, um ihr Contingent zu dieser Armee zu liefern.

Paris, vom 13. May. [20]

-- Das erste, womit die Versammlung in dieser Seßion sich beschäftigte, waren abermahlige unangenehme Nachrichten aus dem Departement de la Vendee, welche die Einnahm von Thouars und Loudün durch die Royalisten bestätigten, und ihre dortige Armee auf 20,000. Mann angeben, wobey sich 13. Kanonen und 600. Mann Cavallerie befinden.

In der vorgestrigen Seßion thaten ausserordentliche Deputierte dem N. Convent die Anzeige, daß die Rebellen gegen Partenay, Niort und St. Jeann d'Angely marschieren, um sich der dortigen Magazine zu bemächtigen. -- Barrere theilte dem N. Convent die Nachrichten mit, welche das Committe von der allgemeinen Wohlfahrt kurzlich aus den Departements, wo der bürgerliche Krieg ausgebrochen ist, und von der Armee an den Pyrenäen erhalten hat. Aus Tours berichte der dortige National-Commissar Tallien unterm 8. und 10. dieses: Daß mit der Stadt Thouars zugleich 3000. Patrioten in die Hände der Rebellen gerathen seyen: der Bürgerkrieg sey in 4. neuen Departements ausgebrochen, die Anzahl der Rebellen vermehre sich täglich; sie seyen mit Waaffen, Artillerie und Munizion versehen; Chinon werde nächstens von ihnen angegriffen werden; in Thouars liegen 15000. Mann; der General der dort gestandenen Patrioten-Armee Quetinau habe diesen Ort und seine Vertheidiger den Feinden in die Hände geliefert, diese schiken die Landleute, nachdem sie dieselben der Christlichen Religion und Ludwig XVII. Treu schwören lassen, nach Haus zurük und behalten die National-Garden der Städte. Zwar kommen aus allen dortigen Distrikten nach und nach Leute, Waffen und Munizion an, aber es mangle an erfahrnen und geschikten Offizieren. Bey der Belagerung und Einnahme von Thouars haben sich die Marseillaner bis auf äusserste gewehrt; zu wiederholten mahlen den Rebellen die weisse Fahne weggenommen; sich auf dem grossen Plaz in ein Bataillon Quarre formiert, und als der Feind von allen Seiten auf sie eindrang und sie keine Munizion mehr hatten, so haben sie sich mit aufgepflanztem Bayonnet in die Feinde gestürzt, und nur 6. von ihnen seyen übergeblieben. -- Von Angers und Nantes, sagte Barrere, seyen etwas beruhigendere Berichte eingegangen.

Paris, vom 17. May. [21]

In der vorgestrigen Seßion erhielt das N. Convent in einem Schreiben aus Saumür vom 11. dieses die Nachricht, daß der General Quetinau, den man wegen Verrätherey im Verdacht gehabt hatte, den Rebellen, in deren Hände er gerathen war, wieder entwischt sey, und sich sogleich nach seiner Zurückkunft bey dem General Ligonier gestelt habe, der ihn zu seiner eigenen Sicherheit in Haus-Arrest bringen lassen. -- In eben dieser Seßion wurde eine Petition, von 400. Sans-Cülottes von Lyon unterschrieben, verlesen, worinn sie sich über die dortigen Jakobiner beklagen, welche, das N. Convent möge es billigen oder nicht, ein Revolutions-Tribunal in dieser Stadt errichtet, wodurch 12. bis 1500. der dortigen Bürger in Gefahr seyen ihr Leben zu verliehren. Das N. Convent hat diese Petition vor das Gesezgebungs Committe gewiesen; indessen aber die Errichtung des Revolutions-Tribunals für ungültig erklärt, und den Bürgern, die man allenfalls vor dasselbe ziehen wollte, erlaubt, Gewalt mit Gewalt abzutreiben.

Die National-Commissarien in Orleans haben in einem Schreiben von daher unterm 12. dieses an das General-Conseil der Pariser-Commüne berichtet: die Stadt Tours scheine von Seite der Rebellen in Gefahr zu seyn. Man versichere, sie ziehen sich von Saumür und Poitiers weg und nach dieser Seite. Dadurch kommen sie Paris immer näher und greiffen den Posten an, der am schwächsten besezt sey. Sie könnten sich von der Loire Meister machen und Paris einen grossen Theil von der Zufuhr der Lebens-Mittel abschneiden. Noch vor wenigen Tagen habe Tours keine andere Truppen zu seiner Vertheidigung gehabt, als die Legion Germanique; die dortigen Bürger seyen wie in einer unthätigen Bestürzung.


Paris, vom 31. May. [22]

Hingegen desto erfreulichere von den Küsten bey Rochelle, woher der dortige Commissarius berichtet, daß viele Landleute vom Departement de la Vendee zu ihrer Pflicht und zu ihren gewöhnlichen Geschäften zurükkehren, und daß man hoffe, der dortige bürgerliche Krieg werde bald ein Ende haben." Das Vergnügen des N. Convents über diese leztere Nachricht wurde aber sogleich in der vorgestrigen Seßion wieder gestört durch ein Schreiben der National-Commissarien bey der Armee an der Küste von Rochelle aus Niort vom 26. dieses Monats, worinn sie berichten, daß unsere Truppen am 25. bey Fontenay von den Rebellen geschlagen worden seyen. Schon am 24, schreiben sie, erhielten wir Nachricht, daß die Armee bey Chateigneraie unter dem Commando des General Chalbos einen Angriff besorge; 3. von uns begaben sich deßwegen mit dem General Dayat zu derselben; kehrten aber, weil sie alles ruhig fanden, am gleichen Tag wieder nach Fontenay zurük. Aber sogleich nach ihrer Abreise Abends um 6. Uhr erhielt der General Chalbos Nachricht, daß die Rebellen Anstalten machen, um ihn in Chateigneraie einzuschliessen, wo er sich unmöglich halten konnte. Er fand also gut sich nach Fontenay zurükzuziehen, wo er am 25. Morgens mit der Armee ankam. Um halb ein Uhr lief der Bericht ein, daß die Rebellen auf eben der Ebene zum Vorschein kammen, wo sie am 16. dieses geschlagen worden. Man schlug nun Generalmarsch und bald darauf stand die Armee in Schlachtordnung gegenüber einer sehr zahlreichen Menge von Rebellen, die sich in 3. Colonnen formiert hatten. Sie hatten keine Artillerie, aber sie giengen mit der grösten Unerschrockenheit auf die unsrige los. Das Gefecht war sehr hizig, unsere Truppen fochten mit dem grösten Muth und waren im Begriff die feindlichen Colonnen zum Weichen zu bringen, als der General Chalbos der National-Gendarmerie zu Pferdt Befehl gab, anzugreiffen, um sie vollends zu schlagen. Auch wär es um sie gethan gewesen, wenn der Befehl befolgt worden wäre. Aber schändlicher Weise rükten nur 5. Gensdarmes gegen den Feind an; die übrigen, durch die Desertion einiger Feigen erschrekt, wichen zurük und nahmen mit verhängtem Zügel die Flucht, wobey sie unsere ihnen im Weg stehende Infanterie übern Hauffen ritten. Mehr als 30. Man von derselben wurden von den Pferdten der Flüchtlinge todt getretten. Vergebens suchten wir und die Generalen sie wieder zu sammeln, nichts war vermögend sie aufzuhalten. Endlich da die Infanterie sich von der Cavallerie im Stich gelassen sah, gerieth auch sie in Unordnung, und die Flucht wurde bald allgemein; unsere von den Rebellen aus einander gesprengte Armee wurde auf der Strasse von Fontenay nach Niort verfolgt, wo der General Dayat und der Brigadier Nouvion, welche nur 25. Gensdarmes zusammen gebracht hatten, mit denselben 200. Mann von der feindlichen Cavallerie angrieffen und zum Weichen brachten; dadurch dekten sie den Rükzug eines Theils von unserer Infanterie nach Niort, wo die Cavallerie schon einige Stunden vorher angekommen war. Unsere dort anwesenden Collegen gaben sich bey der Ankunft dieser Flüchtlinge alle Mühe, um sie zu sammeln und zu bewegen, daß sie umkehren und den Rükzug der Infanterie deken solten; aber sie richteten nichts aus. Sie zogen nun mit den so eben dort angekommenen Grenadiers von der Wache des N. Convents aus, um sich wenigstens den weitern Progressen der Feinde entgegen zu sezen. Nur etwann 7. bis 800. Mann, ausser der Cavallerie, sind von unserer Armee in Niort angekommen; die übrigen sollen sich nach St. Hermand, Marans und andern Orten begeben haben; auch ist es wahrscheinlich, was man versichert, daß viele desertiert sind. Wir sind mit den Generalen entschlossen uns hier aufs äusserste zu wehren. Aber da wir zu wenig Truppen haben, um die Aussenwerke der Stadt zu vertheidigen, so haben die Generalen die Vorposten sich in die Stadt zurük ziehen lassen. Wir glauben, uns etwann 3. Tage lang halten zu können, und hoffen innerhalb dieser Zeit die von verschiedenen Orten verlangte Verstärkung zu erhalten, und so die Republik noch retten zu können, denn es ist unwiedersprechlich, daß, wenn Niort in die Hände der Rebellen fallen solte, la Rochelle und Rochefort in der grösten Gefahr, und es alsdann äusserst schwehr seyn würde, ihren Progressen Einhalt zu thun. Es heist, wir werden morgen angegriffen werden.

Juni.[]

Paris, vom 3. Brachmonat. [23]

-- Eben auch in der gestrigen Seßion erhielt das N. C. einen nicht weniger unangenehmen Bericht von den nach Rochelle geflüchteten Administratoren des Departements de la Vendee in Poitou vom 27ten May, welche melden: der Hauptort dieses Departements Fontenay sey den Gegen-Revoluzionisten in die Hände gefallen. Unsere Munizion, Artillerie, Lebensmittel und die Papiere der Administration seyen verlohren, und die Feinde haben sich sehr grosser Reichthümmer von aller Art bemächtiget. Hingegen berichten die Commissarien bey der Armee an der Küste von Rochelle vom 28ten May aus Niort, die Rebellen seyen noch nicht vor dieser Stadt erschienen.

Paris, vom 7. Brachmonat. [24]

-- Santerre hat aus Tours unterm 31. May an den Maire von Paris geschrieben: Er sey noch immer dort und warte auf die Bataillons von Paris, welche aber nicht ankommen; er dringt auf die Beschleunigung ihres Abmarsches, und daß man sie mit Kanonen und Munizions Wagen versehen soll. Eins dieser Bataillon sey zwar so eben angekommen, aber ohne damit versehen zu seyn.

Paris, vom 10. Brachmonat. [25]

-- Das Convents-Glied, welches diese Addresse verlaß, sagte: Montpellier habe mit Bordeaux ungefähr die gleichen Gesinnungen. Gleich nachher wurde auch eine Addresse von allen constituierten Autoritäten der Stadt Rennes verlesen, worinn sie berichten: daß in dieser Stadt wircklich eine bewafnete Macht errichtet werde, die nach Paris gehen soll, nicht um gege' die Pariser zu fechten, sondern um die Ruhe in dieser Stadt herzustellen, dem N. Convent und den in Verhaft genohmenen Convents-Gliedern die Freyheit zu verschaffen, und die Ruhe-Störer und Anarchisten zu bestraffen, welche Paris unterjochen.

Paris, vom 14. Brachmonat. [26]

-- In eben dieser Seßion erhielt das N. Convent unangenehme Nachrichten von den National-Commissarien, oder (wie sie jzt heissen) Volcks-Representanten bey der Armee im Departement de la Vendee aus Tours vom 9. dieses Monats. Sie schreiben: "Die grösten Unglückfälle drohen uns. Die Rebellen machen täglich die grösten Fortschritte; unsere Armee hat eine gänzliche Niederlage erlitten; und sie gegen Angers und Tours zurückziehen müssen. Saumür ist heute in der Feinden Hände gefallen. Wir sind hier ohne Vertheidigungsmittel; unsere Truppen sind gar nicht zahlreich und wir haben Mangel an Flinten; die Rebellen scheinen die Absicht zu haben sich nach Bretagne und der Normandie zu begeben, wo sie Anhänger zu finden hoffen. Der General Menou ist ganz mit Wunden bedeckt hier angekommen. An der erlittnen Niederlage ist bloß die Feigheit einiger Bataillons schuld, welche schrien: Rette sich, wer kan!"

Paris, vom 17. Brachmonat. [27]

Noch in der Seßion am 13. wurde ein Bericht verlesen, über das unlängst bey Saumür vorgefallene Gefecht, nach dessen für uns unglücklichen Ausgang diese Stadt in der Royalisten Hände gefallen ist. Es war am 9. dieses Abends nach 4. Uhr, als das Gefecht mit Scharmüzeln den Anfang nahm. Die Feinde rükten in 3. Colonnen an, und warffen Batterien auf; sie hatten unsere Vereinigung mit 5000. Mann, die in Thouars waren, gehindert. Unsere Geschwind-Schüzen, anstatt den Marsch der feindlichen Colonnen aufzuhalten, wiechen zurük. Zwey aus regulierten Truppen bestehende Infanterie-Bataillons grieffen den Feind mit dem Bayonet an, indessen aus kleinem Gewehr und Kanonen heftig auf ihn gefeurte wurde; dieses nöthigte ihn sich mit einem Verlust von 300. Mann in der grösten Unordnung zurükzuziehen. Nun wurden diese Bataillons von der zweiten feindlichen Linie angegriffen, und weil sie nicht von der Cavallerie unterstüzt wurden, so musten sie zurükweichen. Das aus neu angeworbenen Truppen bestehende Centrum gerieth durch dieses forzierte Zurükweichen in einen solchen Schreken, daß es ganz auseinander lief. Der Feind bemächtigte sich unserer Verschanzungen. Der General Menou suchte ein Corps Cavallerie zusammen zu bringen, aber seine Leute verliessen ihn; eben dieses wiederfuhr dem General Berrier, dem wie jenem das Pferdt unterm Leib erschossen wurde. Nun zog sich die ganze Infanterie in Unordnung zurük und durch die Stadt Saumür unter beständigem Geschrey: Verrätherey! Rette sich wer kann! Dem nur eine Stunde vor dem Gefecht bey unserer Armee angekommenen General Santerre hat man noch die Rettung der Kriegs Casse und eines Theils von der Artillerie und Bagage zu danken. Nach der Uebergabe von Saumür giengen die Royalisten über die Loire und ihre Armee verbreitete sich bis in das benachbarte Departement de la Sarthe, welche, nach der Aussage einer von demselben an das N. Convent abgeschikten Deputation, aus gänzlichem Mangel an Vertheidigungs-Mitteln gegenwärtig wohl in der Feinde Händen seyn dörfte. Diese Deputation ist gekommen, um von dem N. Convent Truppen, Waaffen, Munizion und Geld zu verlangen, ohne dessen schleunige Verschaffung es mit der Freiheit ihrer Mitbürger in dortiger Gegend aus seyn werde.

Paris, vom 21. Brachmonat. [28]

In eben dieser Seßion erhielt das N. C. Nachricht von einem Vortheil, welchen unsere kleine Armee unter dem General Sandos über die Royalisten im Departement de la Vendee erhalten. Dieselben sind nemlich aus dem Schloß Hermenonde, ungeachtet ihrer über 4000 waren, von unserer blos aus 700 Mann Infanterie und 40 Reutern bestehenden Armee, mit Verlust von 12 Todten und vielen Verwundeten vertrieben worden.

Paris, vom 24. Brachmonat. [29]

Die wichtigste unter den wenigen neuen Nachrichten, welche die hiesigen offentlichen Blätter enthalten, ist der diesmalige Zustand der Stadt Nantes, zufolg des in der vorgestrigen Seßion dem N. Convent darüber abgestatteten Berichtes. Es erschien nemlich vor demselben eine Deputation dieser Stadt, welche nachfolgende Addresse im Namen ihrer Bürger übergab: "Ihr Bürger und Representanten! Wie lange werdet ihr noch über den Zustand der westlichen Departements getäuscht werden? Vom Bürgerkrieg ergriffen und verheert haben die Departements de la Vendee, von Mayenne und Loire, und von der Niedern-Loire seit 4. Monaten bey euch um Hülfe angesucht. Saumür, dieser wichtige Paß an der Loire, ist in den Händen der Rebellen. Angers ist ihnen preis gegeben worden; und nun ist auch Nantes seinem Ruin nahe. Wenn ihr dieser Stadt nicht aufs schleunigste zu Hülfe kommet, so wird sie in der Rebellen Hände fallen, und dann von euch und von der Republik getrennt wird ihr nichts übrig bleiben, als ihre Hofnungslosigkeit und die Versicherung von ihren Brüdern vergebens bedaurt zu werden. Es ist jzt nicht mehr Zeit zu gewöhnlichen Mitteln. Die Sturmglöke der Freiheit muß in der ganzen Republik ertönen; ganz Frankreich muß sich aufmachen um die Empörer zu zerschmettern. Ohne diese ausserordentliche Maasregel ist alles verlohren; der Strom wird euch in seinem reissenden Lauff mit fortreissen. Unsere Mitbürger sehen die Nothwendigkeit hievon so wohl ein, daß sie uns hauptsächlich darum mit ihrer Vollmacht versehen haben, um eine solche allgemeine Bewegung zu veranlassen. Die Einwohner der Stadt Nantes sind beständig mit ihrer Vertheidigung beschäftiget; Männer, Weiber, Kinder und Greise; alle sind entschlossen, lieber umzukommen, als die Freiheit zu überleben. Das, ihr Gesezgeber, ist der Geist, welcher die Bürger dieser berühmten Stadt beseelt, und doch hat man sie der Gleichgültigkeit, der Eigennüzigkeit und Royalistischer Gesinnungen beschuldiget. Um die treulosen zu beschämen, die sie durch innerliche Trennung in den Abgrund stürzen wolten, haben die Administratoren und Mitglieder der Volks-Sozietäten sich in einer Kirche versammelt, deren Gewölbe wiederhalten von dem Geschrey: Zu den Waaffen! Es lebe die Freiheit! Es lebe die Republik! Wenn die Einwohner von Nantes verläumdet worden sind; solte dieses nicht zufolg eines verrätherischen Plans geschehen seyn? Zwanzigmahl haben sie verlangt zu marschieren; und immer hat man sie dadurch, daß man von einem General-System sprach, davon abgehalten. Ein anderer Umstand erwekt bey uns den Verdacht, man habe uns in eine gefährliche Sicherheit eingeschläffert, um unsern Feinden Zeit zu lassen, alle ihre Mittel zusammen zu bringen. Es sind nemlich Staabs-Offiziere durch Nantes paßiert, und eben indem sie uns Unterstüzung versprachen, haben sie die Truppen, die wir höchst nöthig hatten, mit sich genommen. Wir wollen euch noch mehr sagen: In Rennes versicherte man uns, es haben seit 2. Monaten uber 40,000. Mann Hülfs Truppen den Weg gegen Nantes genommen, und doch haben wir nur einige Bataillons gesehen; wir haben keines von jenen so oft versprochenen Unterstüzungs Mitteln gesehen. Gehet, sagten darum unsere unglüklichen Mitbürger zu uns, gehet und gebet den Departements Nachricht von den uns drohenden Gefahren; sagt ihnen, wenn sie nicht umkommen wollen, so müssen sie sich aufmachen; das Verbrechen sey im Begrif zu triumphieren. Sie haben uns befohlen euch nicht eher zu verlassen, als bis ihr die Maasregeln dekretiert habet, die wir euch vorschlagen und die euere Weisheit und Theilnehmung an unserm Zustand euch noch weiter eingeben werden. Aber wenn unser Unglük keinen Trost und keine Erleichterung bey euch findet, so wollen wir zu unsern unglüklichen Mitbürgern zurükkehren, deren blutige Leichnahme wir vielleicht nur noch antreffen werden. Dann wird uns weiter nichts übrig bleiben, als unser Blut mit dem Blut unserer Brüder und Kinder zu vermischen und aus Verzweiflung zu sterben." -- Diese rührende Addresse wurde zur Abstattung des schleunigsten Rapports an das Wohlfahrts-Committe gewiesen: daß ihre Veranlassung gegründet und die gegenwärtige Lage der Stadt Nantes in der That äusserst bedenklich seyn muß, erhellet aus folgenden Umständen, welche von einigen Convents Gliedern dem Bericht der Deputation noch beygefügt wurden. Einer sagte: Die Rebellen haben sich aller der Posten wieder bemächtiget, von welchen der Muth der Einwohner von Nantes sie vertrieben hatte; zwo ihrer Armeen eine von 30., und die andere von 50,000. Mann rüken von der Morgen und Abend-Seite gegen Nantes an. Ein Sekretär verlas ein aus dieser Stadt eingelauffenes Schreiben, worinn berichtet wird, daß die Gefahr von Tag zu Tag grösser werde. Lequinio versicherte, der Zustand von Nantes sey noch viel schlimmer, als die Deputierten ihn beschrieben haben; wie man aus ganz neuen erst am vorigen Abend erhaltenen Berichten ersehe. -- Indessen wurde der Vorschlag, in der ganzen Republik die Sturm-Gloke läuten zu lassen, und alle Departements aufzubieten, als zu gewagt und gefährlich mißbilliget, und dafür vorgeschlagen: man soll von dem Wohlfahrts-Committe eine Auskunft darüber verlangen, warum der General Biron, welcher das Ober-Commando in dortigen Gegenden hat, so unthätig bleibe, und wie stark seine Armee sey? -- Ein Mitglied dieses Committe verlas hierauf ein Schreiben von den Volks-Representanten im Departement de la Vendee aus Tours vom 18, dieses, worinn er berichtet: Er habe kürzlich in Niort den General Biron an der Spize einer muthigen ungefehr aus 25,000. Mann bestehenden Armee gefunden; in der Gegend von Sables d'Olonne kommandiere Boulard eine andere Armee von 12000. Man, und in Tours versammle man gegenwärtig eine dritte, die noch zahlreicher als die bey Niort seyn werde; alle 3. Armeen, die also über 60,000. Mann ausmachen, und mit allem erforderlichen gut versehen seyen, werden zugleich aufbrechen, um Nantes zu Hülfe zu kommen. -- So hätte man also von dorther nächstens etwas wichtiges und entscheidendes zu erwarten. Dem N. Convent wurde bey diesem Anlaß auch im Namen des Wohlfahrts-Committe angezeigt, daß Leute, die von den Rebellen zu Kriegsgefangenen gemacht und wieder losgelassen worden, nach Haus zurükkommen, und sich auf ihre von der Kathol. Armee erhaltenen Certifikate nicht wenig einbilden, und den Eid für gültig halten, wodurch sie sich anheischig gemacht haben, nicht mehr gegen die Royalisten zu dienen. Es wurde sogleich gegen alle dergleichen als freygelassene Kriegsgefangene oder sonst ohne Erlaubniß von der Armee zurükkehrende Soldaten ein Dekret abgefast, und auf jeden Fall die Straffe bestimmt.

Paris, vom 28. Brachmonat. [30]

In der Seßion am 24. ist zufolg des vom Wohlfahrts-Committe abgestatteten Rapports auf die von den ausserordentlichen Deputierten aus Nantes übergeben Addresse nachfolgendes dekretiert worden: Es sollen ungesäumt 4. Mitglieder des N. Convents sich in die mittlern und westlichen Departements von Frankreich begeben, um die dortigen Bürger zur Ergreiffung der Waaffen gegen die Rebellen im Departement der Vendee aufzufordern; das National-Schazamt soll die Summ von 500,000. Livres in die Casse des Distrikts von Nantes abgeben, um die erforderlichen Ausgaben zu bestreiten; es soll in der Stadt Nantes eine Central Correspondenz-Commission errichtet werden, welche aus den in die benachbarten Departements abgeschikten Volks-Representanten, 2. Mitgliedern von jeder Administration und 2. Mitgliedern von den Popular-Sozietäten bestehen soll; die in die mitlern und westliche' Departements abgeschickten Volks-Representanten sollen mit ihren Collegen bey der Armee im Departement der Vendee und mit den Generalen gemeinschaftlich für die Beschüzung von Nantes und die Unterstüzung seiner patriotisch gesinnten Bürger sorgen; und das Wohlfahrts-Committe soll sie zu dem End mit einer Instruktion versehen. -- Uebrigens sind seit den leztern Nachrichten von dem Zustand der Sachen in Bretagne keine Berichte von solcher Beschaffenheit eingegangen, wodurch die Neugier des Publikums der erregten Erwartung gemäß befriediget werden könnte. Alles hiehergehörige besteht in einem Schreiben von 2. National-Commissarien an die Pariser-Commüne aus Tours, und einem von dem General Biron an den Kriegs-Minister aus Niort, beyde vom 22. dieses. Jene melden: die in Saumür gewesene Armee der Rebellen gehe aller Vorstellungen ihrer Chefs ungeachtet auseinander; mehr als die Hälfte haben sich schon wegbegeben, um ihre Feldfrüchten einzusammeln. Saumür sey von ihnen geräumt; man versichere, es seyen ihrer noch 7. bis 8000. beysammen und gehen auf Angers los, u. s. w. -- Der General Biron schreibt: Er habe den Generalen Chalbos und Salomar den Auftrag gegeben, mit einem starcken Detaschement sich von Bürseau, einem wichtigen Posten der Rebellen zu bemeistern; die Unternehmung sey auch vollkommen gelungen, und es seyen dabey, ohne den geringsten Verlust auf unserer Seite, 200. Rebellen geblieben und 20. gefangen worden. Ueberhaupt würde alles an diesem Tag nach Wunsch gegangen seyn, wenn nicht bey dem Rückzug der zu dieser Expedition gebrauchten 6. Bataillons die gröste Unordnung geherrschet hätte: (über deren Beschaffenheit aber der General sich nicht bestim'ter erklährt hat.)

-- Noch erschienen in eben dieser Seßion 4. Administratoren vom Departement der Eure und Loire und berichteten, die Stadt la Fleche im benachbarten Departement de la Sarte sey seit dem 23. in der Rebellen Händen, Mans, der Hauptort dieses Departements, sey ebenfalls in Gefahr, und wenn das N. C. nicht die wirksamsten Maaßregeln nehme, so werde nichts die Rebellen aufhalten können, bis nach Chartres vorzurüken, den Hauptort des Departements der Eüre und Loire. Da nun dieses an das Departement, worinn Versailles der Hauptort ist, und dieses leztere an das Departement von Paris gränzt, so kan man sich leicht vorstellen, daß eine Nachricht von dieser Art in dem N. C. ziemlich Aufsehen gemacht haben werde. Indessen wurde dasselbe zum Theil wieder beruhigt, da der von Birons Armee zurükgekommene Volks-Representant, Tallien, sagte, diese Armee befinde sich gegenwärtig in einer vortheilhaften Lage, und die in Tours sey 30,000. Mann starck.

Juli.[]

Paris, vom 5. Heumonat. [31]

Das N. Convent erhielt in der Seßion am 1. dieses Monats Depeschen von seinen Commissarien oder den Volks-Representanten bey der Armee an der Küste von Brest, worinn sie aus Nantes unterm 27. Junius berichten: Die bevorstehende dieser Stadt drohende Gefahren haben sie bewogen zu deklarieren, daß sich die selbe in dem Zustand der Belagerung befi_de. (Die jüngst erwähnten über die Rebellen erfochtene Vortheile scheinen also nicht sehr entscheidend gewesen zu seyn.) Sie haben deswegen gemeinschaftlich mit dem General Canclaux und den konstituierten Autoritäten eine Proklamazion publizieren lassen und Verfügungen getroffen, deren Genehmigung sie von dem N. C. verlangen. In der Proklamazion fordern sie die Einwohnern von Nantes auf, die Freiheit aufs standhafteste zu vertheidigen und sagen unter anderm: Da diese Stadt auf allen Seiten von Feinden umringt sey, so sey es höchst nöthig, daß das die belagerten Städte betreffende Gesez vollzogen werde und die Sorge für ihre Vertheidigung nicht mehr bey der bürgerlichen Autorität stehe, und also die bewafnete Macht künftig nur nach den Befehlen der militärischen Chefs agiere. Das N. Convent hat diese Verfügungen der Volks-Representanten in Nantes genehmiget.

Paris, vom 8. Heumonat [32]

Die Volcks-Representanten bey der Armee an der Küste von Rochelle haben in ihrem Schreiben aus Saumür vom 1. dieses dem N. Convent berichtet: daß sie am 30. Junius daselbst mit der Avant-Garde angekommen, und die ganze Armee ihnen folge; sie haben sogleich unter lautem Zuruf des Volcks den Freyheits-Baum wieder aufrichten, und die dortige Citadel in Vertheydigungsstand sezen lassen; viele von den Verräthern, welche Saumür den Feinden in die Hände geliefert haben, seyen bereits in Verhaft genohmen und ihre Güter eingezogen worden.

In der vorgestrigen Seßion erhielt das N. Convent Nachricht, daß Nantes gerettet sey. Partikular-Briefe hatten schon am Tag vorher das Gerücht verbreitet; ein Mitglied des N. Convents zeigte diesen Brief zufolg demselben an, daß die Royalisten in der Nacht vom 29. auf den 30. Junius Nantes angegriffen, aber zurückgeschlagen worden seyen und so viel Volck verlohren haben, daß man ihre Armee als nicht mehr vorhanden ansehen könne. Dieser vorläufige Bericht ist nun durch offiziellen Depeschen von den dortigen Volck-Representanten und Generalen bestätiget worden. Einer der ersten, Merlin, schreibt darüber aus Nantes selbst vom 30. Junius folgendes: vorgestern und gestern den ganzen Tag ist diese Stadt belagert worden, aber ohne einigen Erfolg. Die 18. Stunden lang daurende Belagerung endigte sich mit einem Gefecht, welches zum Ruhm der tapfern Einwohner von Nantes und der sie unterstüzenden muthigen Garnison ausgefallen ist. Schon seit dem 28. war die Stadt lebhaft bombardiert worden, allein man hat das Kanonenfeuer eben so lebhaft erwiedert; wir hielten indessen dieses blos für einen falschen Angriff. Am 29. kamen die Rebellen in 3. starcken Kolonnen zum Vorschein, jede mit 20. Kanonen versehen; eine dieser Colonnen bestand aus 8000. Mann auserlesener Truppen; das Gefecht daurte den ganzen Tag, schon um Mittag hatten wir viele von den Feinden erlegt, und besonders mehrere Officiers; endlich bey Anbruch der Nacht benahm die tapfere Gegenwehr der Einwohner von Nantes den Rebellen vollends allen Muth; sie lieffen mit sehr grossem Verlust aus einander und haben sich bis auf 3. Stunden weit zurück gezogen. Dem General Canclaux, welcher unsere Truppen anführte, ist eine Kugel durch das Kleid gefahren und seinem Adjutanten, der sich neben ihm befand, hat eine Kanonen-Kugel den Schenken gequetscht. Die Anzahl unserer Verwundeten belauft sich auf 150., die Anzahl der Todten wissen wir noch nicht bestimmt. Die Stadt Nantes, auf welche sich die Rebellen sichere Rechnung machten, blieb während der 18stündigen Belagerung ganz still und ruhig, die dortigen Uebelgesinnten wurden durch die nachdrücklichsten und schärfsten Maas-Regeln in Schranken gehalten. Unter der 8000. Mann starcken feindlichen Kolonne waren über 300. Deutsche, und man hat unter ihnen Todten Desertörs von der Legion Germanique und andere gefunden, welche Rosenkränze auf den Hüthen hatten. -- Mit diesem Bericht stimmt auch der vom General Beysser überein, welcher die Defensions-Arbeiten und Operazionen dirigierte. Ein Scheiben des General Canclaux aus Nantes vom 2ten dieses sagt: der am 29. erfochtene Sieg sey noch vollständiger, als er in den ersten Berichten angegeben worden: die Rebellen seyen gänzlich ausgerottet; man wisse zuverläßig, daß mehrere ihrer Anführer geblieben seyen; wenn sie noch nicht über die Loire zurückgegangen seyen, so komme dieses bloß daher, daß die Truppen von Nantes zu sehr ermüdet waren, um sie weit zu verfolgen.

Nicht glüklicher als bey Nantes geht es den Royalisten bey Niort und Bessüyre. Der General Westermann hat darüber an den General Biron folgendes berichtet: Ich habe die Patrioten von Parthenay an den Rebellen auf eine ausgezeichnete Weise gerächet; ich habe sie in Amaillon, wo sie sich zuerst versammelt hatten, angegriffen, sie geschlagen, dieses Dorf der Plünderung Preis gegeben, und in Brand stecken lassen, nachdem vorher alle darinn gefundene Beute den Einwohnern von Parthenay zugestellt worden. Morgen werde ich nach Bessüyre marschieren, wo ich die dort sich aufhaltenden 15000. Rebellen ebenfalls zu vertreiben hoffe; das Schloß des Escüre, eines ihrer Anführer, habe ich in Brand steken und von Grund aus zerstören lassen; den Escüre selbst aber nur um wenige Stunden verfehlt. Die Plünderung von Amaillon hat unter den Rebellen Schreken verbreitet, und viele von ihnen kehren nach Haus zurük. Beaurepaire, auch einer von ihren Chefs, ist ums Leben gekommen. -- In einer zweiten Depesche an General Biron schreibt Westerman: Ich bin wircklich in Bessüyre; die Rebellen sind da, so wie in Amaillon geschlagen worden; morgen gehe ich nach Chatillon, wo ich sie gleichfalls zu vertreiben hoffe. -- Auch dieses ist zufolg einer in der gestrigen Seßion erhaltenen Nachricht geschehen; Westermann hat sich der Stadt Chatillon bemächtiget, wo das Haupt Quartier und das Central Committe der Rebellen war. Vor dem Einmarsch der Franzosen in diese Stadt ist ein zwostündiges Gefecht vorgefallen, in welchem die Rebellen 2000. Mann, 5. Kanonen und alle ihre Munition und Lebensmittel verlohren haben. Die Fahne der Kathol. Armee ist weggenommen worden; sie ist weis, mit 3. in Gold gestikten Lilien; 600. Französische Kriegsgefangene und die Weiber und Kinder der Richter und Administratoren von Parthenay waren in Chatillon in Verhaft; Westermann hat sie nun in Freiheit gesezt. Dieser General hat Verstärkung und Lebensmittel von Niort erhalten; er marschiert nun gegen Cholet und von da gerade nach Nantes.

Paris, vom 12. Heumonat. [33]

Die Volcks-Representanten bey der Armee an der Küste von Brest haben in einem Schreiben aus Nantes vom 2ten dieses Monats berichtet; die Rebellen haben die dortigen Gegenden noch nicht ganz geräumt, sondern beschiessen noch von Zeit zu Zeit die dasigen Vorstädte mit glühenden Kugeln; ihr Feuer werde aber nachdrücklich erwiedert. Zugleich melden sie, daß sie dem General Süreau, ungeachtet sie ihm zugleich das Zeugniß eines guten Officiers geben, wegen verschiedenen begangenen Fehlern das Commando genohmen haben. -- Die erste Nachricht, daß nemlich die Rebellen sich noch in dortiger Nachbarschaft befinden, haben sie noch in einem zweyten Schreiben vom 3. dieses wiederholt und bestätiget.

Die kürzlich über die Royalisten erhaltenen Vortheile scheinen eben nicht sehr grosse Folgen gehabt zu haben. Wenigstens hat das N. Convent in den beyden Seßionen am 9. und 10. Nachricht erhalten von zwey Vorfällen bey Lüzon und Chatillon, die nicht beweisen, daß die Uebermacht der Patrioten über die Rebellen sehr groß sey. In der ersten dieser beyden Nachrichten theilt ein National-Commissär bey dem Tribunal in Rochelle von dem am 4. dieses bey Lüzon vorgefallenen Gefecht nachfolgende Umstände mit: 6600. Rebellen seyen mit 4. Kanonen gegen diesen in Poitou gelegenen Ort anmarschiert, indessen die dortigen Republikaner nur höchstens 1800. Mann waren. Kaum sey die Kanonade angegangen, so habe der General Sandos Befehl zur Rückzug gegeben, und sich auch wirklich mit 800 Mann und der Artillerie zurükgezogen. Seine übrigen Truppen haben es für schimpflich gehalten, vor den Rebellen zu weichen, und ohne General und Kanonen dieselben auch wirklich geschlagen, ihnen die Kanonen weggenohmen, ungefehr 400 von ihnen getödet, und 120 zu Kriegsgefangenen gemacht -- Zugleich mit dieser Nachricht erfuhr auch das N. C., daß die Volks-Representanten in Rochelle bereits den General Sandos abgesezt, in Verhaft nehmen lassen und das Commando dem General Boissiere übergeben haben. Nach einem Dekret des N. C. soll Sandos vor das Revolutions-Tribunal gebracht werden.

Die andere obenerwähnte Nachricht kommt ebenfalls aus la Rochelle von den Deputierten des N. C. bey der dortigen Armee, welche melden: der General Westermann habe sich am 5ten dieses bey Chatillon von den Feinden überraschen und umringen lassen; sein ungefehr aus 3000 Mann bestehendes Corps sey übel behandelt und der Rest gänzlich zerstreut worden, 11 Kanonen seyen den Feinden in die Hände gefallen; Westermann habe sich mit dem Ueberrest der Legion, die seinen Namen führt, gegen St. Maixence und Niort zurükgezogen.

Diesen Berichten zufolg ist dem General Westermann das Commando genohmen, und derselbe zur Verantwortung vor das N. C. beruffen worden. Das Wohlfahrts-Committe hat dem N. C. anzeigen lassen, daß die Administratoren von Montpellier ein Central-Comitte der allgemeinen Wohlfahrt errichtet haben, um mit den Departements zu korrespondieren. Dieses Comitte habe unter anderm auch erkannt, daß alle Mitglieder des gegenwärtigen N. Convents nach Endigung desselben zur Verantwortung gezogen und von der Nation über sie geurtheilt werden soll. Weil ein anwesendes Mitglied diesen Schluß Beifall ertheilte, so wurde er zur dreytägigem Verhaft in der Abtey verurtheilt.

Paris, vom 15. Heumonat [34]

Schon in der Seßion am 12. dieses berichteten die National-Commissarien in den westlichen Departements, daß Ancenis im Departement der Niedern-Loire, worinn Nantes die Hauptstadt ist, von den Patrioten in Besiz genommen worden, und die Armeen von Niort und Tours, deren Hauptquartier gegenwärtig in Angers sey, sich vereiniget haben.

Paris, vom 19. Heumonat. [35]

Die Volks-Representanten bey der Armee an den Küsten von Brest hatten unterm 14. dieses aus Ancenis berichtet, der in Nantes kommandierende General Beysser sey nun auch ein Verräther und Revoluzions-Feind. Kaum haben am 5. dieses die Commissarien des N. Convents Nantes verlassen, so sey von den administrierenden Corps dieser Stadt ein Schluß abgefast worden, worinn sie erklären, daß sie das N. C. und seine Commissarien nicht mehr anerkennen, und Beysser habe diesen Schluß unterschrieben; welcher auch dem General Canclaux zugeschikt worden sey, nebst einer Einladung, demselben beyzutretten und ihn den Volks-Representanten zu kommunizieren. Auf diese Nachrichten erklärte das N. Convent den General Beysser und die Administratoren von Nantes, welche den obenerwähnten Schluß unterzeichnet, für Vatterlands-Verräther und des Schuzes der Geseze verlustig. Aber in der gestrigen Seßion wurde ein zweites Schreiben der Volks-Representanten aus Ancenis vom 15. verlesen, welches beruhigendere Berichte enthält. Die gutgesinnten Bürger in Nantes, heist es in diesem zweiten Schreiben, das dortige General-Conseil der Commüne und der Distrikt haben es dahin gebracht, daß die föderalistische Akte vom 5. wiederruffen worden; auch Beysser habe seine Beystimmung zu diesem Schluß zurük genommen, und das Commando in Nantes dem vom Ober-Befehlshaber Canclaux ernannten Officier abgetretten. Zugleich habe der dortige Distrikt die Ankunft der Constitutions-Akte und die Zusammenberuffung der Primar-Versammlungen mit der grösten Feyerlichkeit proklamieren lassen. Indessen herrsche doch immer noch in Nantes eine starke Gährung. Die Unruhstifter sezen das Volk in Bewegung, und dasselbe verlange daß Beysser wenigstens für jzt noch das Commando in der Stadt behalten soll. Auch habe das Departement diesen Officier in seine Seßion eingeladen, und da habe derselbe unter lautem Geschrey einer zahlreichen Versam'lung das Commando, von welchem er abgesezt worden, aber nur einsweilen, wieder übernommen, bis die National-Commissarien über die zu seinen Gunsten gemachten Vorstellungen einen Ausspruch würden gethan haben. Wirklich haben sich auch am 15. bey diesen Commissarien 4. Deputationen von Nantes, eine vom Departement, eine vom Distrikt, eine vom Conseil der Commüne und eine von der National-Garde eingefunden mit dem Ansuchen, daß sie den General Beysser wieder in sein Commando einsezen möchten; sie haben ihnen aber zur Antwort ertheilt: Der Ausspruch hierüber komme dem N. Convent zu. -- Dieses hat nun auf diesen zweiten Bericht sein obenerwähntes Dekret von der vorgestrigen Seßion gegen den General Beysser und die Administratoren von Nantes zurük genommen; dich aber diesen nebst dem Presidenten und Prokureur-General-Syndik des Departements der Niedern-Loire und einem Mitglied des dortigen Distrikts und des General-Conseils der Commüne von Nantes zur Verantwortung und Mittheilung der nöthigen Erläuterungen vor sich beruffen.

Paris, vom 22. Heumonat. [36]

Die Volcks-Representanten bey der Armee an der Küste von la Rochelle haben in einem Schreiben vom 15. dieses dem N. Convent Nachricht ertheilt von einem beträchtlichen Vortheil, welchen die Truppen der Republik eben an diesem Tag bey Chemigne, im Departement de la Vendee über die Rebellen erhalten. Die Armee dieser leztern war 20,000. Mann stark. Nachdem das Gefecht mit einem lebhaften Musketenfeur den Anfang genommen, wurde es bald allgemein und endigte sich gänzlich zu unserm Vortheil. Die Cavallerie und Husaren trugen am meisten dazu bey, daß die republikanischen Truppen Meister vom Schlachtfeld blieben. Die Generalen Berthier, Menou und Santerre, dieser leztere an der Spize der Pariser, haben mit viel Muth und Einsicht agiert. Die Niederlage der Rebellen soll vollständig und ihr Verlust beträchtlich seyn.

Paris, vom 26. Heumonat. [37]

-- Eben auch in der gestrigen Seßion that Barrere dem N. C. die Anzeige, daß die Nachrichten aus dem Departement de la Vendee nicht günstig lauten. Es werde demselben nächstens ein Rapport über den Zustand der Armee im Innern des Landes vorgelegt werden. Der in Paris angekommene General Düpüy habe Bericht darüber abgestattet. Das Committe sey bereits damit beschäftiget, den Kriegs Minister in den stand zu sezen, daß man diese Armee verstärcken und wieder vereinigen könne; denn, ohne daß so zu sagen ein Schuß geschehen, habe sie gar nicht den Muth von Republikanern gezeigt. -- So lautet diese freylich noch sehr unbestimmte Anzeige; auf welche sich vermuthlich auch ein Schreiben des General Santerre vom 20. dieses an die Commüne von Paris bezieht, worinn er unter anderm sagt: "Ihr wisset, was für einen unglüklichen Tag wir gestern gehabt haben. Vorgestern kam im Artillerie-Park Feur aus, ungeachtet dessen wir den Feind, der uns angrief, schlugen. Aber damals waren die Truppen ruhig. Gestern hingegen war es nicht so; eben als Munizion ausgetheilt wurde grief uns der Feind an, weil es regnete, so haben viele schlechtgesinnte Bürger unter dem Vorwand, daß ihr Schieß Pulver naß sey, über 2000. Schüsse gethan. Der in der Nähe befindliche Feind merkte, daß Unordnung bey uns herrsche, welcher die Officiers gröstentheils nicht zu steuren im Stand sind. -- Weitere Umstände von dem, was vorgegangen seyn muß, enthält auch dieses Schreiben nicht. Sie müssen also erst noch erwartet werden. Nur klagt Santerre überhaupt über die mißliche Lage der Truppen, die gegen innerliche Feinde fechten müssen, und besonders über den Mangel an Lebens-Mitteln.

Paris, vom 29. Heumonat [38]

Barrere stattete noch in der gleichen Seßion im Namen des Wohlfahrts-Committe den jüngst angekündigten Rapport ab, betreffend den gegenwärtigen Zustand der Sachen im Departement de la Vendee. Derselbe bestand in Verlesung verschiedener Schreiben der dortigen N. Com'issarien, der Generalen und der Commissarien von exekutiven Conseil. Das erstere dieser Schreiben aus Saumür vom 19ten dieses enthält die umständlichste Nachricht betreffend die von der Patrioten-Armee erlittene Niederlage und muß deswegen vollständig mitgetheilt werden; es lautet so:

"Seit dem Anfang des Kriegs gegen die Rebellen, welche die westliche Departements verwüsten, ist immer auf jeden Sieg, die wir erhalten haben, ein noch grösserer Unglücksfall gefolgt. Das haben wir nun abermahls erfahren. Am Tag nach der Schlacht bey Flines trat unsere siegreiche Armee, nachdem sie einen Tag und eine Nacht unter dem Gewehr zugebracht hatte, mit der Avant-Garde voraus, den Marsch an, um die Rebellen bey Montaigü anzugreiffen. Kaum war sie abmarschiert, so berichtete der General Menau, die Feinde haben diesen Posten geräumt und sich gegen Caron zurückgezogen. Als wir in Vige ankamen, fanden wir Spuren von der eilfertigen Flucht der Feinde. Man ließ eben die Armee, die seit 48. Stunden auf dem Marsch war, sich erholen; als zwo zahlreiche Colonnen der Feinde zum Vorschein kamen. Sogleich wurde General-Marsch geschlagen; die in Schlacht-Ordnung gestellte Armee zog dem Feind entschlossen entgegen; aber seyn Marsch war so schnell, er zerstreute sich so geschwind in die Kornfelder und in das niedrige Gehölz, daß unsere Vorposten sich zurückziehen mußten. Aber bald hernach durch Verstärckung unterstüzt nahmen sie ihre vorige Stellung wieder ein und die Rebellen wurden zum Weichen gebracht. Auf diese Bewegung erfolgte ein fürchterliches Feuren, welches 4. Stunden lang anhielt, und erst bey einbrechender Nacht aufhörte, weil wir besorgten, unsere verschiedenen Korps möchten in der Dunkelheit selbst auf einander schiessen. Die Armee blieb die ganze Nacht unter den Waafen, um ihre Stellung zu behaupten und in der Erwartung, am folgenden Tag wieder angegriffen zu werden. Aber der Feind hatte sich zwo Stunden weit zurückgezogen, nachdem er am vorigen Tag einen ansehnlichen Verlust erlitten, indessen unsere auf Anhöhen postierten und durch Zäune gedeckten Truppen nur wenige Leute verlohren hatten. Die Kavallerie hatte wegen der unebenen Beschaffenheit der Gegend nicht an dem Gefecht Antheil nehmen können. Der General Menou grief allein mit einigen Officiers etwan 100. Rebellen an, aber er bekam eine Kugel in den Leib, die ihm jzt noch heftige Schmerzen verursachet, indem sie noch nicht hat können herausgenohmen werden. Die Vorposten und Patrullen hatten in starcker Anzahl Vormittags die Gegend durchzogen und kein Feind war zu sehen. Aber um Mittag kamen die Rebellen auf einmahl aus dem Gehölz heraus. Es entstand von beyden Seiten eine heftige Kanonade. Unsere Avant Garde wurde zurückgeschlagen und retirierte sich in Ordnung gegen der Haupt-Armee; als auf einmahl mehrere Bataillons, ohne auch nur einen Schuß zu thun, Verrätherey schrien und unter der Armee eine vollkommene Flucht veranlasten. Die Feigheit war groß, die Unordnung schnell, und es konnte derselben durch keine menschliche Macht gesteurt werden. Die Stricke an den Artillerie-Pferdten wurden entzwey gehauen; eine grosse Anzahl Soldaten flüchteten sich durch die Kornfelder, der Feind machte sich die Verminderung unserer Anzahl zu Nuz, rückte schnell vor und grieff uns an. Jzt warfen die Soldaten ihre Habersäcke und Flinten weg, um desto geschwinder fliehen zu können. Der Feind verfolgte uns lang; der gröste Theil unserer Truppen zog sich nach Saumür zurück, wo man sich alle Mühe giebt, sie wieder zu sammeln. Noch wissen wir unsern Verlust nicht bestimmt; er kan an Todten nicht sehr beträchtlich seyn, ausser bey einigen Bataillons, die standhaft auf ihrem Posten blieben und den Rückzug eines theils der Armee deckten, während dem die übrigen die Flucht genohmen hatten. Gefangene müssen wir viele verlohren haben. Unsere Artillerie bestand aus 21. Kanonen, von denen 5. oder 6. in feindliche Hände gerathen sind, aber alle vernagelt. Die Bagage und Wagen hatten zum Glück eine Stunde vorher Befehl erhalten, nach Saumür zurück zu kehren; sonst wären sie auch weggenohmen worden. Es herrscht gegenwärtig bey unserer Armee die gröste Verwirrung. Uebrigens haben mehrere Ursachen das Ihrige zu dieser Niederlage beygetragen. Die Armee war seit 3. Tagen immer unterm Gewehr gewesen und durch einige auf einander erfolgte Gefechte ermüdet. Es hatte 3. Stunde lang geregnet und sie wurde unversehens, eben da sie zu Mittagessen wollte, angegriffen. In einem Artillerie-Park war Feuer ausgegangen, und mehrere durch die ausserordentliche Explosion einiger Pulverwagen verursachte Unglücksfälle hatte Verwirrung veranlaßt. Ueberhaupt ist zu bemerken, daß eben dieses sich auch bey Chemille ereignet hat, und daß auf dieses verrätherische Signal die Feinde uns angegriffen haben. Die übrigen Ursachen liegen in der Einrichtung und Beschaffenheit der Armee; sie besteht grossentheils aus neuangeworbenen Bataillons, von denen die meisten nichts vom Dienst verstehen, und unbrauchbar oder sogar schädlich sind. Dieser bürgerliche Krieg, der immer mehr ein entschiedenes Ansehen gewinnt, kan nicht anderst mit Vortheil geendiget werden, als wenn wir mehrere Truppen bekommen, die bereits Kriegsdienste gethan haben; auch haben wir mehr Infanterie und Scharfschüzen ~~thig, weil die Kavallerie uns wegen der Beschaffenheit des Landes nur wenige Dienste leisten kan."

Mit dieser Nachricht stimmt überein ein Schreiben der Administratoren vom Departement der Indre und Loire aus Tours vom 21. dieses; eines von dem Commissar der Sektion der Gardes Francoises, und eines von den Mitgliedern der Central-Commißion in Tours, welches noch den Bericht beyfügt von einer nach jener Niederlage vorgefallenen Aktion bey Pont de Ce, wohin sich ein Theil der geschlagenen Patrioten-Armee, so wie andere nach Saumür, und noch andere nach Chinon, begeben hatte. Nach diesem leztern Bericht wurde eine republikanische Patrulle von 8. bis 900. Rebellen angegriffen, aber von 1200. Mann aus dem Lager bey Pont de Ce unterstüzt; worauf sie die Feinde mit einem ansehnlichen Verlust zurück schlugen, das Schloß worinn sie sich befunden hatten, in Besiz nahmen und in Brand steckten.

August.[]

Paris, vom 2 Augstmonat. [39]

Einer der Volcks-Representanten in dem ehmaligen Bretagne berichtet aus Angers: dass die Rebellen, welche sich schon der Brücke und des Schlosses von Ce bemächtiget hatten, am 28. des vorigen Monats mit ansehnlichem Verlust von da vertrieben und zum Rückzug genöthiget worden seyen. Ihre Absicht sey gewesen, sich auch von Saumür und Angers Meister zu machen; aber die erlittene Niederlage habe nun ihren Plan vereitelt. --

Paris, vom 9. Augstmonat. [40]

In eben dieser Seßion stattete der General Chalbos Bericht ab von einem vollständigen Sieg, welchen am 1. dieses bey Lücon 1500 Franzosen über 20,000. Rebellen erfochten, die in 3. Colonnen anrükten, um diese Stadt zu überfallen, und in dem Gefecht 2000. Mann, nebst 3. Kanonen und einem Munizions Wagen verlohren. -- Es haben dieser Seßion über 1200. Deputierte der Primar-Versammlungen, die auf das morndrige National-Fest hieher gekommen sind, beygewohnt.

Paris, vom 16. Augstmonat. [41]

-- Berichte aus dem Departement der Vendee thun eines neuen über die dortigen Rebellen erfochtenen Sieges Meldung; es seyen nemlich 1000. Mann von denselben bey Doue von 600. Patrioten geschlagen und zwo Stunden weit verfolgt worden, wobey von den Rebellen 300. gefangen und viele, die sich in Kellern versteckt hatten, getödtet worden.

-- In der gestrigen Seßion berichteten die Volksrepresentanten aus Nantes vom 11. dieses: Einer der Rebellen-Anführer, Charet habe gedrohet, durch einen Angrif auf Nantes und Paimbeuf die Feyer des 10. Augusts zu stören; es sey aber nicht geschehen. Nur das Fort Chateau-deau sey angegriffen aber muthig vertheidiget, und die Rebellen mit ansehnlichem Verlust abgetrieben worden.

Paris, vom 19. Augstmonat. [42]

In der vorgestrigen Seßion wurde ein Schreiben der Volks Representanten bey der Armee an der Küste von Rochelle aus St. Hermand vom 14, dieses verlesen, worinn sie berichten: die Rebellen haben sich seit einigen Tagen in grosser Anzahl bey Chantonnay und Mortagne versammelt, um Lücon anzugreiffen. Am 14. seyen sie 40,000. Mann stark in 3. Colonnen angerükt. Nun sey es zwischen ihnen und der unter dem General Tong stehenden Division von der Republikanischen Armee zu einem Gefecht gekommen, in welchem so wie auf der darauf erfolgten Flucht die Feinde bey 5000. Mann verlohren haben sollen. Unsere Avantgarde postierte sich zu St. Hermand, und wir werden die Feinde noch weiter verfolgen. Es waren nur 6000. Republikaner, die diesen Sieg erfochten, der sie nur 30. Mann kostete, und wobey wir 16. Kanonen erobert haben.

Paris, vom 26 Augstmonat. [43]

Ein Schreiben aus dem Departement de la Vendee an ein Convents-Glied meldet: Die Royalisten haben daselbst eine neue Niederlage erlitten; 20,000. derselben, die sich in das Schloß Oie und die dortigen Gegenden zurük gezogen, seyen angegriffen, von dort mit grossem Verlust verjagt, und das Schloß von den republikanischen Truppen in Brand gestekt worden.

Paris, vom 30. Augstmonat. [44]

Nach diesen neuesten und wichtigsten Begebenheiten wollen wir auch noch dasjenige nachholen, was in den frühern Seßionen des N. Convents vorgekommen ist. -- Am 26ten erhielt dasselbe von seinen Commissarien bey der Armee an der Küste von Rochelle die Anzeige, daß sie den dort kommandierenden General Roßignol supendiert haben. Dieses Verfahren wurde aber in einer der folgenden Seßionen mißbilliget, Roßignol in seine Befehlshaber-Stelle wieder eingesezt und die Commissarien zurück und zur Verantwortung vor das N. Convent beruffen. -- Der Commandant von Dünkirchen berichtete, daß er von dem Herzog von Jork zur Uebergabe dieses Plazes aufgefodert worden sey, dieselbe aber standhaft abgeschlagen habe. -- In der Seßion am 27. wurde ein Schreiben von einem Officier bey der Armee an der Küste von Rochelle aus Poitiers vom 23. verlesen worinn er berichtet: Man habe neue Vortheile über die Royalisten erhalten; ihre Armee fliehe vor den Generalen der Republick; man habe sich ihres Proviants und ihrer Munition bemächtiget; ein aus Saumür angekommener Kurier habe die Nachricht überbracht, es seyen 7. mit Pulver und Kugeln beladene Schiffe weggenohmen worden, welche die Engelländer den Rebellen zuschicken wollten; ein Theil von der Kathol. Armee sey bey Pont de Ce desertiert, und mit Waafen und Bagage zu den unsern übergegangen, und wir haben nur noch gegen 6000. Mann zu kämpfen. -- In eben dieser Seßion verlaß Barrere verschiedene bey dem Wohlfahrts-Committe eingelauffene Briefe; unter andern einen aus Saumür vom 22., worinn die dortigen Commissarien berichten: es seyen an diesem Tag 5000. Mann von der gewesenen Maynzer-Besazung daselbst angekommen, und 5000. werden am folgenden Tag erwartet; die Armeen von Niort und Büsson seyen in Bewegung; die Rebellen fliehen vor denselben; diese beyden Armeen verbrennen die Gehölze und Waldungen, um das Land offen zu machen; Cholet und Mortagne, die beyden feindlichen Haupt-Quartiere seyen in unsern Händen; die Anzahl der dort gefundenen Munition wisse man noch nicht bestimmt, und es seyen (so sagt der Bericht) über 20000. von den Rebellen bey diesem Anlaß umgekommen.

September.[]

Paris, vom 6 Herbstmonat. [45]

In der Seßion am 3ten theilte das Wohlfahrts-Com'itte dem N. Convent von seiner Correspondenz unter andern Nachrichten auch diese mit, daß zufolg eines offiziellen Schreibens aus Chambery die vom General Kellermann in das Departement Mont-Blanc abgeschickten Verstärckungen die Piemontesischen Truppen genöthiget haben sich zurück zu ziehen; und daß die Royalisten-Armee im Departement der Vendee zwey fruchtlose Angriffe gethan habe; und bey Parthenay, und zwischen Essarts und la Mothe-Achard gänzlich geschlagen worden sey. Man habe ihnen alle Bagage, 300. Gefangene und 5. Kanonen weggenohmen.

Paris, _om 9. Herbstmonat. [46]

-- Ueberhaupt kan man sich kaum vorstellen, was für heftige Meynungen, welche gewaltsame Entwürfe ankündigen, gegenwärtig von Seite der herrschenden Parthey geäussert werden. Aber freylich müssen auch die neuesten Ereignisse und Nachrichten mancherley Besorgnisse bey ihnen veranlassen. So ist unter anderm in der Seßion am 5. ein Schreiben der Volks-Representanten bey der Armee an der Küste von Brest vom 3. dieses Monats verlesen worden, welches für diese Parthey eben nicht sehr beruhigend lautete. Zwar rühmen sie den Muth und Eifer der republikanischen Truppen zum Kampf gegen die Royalisten in den dortigen Gegenden und berichten, daß dem unlängst abgefasten Dekret zufolg die Waldungen, Gehölze, Dörfer und überhaupt alle Aufenthalts Oerter der Rebellen ohne Verschonen in Brand gesteckt werden. Aber dann fügen sie noch bey: "Da wir es uns immer angelegen seyn lassen, euch die Wahrheit zu sagen, so that es uns leid zu vernehmen, daß in euerer Versammlung vergrösserte Nachrichten und lugenhafte Briefe verlesen werden. (Gleichwohl waren die hier gemeinten Berichte von den Volks-Representanten in Saumür eingeschikt worden.) Man hat euch berichtet, Cholet und Mortagne, die feindlichen Haupt Quartiere, seyen von unsern Truppen eingenommen worden, 20,000. Rebellen seyen ums Leben gekommen, und ihre Anzahl sey auf 6000. reduziert; alles dieses ist nicht wahr. Cholet und Mortagne sind noch in der Rebellen Händen, und ihr Verlust ist bey weitem nicht so groß, als man ihn angegeben hat. Sie werden ohne Zweifel ausgerottet werden; aber bis das geschehen ist, wird noch manches Gefecht vorfallen, dergleichen von Aristokraten herrührende falsche Nachrichten sollen euch einschläffern: u. s. w."

Paris, vom 11. Herbstmonat. [47]

Die neuesten Nachrichten von hier aus vom 12. dieses sind ausgeblieben. Die vom 10. und 11. berichten folgendes: In der Seßion am 9. wurde ein Schreiben des Volks-Representanten, Gillet, bey der Armee an der Küste von Brest aus Nantes vom 6. dieses Monats verlesen, worinn er meldet: Gestern haben wir von 7. Uhr Morgens bis Abends um 4. Uhr mit den Rebellen gefochten, und diese sind gänzlich geschlagen worden. Sie griefen uns auf 3. verschiedenen Seiten an, wurden aber überal muthig zurückgeschlagen; 4000. patriotische Soldaten haben 15000. Feinde in die Flucht gejagt; wir hatten nur 34. Verwundete, und noch weniger Todte; die Rebellen haben mit Inbegriff der Verwundeten 1500. Mann verlohren, nebst einer Kanone. Unsere Truppen haben sich auf eine Art verhalten, die über alles Lob erhoben ist. -- Die erste Colonne von der ehmaligen Mainzer Besazung ist hier in Nantes eingerükt. Die Absicht der Rebellen bey ihrem gestrigen Angrif war, diese Vereinigung zu verhindern, aber sie ist nun zu stand gebracht, und jenen bleibt nichts weiter übrig, als sich der alles vermögenden Gewalt der Nation zu unterwerfen. -- So lautet dieser Bericht; mit dem Beysaz, daß die republikanischen Truppen auch schon am 2. dieses einen Vortheil erfochten haben. Die Rebellen kantonnierten nemlich auf einem benachbarten Schloß, von welchem sie der General Beysser an der Spize von 1000. Mann gegen 6000., mit Verlust von 200. Todten auf feindlicher Seite verjagte.

Neuere Nachrichten aus dem Departement der Vendee melden, die schon lange unterbrochen gewesene Communikazion mit Pont de Ce sey nun wieder hergestellt, und die Anhöhen von Ligny, wo sich die Rebellen verschanzt hatten, seyen von unsern Truppen eingenohmen worden. Jene seyen in 3. Colonnen von neuem angerückt, aber mit einem Verlust von 300. Todten zurückgeschlagen worden, wobey einige ihrer Anführer geblieben seyen.

Paris, vom 16. Herbstmonat [48]

Barrere zeigte in der Seßion am 11. dem N. Convent im Namen des Wohlfahrts-Committe an, daß die republikanische Armee unter dem Commando des General Tunck bey Chantonnay und Lüsson von den Royalisten geschlagen und bis auf 1000. Mann reduziert worden sey. Die Royalisten waren bey 30,000. Mann stark, Tunck war eben, als seine Armee angegriffen wurde, von derselben abwesend. Der General Chalboz, welcher diese Nachricht in einem Schreiben aus Fontenay vom 6. dieses meldete, berichtet zugleich, er wurde sich von dort nach Niort zurückziehen, und den General Tunck, so bald man seinen Aufenthalt erfahre, in Verhaft nehmen lassen.

-- Am 6ten 7. und 8. dieses ist zufolg eingelauffener Nachrichten, die vormahlige Besazung von Mainz in Nantes eingerückt. Ihre Avantgarde, mit der Armee an der Küste von Brest vereiniget, hat sogleich am 9. mit ihren Operationen den Anfang gemacht unter dem Commando des General Beysser; sie hat den Hafen St. Pere, den wichtigsten Posten der Royalisten jenseits der Loire angegriffe' . sich desselbe' bemächtiget; man fand daselbst sehr viel Munizion u. Lebensmitte.

Paris, vom 20. Herbstmonat. [49]

Das N. Convent hat in seiner Seßion am 16. abermahls Nachricht erhalten, daß die Republikanischen Truppen über die Royalisten in Bretagne und dortigen Gegenden verschiedene ansehnliche Vortheile erhalten. Der General Roßignol berichtete nemlich in einem Schreiben aus Saumür vom 14.: Es sey an diesem Tag überal Sturm geläutet worden, die Landleute haben sich aufgemacht, und 150. tausend Mann haben sich mit unsern Truppen vereiniget. Die Rebellen haben sich dieser Bewegung vorkommen wollen, seyen in 3. Colonnen an 3. verschiedenen Orten, bey Doue, Thouars und Herbault angerükt und haben unsere Truppen angegriffen; seyen aber überal geschlagen worden; hauptsächlich bey Thouars, und auch bey Doue. Von unserer Avantgarde unter dem General Santerre; von dem bey Herbault erhaltenen Sieg habe man noch keine umständliche Nachrichten. Man habe den Feinden 3. Kanonen und eine Haubize nebst 3. Pulver-Wagen abgenommen; nun verfolge man sie, und hoffe innerhalb 3. Tagen den Freyheitsbaum in Montagne, einem ihrer Haupt Quartiere, aufzurichten. Die Volks Representanten bey der dortigen Armee bestätigen diese Nachricht.

-- In der gestrigen Seßion berichtete ein Volks-Represenant bey der Armee an der Küste von Brest aus Nantes vom 17: Die Armee dieser lezt~~ Stadt mache immer glüklichere Fortschritte; die rechte Seite des Wegs von Nantes bis Rochelle bey gänzlich von den Rebellen gesäubert. Die Stadt Leger, ihr vornehmster Aufenthalts-Ort in dieser Gegend, sey angegriffen und eingenommen worden. Sie haben sich an die Avantgarde der Mainzer-Besazung gewaget, aber bey diesem Angriff 200. Todte verlohren. In Leger habe man 15. Kanonen 2. Pulver-Wagen, nebst Kugeln und vielen Kartätschen gefunden, die sie bey Räumung dieser Stadt zurück gelassen. Von da sey die republikanische Armee gegen Montaigu angerükt; und nach so eben eingegangenen Berichten soll auch dieser Ort in unsern Händen seyn.

Paris, vom 23. Herbstmonat. [50]

Ein Volcks-Representant hat aus Montaigu, im Departement der Vendee, unterm 16. die bereits erwähnte Einnahme dieses Orts durch die republikanischen Truppen bestätiget mit dem Beyfügen, daß die Rebellen bey diesem Vorfall 1500. Todte verlohren, und die übrigen sich nur durch die Flucht gerettet haben; auch Clissot, ein wichtiger Posten, sey ihnen abgenohmen worden. -- Die neuesten Nachrichten aus dem Departement der Vendee vom 17. sagen: 20000. Franzosen seyen aus Fontenay le Peuple mit sehr vielen brennbahren Materialien ausgezogen, sie verbrennen alles, was ihnen auf ihrem Weg aufstoßt, die erschrockenen Rebellen fliehen, ohne zu fechten und haben die Stadt Chateigneraie verlassen, wo unsere Truppen nun eingerückt seyen.

Paris, vom 27. Herbstmonat [51]

Aus dem Departement der Vendee sind Berichte eingegangen, die für das N. Convent eben nicht erfreulich waren. Ein Schreiben aus Montaigu vom 21. hat nemlich gemeldet, daß die Avant-Garde der Maynzer-Besazung einen Verlust erlitten und einige Kanonen nebst 2. Haubizen verlohren habe, und daß der General Roßignol den Divisionen von Lücon und Fontenay Befehl zugeschickt habe, sich zurück zu ziehen. Dieses bestätigte bald darauf ein zweytes Schreiben aus Montaigu vom 22ten, doch mit dem Beyfügen, daß der Feind nachher wieder zum Weichen gebracht, und ihm die eroberte Artillerie wieder abgenohmen worden sey. -- Aus Saumür schreiben die dortigen Volks-Represenanten vom 21ten: die Royalisten haben am 18. und 19. die Franzosen mit Verlust eines Theils ihrer Artillerie zurückgetrieben; jene befinden sich neuerdings auf den Anhöhen von Chemille und scheinen Saumür angreiffen zu wollen, um von da über die Loire zu gehen und sich der Verfolgung der Maynzer-Armee zu entziehen; man werde aber von unserer Seite alles anwenden um dieses Unglück zu verhüthen.

Oktober.[]

Paris, vom 4. Weinmonat. [52]

In eben dieser Seßion stattete Barrere im Namen des Wohlfahrts-Committe den von demselben verlangten Rapport ab über den Zustand der Sachen im Departement der Vendee: Nach demselben daurt der dortige abscheuliche Krieg noch fort; die Bemühungen der Republik sind bisher fruchtlos gewesen; man muß den bisherigen schlechten Erfolg den unzusammenhängenden Maaßregeln zuschreiben, die man befolgt hat. Die Rebellen, welche anfänglich weder Kanonen noch kleines Gewehr hatten, haben nachher alles bekommen. Ausserdem, daß die Engelländer ihnen dergleichen verschaften, sind sie auch vermittelst der verschiedenen Vortheile, welche sie über die Patrioten erhalten, damit versehen worden. Nach den neuesten Berichten scheint ihre Armee 100,000. Mann stark zu seyn, von denen 50,000. gut bewafnet sind. Ihre Anführer habe alle Mañspersonen von 10. bis 66. Jahren aufgebotten; die Weiber selbst dienen als Schildwachen. Man hatte ihnen eine ansehnliche Kriegsmacht entgegen gestellt. Aber ein panischer Schreken, dessen Ursache man bis jzt noch nicht weist, hat in dem Gefecht am 18. unter unsern Truppen Furcht verbreitet; sie verhalten sich gegenwärtig bey Saumür und Angers nur defensiv. Unser Verlust ist blos dadurch veranlast worden, daß man den gemachten Plan zu dem Feldzug nicht befolgt und ausgeführt hat. Unbrauchbare Wege, Eifersucht unter den Generalen, vielleicht auch Mangel der Disciplin unter den Soldaten haben zum Theil die Ausführung desselben verhindert. Indessen ist ein Theil unseres erlittenen Verlustes wieder gut gemacht worden. Die überall siegreiche Mainzer-Besazung ist noch immer im Besiz von den Ufern der Loire, und hat die Communikazion zwischen Saumür und Nantes erhalten. Es sind bereits grosse Maaßregeln genommen worden, und diesen hat nun das N. C. noch folgendes Dekret beygefügt: 1) Die Armee an der Küste von Brest soll nun mit der Armee an der Küste von Rochelle vereiniget werden und mit derselben nur Eine ausmachen, welche den Namen der westlichen Armee führen wird; 2) das vollziehende Conseil soll den Ober-Befehlshaber vorschlagen, welcher diese Armee kommandieren wird. Dieser ist Lechelle; 3) das N. C. verläst sich auf den Muth dieser Armee, um den Krieg im Departement der Vendee bis am 20. Oktober zu endigen. Die Dankbarkeit der Nation erwartet dem zufolg nur den 1. November, um die Belohnungen zu bestimmen für die Generalen und Armeen, welche alsdann die Republik von ihren Feinden werden befreyt haben.

Paris, vom 7. Weinmonat [53]

In einem andern in eben dieser Seßion verlesenen Schreiben der Volks-Representanten aus Nantes vom 29. des vorigen Monats berichten dieselben dem Wohlfahrts-Committe: Unsere dortige Armee habe Montaigü und Clisson wieder erobert und sey nun im Begriff auf Mortagne loszugehen. Zwar sey ihre gegenwärtige Lage mitten unter so vielen Fanatikern und Aristokraten nicht wenig gefährlich; aber das Vatterland könne sich auf ihren Muth verlassen. --

Paris, vom 11. Weinmonat. [54]

In der Seßion am 7. dieses sagte Reubel in dem N. Convent; er habe zwar von seinem vormahligen Collegen in Maynz, Merlin, in einem Schreiben vom 5. die Nachricht erhalten, daß Mortagne von den republikanischen Truppen den Royalisten in der Vendee weggenohmen worden sey. Aber die Nachricht sey unglücklicher Weise nicht gegründet. Mortagne habe wohl sollen angegriffen werden, aber diese Hofnung sey nun verschwunden. Die vormahlige Maynzer-Besazung sey schon auf dem Marsch gewesen, um sich mit der Colonne unter dem General Chalbot zu vereinigen, als dieser Befehl ertheilt, nicht zu der Maynzer-Armee zu stossen. Nun befinde sich diese, auf allen Seiten verlassen, mitten unter den Rebellen, und könne keine Unterstüzung von Saumür her erwarten.

Paris, vom 14. Weinmonat. [55]

-- Endlich ist auch von den Volks-Representanten bey der westlichen Armee, von welcher nun der General Echelle das Commando übernommen, der Bericht eingeschikt worden in einem Schreiben aus Saumür vom 9. dieses: Die dortige Armee vereiniget mit derjenigen unter dem General Chalbos habe die Royalisten, 20,000. an der Zahl, bey Chatillon geschlagen; worauf Westermann gegen diesen Ort angerükt sey, woraus sich die Feinde geflüchtet mit Zurüklassung von 2. Kanonen, ihrer Drukerey und wichtiger Schriften. Nächstens werde nun die ganze Armee auf Cholet und Mortagne losgehen, wo man hoffe, bald den Freyheitsbaum aufrichten zu können. Die Franzosen verbrennen alles unterwegs.

Paris, vom 21. Weinmonat. [56]

In der gestrigen Seßion erhielt das N. Conv. durch ein Schreiben des General Echelle, Ober-Befehlshaber der westlichen Armee, aus dem Haupt-Quartier in Cholet vom 17. dieses die Nachricht, daß Cholet und Mortagne nun wirklich in den Händen der republikanischen Truppen seyen. Mortagne sey, als unsere Armee davor ankam, von den Royalisten bereits geräumt gewesen; nur die Besazung war noch darinn, welche niedergemacht wurde. In Cholet haben sie 28. Munizions-Wagen und einige Artillerie zurückgelassen und sobald unsere Truppen ein wenig ausgeruhet, werde man sie bis in ihre lezten Verschanzungen verfolgen.

Paris, vom 25. Weinmonat. [57]

Das wichtigste, was die neuesten hiesigen Blätter enthalten, ist die Nachricht, daß nunmehr der innerliche Krieg im Departement der Vendee so viel als geendiget und die dortigen Royalisten-Armee beynahe gänzlich besiegt und ausgerottet sey; wenn anders diese Nachricht sich durch ihre Folgen bestätiget. Dieselbe wurde dem N. Convent in der vorgestrigen Session, in welcher Moses Bayle zum erstenmahl präsidierte, von Barrere im Namen des Wohlfahrts-Comitte mitgetheilt in einem Sch_eiben der Volcks-Representanten bey der westlichen Armee aus Angers vom 21. dieses, mit dessen Inhalt auch ein Schreiben des Befehlshabers der genannten Armee, General Echelle, übereinstimmt. Sie schreiben unter anderm: Die Einnahm von Mortagne und der Sieg bey Chatillon habe die Vereinigung unserer Armeen erleichtert, welche auf ihrem Marsch alles in Brand stekten und dadurch der Rebellen Armee einen heilsamen Schreken einjagten. Nach der Einnahm von Mortagne und Cholet, und einem, wiewohl vergeblichen Versuch von Seiten der Feinde, die erstere von diesen Städten wieder zu erobern, wobey sie 10. Kanonen und viel Volk verlohren; flüchteten sie sich nach Beaupreau, ein durch Natur und Kunst befestigtes Schloß, wo sie in Sicherheit zu seyn glaubten; aber wir überfielen dasselbe, und nahmen abermahls die Flucht gegen St. Florent, wo wir sie wiederum geschlagen und 5500. Republikaner in Freyheit gesezt haben. Von da sezten sei in gröster Eil und Verwirrung in Schiffen über die Loire. Beauchamp, einer ihrer Anführer, starb sogleich nach der Ueberfahrt an seinen Wunden; sein Tod ist für uns so viel wehrt, als ein erfochtener Sieg; Delbeck, ein anderer von ihren Chefs, ist am äussersten. Wir können nun sagen, das Departement der Vendee existiere nicht mehr; denn das Land, worinn wir gesieget haben, ist nichts weiter, als eine grosse Wüste, wo man, Cholet, Mortagne und St. Florent ausgenommen, nichts weiter antrift, als Hauffen von Asche und Leichnamen. Die Ueberreste der Rebellen Armee hatten sich jenseits der Loire bey Ancenis gesammelt; wir griefen sie an und nahmen ihnen abermals 11. Kanonen weg. Nun verfolgen wie sie; und man sagt, sie ziehen sich gegen Cande zurück. In dieser Nacht brechen wir auf, um sie zwischen dieser Stadt und Laval abzuschneiden; und wir werden nicht ruhen, bis wir sie ganz ausgerottet haben.

Paris, vom 28. Weinmonat. [58]

Von dem General Echelle, Ober-Befehlshaber der westlichen Armee, hat man in einem Schreiben aus Nantes vom 23. die Nachricht erhalten: Die Division von Nantes befinde sich in 2. Colonnen auf dem Marsch; die eine unter West_rmann nach Rennes, und die andere nach Ancenis; die Royalisten flüchten sich vor beyden, ohne sich in ein Gefecht einzulassen; sie scheinen die Absicht zu haben, irrgendwo eine Colonne zu etabliren, denn sie haben 4500. Weiber und Kinder bey sich, aber man habe alle Maasregeln genommen, sie in kurzer Zeit gänzlich auszurotten. --

In der gestrigen Seßion erhielt das N. C. von seinem Mitglied Bourbotte bey der westlichen Armee aus Chateau-Gouthier vom 26. ein Schreiben, worinn er meldet: Unsere Avant-Garde 3000. Mann stark, ist am 24. dieses von Angers aufgebrochen, um den Rebellen auf ihrem Marsch zu folgen; am 25. kamen wir hier an, wo die Feinde eben weggezogen waren, um sich nach Laval zu begeben, welches sie auch nach einem kleinen Gefecht mit unsern Truppen erreichten. Wir marschierten ihnen sogleich nach. Die Feinde hatten sich während der Nacht in einen Hinterhalt gelegt, aus welchem sie auf uns schossen, ohne uns grossen Schaden zu thun. Das nächtliche Gefecht daurte 2. Stunden, und wir wurden darinn einen vollkommenen Sieg erhalten haben, wenn unsere Cavallerie Detaschementer ihre Schuldigkeit gethan hätten. Unser Rükzug hieher geschah indessen in guter Ordnung. --

November.[]

Paris, vom 4. Wintermonat. [59]

Von Nantes berichten die dortigen Volcks-Representanten sie haben Coustard, auch einen von den proscribirten Convents-Deputierten, aufgefunden und schicken ihn wircklich nach Paris. -- In der Seßion am 1ten dieses erschien vor dem N. Convent eine Deputation von der Bürgerschaft in Nevers und überbrachte ein grosses silber-vergoldetes Kreuz, 2. Bischoffs Stäbe und 17. Kisten voll Kirchen-Geräth; unter diesen Reliquien und Kostbarkeiten, die auf einige Millionen geschäzt werden, befand sich auch eine Herzogs Krone von vergoldetem Silber, welche ein Gerichts Diener auf Befehl des N. Convents mit den Füssen in Stücken zertretten mußte.

Weil die Administrationen in der Nachbarschaft von Laval, wohin sich die Royalisten aus dem Departement der Vendee begeben, keine Verfügungen getroffen hatten, sie an ihrer dortigen Ausbreitung am rechten Ufer der Loire zu verhindern, und sie sogar von einigen Commünen ohne Widerstand aufgenohmen worden sind; so hat das N. Convent dekretiert, daß künftig dergleichen Ortschaften, eben so wie die Gränz-Städte, die sich ohne einen Sturm ausgehalten zu haben, an den Feind ergeben, geschleift werden und das Vermögen ihrer Einwohner der Republick anheim fallen soll.

Paris, vom 8. Wintermonat. [60]

Die übrigen politischen und militarischen Nachrichten von hieraus sind auch diesmahl weder zahlreich, noch wichtig. Laloi ist seit gestern President des N. Convents. -- In der Seßion am 9. dieses stattete Barrere im Namen des Wohlfahrts-Comitte einen Bericht ab von dem gegenwärtigen Zustand der Ueberbleibsel, wie er's nannte, von der Cathol. Armee, oder den Royalisten im Departement der Vendee. Dieser Schwarm von Flüchtlingen, sagte er, sey jzt im Besiz von dem Departement der Mayenne; sie haben da für eine kurze Zeit eine Consistenz bekommen, und suchen einen Ausgang, aber keinen festen Siz. Aus den verschiedenen eingelauffenen officiellen Berichten erhelle, daß, da das Departement der Sarthe schleunig eine 25000. Mann starke republikanische Armee mit Waaffen und Lebens-Mitteln versehen, die Rebellen es nicht gewagt haben, einen Einfall in dasselbe zu thun; die Maynzer-Armee in Angers halte sie zurük, und so werden sie es nicht versuchen über die Loire zurük zu gehen; Rennes und die übrigen westlichen Städte seyen auch bewafnet, um gegen sie zu fechten. Ein anderer Bericht melde, sie haben Laval geräumt; jzt befinden sie sich in Domfron, und scheinen die Absicht zu haben, auf Avranches loszugehen. Ueberhaupt habe das Comitte Maaßregeln genommen, um sie am Uebergang über die Loire zu verhindern, und Befehl ertheilt, sie nächstens anzugreiffen. -- Der Volks-Representant Merlin ist aus dem Departement der Vendee zurük gekommen, und hat in der vorgestrigen Seßion ebenfalls Bericht von dem dortigen Zustand der Sachen abgestattet. Dieses Departement sey, Cholet und einige Dörfer ausgenommen, ein Aschenhauffe; durch eine unbegreifliche Verrätherey haben 7000. Franzosen das linke Ufer der Loire nicht genugsam bewacht, und so seyen 10,000. von den Rebellen über diesen Fluß paßiert; aber nun machen sich die dortigen Departements mit gesamter Macht auf, um sie vollends auszurotten. -- Von Mez berichten die dortigen Volks-Representanten, sie haben alle gut gesinnten Bürger aufgebotten, um gegen den Feind zu marschieren, und ihr Aufgebott habe die beste Wirkung gehabt.

Paris, vom11. Wintermonat. [61]

Von Angers berichten die Volcks-Representanten bey der West-Armee: Dieselbe habe dort einige Rast-Tage gehalten, um von ihren Siegen und Strapazen auszuruhen, und sich mit neuen Kleidungs-Stücken versehen zu lassen, indem die Soldaten keine Schuhe, Strümpfe und Hemder mehr hatten. Nun werde diese Armee ungesäumt wieder aufbrechen und die Rebellen von allen Seiten einschliessen. Sehr viele Priester und Royalisten haben bereits ihr Leben auf dem Schaffot verlohren, und das gleiche Schicksahl erwarte alle übrigen. -- Indessen scheint es doch fast ausser Zweifel zu seyn, daß unsere Truppen im Departement der Vendee neuerdings Verlust erlitten haben. Die Jakobiner und das Wohlfahrts-Committe beobachten zwar darüber ein tiefes Stillschweigen, aber offentliche Blätter reden davon und melden unter anderm folgendes: Die französische Armee brach aus ihrem Lager zwischen Chateau-Gonthier und Laval auf, fest entschlossen, in diese leztere Stadt einzudringen, wenn die Rebellen sich zur Gegenwehr sezen sollten; die Armee marschirte in der besten Ordnung, als einige Flinten-Schüsse von den im Hinterhalt liegenden Rebellen anzeigten, daß die Avant-Garde angegriffen werde. Bald darauf entstand ein heftiges Musketen- und Kanonenfeuer. Das Haupt-Corps postierte sich rechts und links auf Anhöhen, welche unüberwindlich schienen; aber durch eine unbegreifliche Fatalität nahmen diese Colonnen, anstatt ihre tapfere Brüder zu unterstüzen, welche seit einer Stunde dem Feind Wiederstand thaten, die Flucht eben da man ihrer am meisten bedurfte. Diese Bewegung theilte sich sogleich der ganzen Armee mit; die Generalen gaben sich vergebens Mühe, sie wieder zu sammeln, man zog sich bis nach Lion-d'Angers zurück. Unser Verlust ist beträchtlich: die Generalen Bloux und Beaugüy sind tödlich verwundet.

Paris, vom 15 Wintermonat. [62]

Das N. Convent erhielt in der Seßion am 10ten dieses von seinen Commissarien bey der West-Armee in einem Schreiben aus St. Gilles sür Vic vom 6ten folgende Nachricht von einem Vortheil, welchen die Französische Armee über einen Theil der Rebellen, welche Charrette in Noirmoutier kommandirte, erhalten haben soll: Die 4. Armeen des Charrette, Jolly, Savin und Düclourly sind von 1200. Mann unserer Truppen geschlagen worden. Wir waren kaum nach nach St. Gilles zurückgekommen, so erhielten wir die Nachricht, daß der Posten von Pas-Opton sich hieher zurückziehe, und daß eine starcke feindliche Colonne anrücke, um uns anzugreiffen. Man lief zu den Waafen, jeder begab sich an seinen Posten; unsere Verschanzungen waren mit 9. Kanonen besezt, und Abends um 8. Uhr kamen die Feinde zum Vorschein. Ein wohl unterhaltenes Feur aus kleinem und grossem Gewehr brachte sie bald zum Weichen. Nach etwan 3. Viertelstunden veränderten die Feinde den Angriff, und indessen ein Theil der feindlichen Colonne den ersten auf der linken Seite unserer Verschanzungen fortsezte, gieng ein anderer Theil auf das Centrum derselben los. Unsere braven Republikaner siegten bald über alle Schwürigkeiten, und da das Gefecht um Mitternacht aufhörte, so dachten wir, es werde bey Tages-Anbruch wieder angehen, vernahmen aber zu unserer Verwunderung durch einen unserer Freywilligen, der gefangen worden, aber wieder losgekommen war, daß die Rebellen in gröster Unordnung die Flucht ergriffen und ihre Anführer vergebens alles angewendet haben, um sie wieder zu sammeln. Nach dem Anblick des Schlachtfeldes zu urtheilen, müssen die Feinde eine grosse Anzahl Verwundeter gehabt haben, sie sind aber, so wie die Todten, weggebracht worden. Von unsern Leuten, sezt der Bericht hinzu, ist auch nicht ein Mann weder getödet noch verwundet worden. -- Wircklich ein sonderbahrer Umstand!

Quellen.[]

  1. Historisch-militärisches Handbuch für die Kriegsgeschichte der Jahre 1792 bis 1808. Von A. G. Freiherrn von Gross. Amsterdam, im Verlage des Kunst- und Industrie-Comptoire. 1808.
  2. Chronologisches Register der fränkischen Revolution, von Eröffnung der ersten Versammlung der Notablen, bis zur Einführung der Consular-Regierung, 22. Febr. 1787 - 15. Dec. 1799. Von D. E. L. Posselt. Bedeutend vermehrt und fortgesetzt von Karl Jochmus, Königlich-Preußischem Geheimen Sekretär. Tübingen, in der J. G. Cotta'schen Buchhandlung. 1808.
  3. Der Krieg in der Vendée. von J. W. von Archenholz vormals Hauptmann in Königl. Preußischen Diensten. Zweites Stück. Feldzug des französischen Generals Westermann in der Vendée. Leipzig und Hamburg 1794.
  4. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 29. May, 1793. Num. 43.
  5. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 15. Brachmonat, 1793. Num. 48.
  6. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 14. Augstmonat, 1793. Num. 65.
  7. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 24. Augstmonat, 1793. Num. 68.
  8. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 11. Herbstmonat, 1793. Num. 73.
  9. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 19. Weinmonat, 1793. Num. 84.
  10. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 26. Weinmonat, 1793. Num. 86.
  11. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 30. Merz, 1793. Num. 26.
  12. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 3. April, 1793. Num. 27.
  13. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 6. April, 1793. Num. 28.
  14. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 20. April, 1793. Num. 32.
  15. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 1. May, 1793. Num. 35.
  16. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 8. May, 1793. Num. 37.
  17. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 11. May, 1793. Num. 38.
  18. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 15. May, 1793. Num. 39.
  19. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 18. May, 1793. Num. 40.
  20. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 22. May, 1793. Num. 41.
  21. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 25. May, 1793. Num. 42.
  22. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 8. Brachmonat, 1793. Num. 46.
  23. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 12. Brachmonat, 1793. Num. 47.
  24. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 15. Brachmonat, 1793. Num. 48.
  25. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 19. Brachmonat, 1793. Num. 49.
  26. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 22. Brachmonat, 1793. Num. 50.
  27. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 26. Brachmonat, 1793. Num. 51.
  28. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 29. Brachmonat, 1793. Num. 52.
  29. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 3. Heumonat, 1793. Num. 53.
  30. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 6. Heumonat, 1793. Num. 54.
  31. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 13. Heumonat, 1793. Num. 56.
  32. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 17. Heumonat, 1793. Num. 57.
  33. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 20. Heumonat, 1793. Num. 58.
  34. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 24. Heumonat, 1793. Num. 59.
  35. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 27. Heumonat, 1793. Num. 60.
  36. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 31. Heumonat, 1793. Num. 61.
  37. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 3. Augstmonat, 1793. Num. 62.
  38. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 7. Augstmonat, 1793. Num. 63.
  39. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 10. Augstmonat, 1793. Num. 64.
  40. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 17. Augstmonat, 1793. Num. 66.
  41. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 24. Augstmonat, 1793. Num. 68.
  42. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 28. Augstmonat, 1793. Num. 69.
  43. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 4. Herbstmonat, 1793. Num. 71.
  44. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 7. Herbstmonat, 1793. Num. 72.
  45. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 14. Herbstmonat, 1793. Num. 74.
  46. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 18. Herbstmonat, 1793. Num. 75.
  47. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 21. Herbstmonat, 1793. Num. 76.
  48. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 25. Herbstmonat, 1793. Num. 77.
  49. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 28. Herbstmonat, 1793. Num. 78.
  50. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 2. Weinmonat, 1793. Num. 79.
  51. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 5. Weinmonat, 1793. Num. 80.
  52. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 12. Weinmonat, 1793. Num. 82.
  53. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 16. Weinmonat, 1793. Num. 83.
  54. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 19. Weinmonat, 1793. Num. 84.
  55. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 23. Weinmonat, 1793. Num. 85.
  56. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 30. Weinmonat, 1793. Num. 87.
  57. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 2. Wintermonat, 1793. Num. 88.
  58. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 6. Wintermonat, 1793. Num. 89.
  59. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 13. Wintermonat, 1793. Num. 91.
  60. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 16 Wintermonat, 1793. Num. 92.
  61. Post- und Ordinari Schaffhauser Mittwochs-Zeitung. Vom 20. Wintermonat, 1793. Num. 93.
  62. Post- und Ordinari Schaffhauser Samstags-Zeitung. Vom 23 Wintermonat, 1793. Num. 94.
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