Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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[Regiments Pannewitz zu Fuß] - [Weißes Grenadierbataillon] - [Prinz von Preußen] - [König Friedrich Wilhelm III. von Preußen]


N. 18. Regiment des Königs.[]

[1]
(Potsdamsche Inspektion.)

Garnison. Potsdam; Brandenburg (Gr.); Spandau (3).

UniformHorvathInfanterie18.jpg

Uniform. Rosenfarbige Aufklappen, Aufschläge, Kragen und Unterfutter; auf jeder Klappe 6 breite weiße Schleifen mit Puscheln, 2 schmale über dem Aufschlage, 2 unter der Klappe, und 2 hinten. Die Officiere haben auf jeder Klappe 8 starke silberne durchbrochene Schleifen mit Puscheln, 2 unter derselben, 2 über dem Aufschlage, 2 auf der Tasche, 4 hinten, und der Huth ist mit einer schmalen silbernen Tresse besetzt.

Canton. Ein Theil des Ziesarschen, Arneburgschen, Seehausischen, Tangermündischen, Havelländischen und Lentzner Kreises. Desgleichen ein Theil des Zauchischen Kreises incl. die Städte Werder, Saarmund und die Städte: Spandau, Bernau, Straußberg, Köpenick, Lentzen und Wittenberge. In allen diesen Kreisen zusammen 274 Dörfer und 67 einzelne Vorwerke, Mühlen xc. Zusammen 10387 Feuerstellen.

Stamm. 1698 wurde 1 Bat. vom Reg. N. t. genommen, und bekam den Namen Grenadier-Garde, 1706 ist das 2te Bat. aus dem in Preußen stehenden Reg. errichtet worden. 1713 wurde aus 6 Comp. das Reg. N. 23. gemacht; die übrigen 4 Comp. wurden 1716 durch die 600 Mann Schweden, welche nach der Kapitulation von Stralsund Dienste nahmen, wieder auf 2 Bat. gesetzt; es verlor aber den Namen Garde.

Feldzüge. In der Schlacht bei Malplaquet, 1709, focht das Reg. mit vielem Ruhm. 1715 diente es in Pommern. 1744 deckte es den Rückzug aus Prag, und die Gren., mit denen vom Reg. N. 15., befanden sich in dem merkwürdigen Gefechte bei Solonitz und in der Action bei Beraun. In der Schlacht bei Hohenfriedberg, 1745, richtete es ein ganzes Reg. Sachsen zu Grunde, hielt sich auch bei Kesselsdorf sehr tapfer. 1757 focht es in den Schlachten bei Reichenberg und Prag, eroberte den Ziskaberg, half die Stadt belagern, war in den Schlachten bei Breslau und Leuthen, und wohnte der nachherigen Belagerung von Breslau bei. In der 2tägigen Schlacht bei Zorndorf, 1758, durchbrach das Reg. mit dem Bajonett die feindliche Infanterie, und in der bei Hochkirch mußte es die Attaque auf das Dorf unterstützen, wo es durch eine Kugelsaat fast zu Grunde ging. 1760 ward es zur Belagerung von Dresden gebraucht, und zeigte in den Schlachten bei Liegnitz und Torgau seinen gewöhnlichen Heldenmuth. Wenige Wochen vor der Torgauer Schlacht war es auch in der wichtigen Action bei Hohengiersdorf. 1762 that es sowohl in der Action bei Burkersdorf, als in der Schlacht bei Reichenbach vorzügliche Dienste. Im baierschen Erbfolgekriege wurde das Reg. 1779, da es zu Neustadt in Oberschlesien stand, vom General Wallis, welcher ein Corps von 12000 Mann hatte, zur Uebergabe aufgefordert. Es vertheidigte sich aber auf das heldenmüthigste, und zog sich, da die Stadt in vollem Brande stand, glücklich und ohne sonderlichen Verlust heraus.

Chefs:

1698 Ob. v. Pannwitz, ward Gouv. in Peitz.

1703 -- v. Tettau, blieb als G. M. bei Malplaquet.

1709 -- v. Gersdorf, erhielt als G. L. das Gouvernement in Spandau.

1732 -- v. Kröcher, erhielt ein Bataillon, nebst dem Gouvernement in Geldern.

1738 -- v. Derschau, starb als G. M.

1742 Pr. August Wilhelm v. Preußen, starb.

1758 bis 1764 blieb es vacant.

1764 Pr. Friedr. Wilh. v. Preußen, kam 1786 zur Regierung, starb 1797 Es erhielt 1787 den Namen: Reg. v. Preußen.

1790 Ob. Se. K. H. der Kronprinz, Se. jetzt reg. Maj.


Züge der Tapferkeit.[]

[2]

Man hat die heroische Aufopferung des Junkers von Kleist, vom Infanterie-Regiment von Treskow, der in der Schlacht bei Halle am 17ten October 1806 mit seiner Fahne sich in die Saale stürzte, allgemein bewundert; ein ähnlicher Fall ereignete sich bei der Kapitulation des unter dem Commando des Fürsten zu Hohenlohe-Ingelfingen bei Prenzlau gefangen genommenen Preußischen Armee-Corps.

Unter den Reserve-Regimentern dieses Corps befand sich auch das Regiment Sr. Majestät des Königs, auf welches einige Regimenter feindlicher Kavallerie einstürmten.

Der Junker von Petersdorff, in der Ueberzeugung, seine Fahne nicht retten zu können, zerbrach si. selbst in mehrere Stücke, und suchte dann mit den Resten davon sein Leben theuer zu erkaufen, wobei er mehrere gefährliche Wunden erhielt, aber doch seinen Zweck erreichte, daß die ihm anvertraute Fahne nicht die Beute der Sieger wurde.

Bei dieser Gelegenheit zeigte sich ein feindlicher Chasseur von einer so edelmüthigen Seite, daß er einer besondern Erwähnung mit Recht verdient.

Er machte den Lieutenant von Platen von demselben Regiment, nachdem er ihm mehrere Wunden beigebracht, zu seinem Gefangenen, und nahm ihm, nach dem conventionellen Recht des Stärkern, Börse, Uhr, und was er sonst an Werth bei sich hatte, als gute Beute ab.

Nach kurzer Frist kehrte der Chasseur aus freien Stücken zurück, und fragte die auf einem Platz zusammenstehenden gefangenen Officiere: wo der junge Officier sey, der von ihm verwundet und geplündert worden.

"Ich bin es!" sagte endlich der Beraubte.

"Nun, so nehmen Sie Ihr Eigenthum zurück!" rief der Chasseur: "ich habe Sie verwundet. Sie brauchen es nöthiger als ich." Bei diesen Worten warf er ihm Geld, Uhr und alles hin. Der Gefangene wollte davon keinen Gebrauch machen, aber alles Weigern half nichts, er bat ihn endlich, wenigstens die Hälfte als Beute zu behalten; aber umsonst, der Chasseur gab seinem Pferde die Spornen und eilte so schnell davon, daß er nicht einzuholen war.


Quellen.[]

  1. Stammliste aller Regimenter und Corps der Königlich-Preußischen Armee. Nebst Nachträgen und Berichtigungen bis zum 1. Junius 1802. Siebente, sehr verbesserte Auflage. Berlin, 1802. Zum Besten der Militär-Erziehungsanstalten. In Commission der Himburgschen Buchhandlung.
  2. Das Vaterland. Beiträge zu einer Geschichte der Zeit, Versuche zur Veredlung des Nationalgeistes und zur Erhebung der Kunst und Industrie. In zwanglosen Heften. Berlin, bei Friedrich Maurer, 1808.
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