Gonsse, Ritter von Rougeville.[]
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Rougeville (Gonsse, Ritter von) Sohn eines Unterpachters zu Arras, der sich ein ansehnliches Vermögen erworben hatte; er widmete sich dem Militärstande, machte den Krieg von Amerika mit und wurde Ritter des heiligen Ludwigs- und Cincinnatusordens. Er trat hierauf in die Garde von Monsieur und ward Offizier der National-Garde. An dem Tage des 20. Juny war er einer von denen, die vorzüglich das Leben der Königinn retten halfen. Er stieg mittelst einer Seitentreppe an der Spitze von 30 Grenadieren in das Zimmer derselben und stellte die Fürstinn hinter eine grosse Tischplatte, die sie von dem Pöbel trennte. Die Fassung, mit der diese unerwartete Hülfe die Königinn vertheidigte, schreckte Santerre, als er die Thüre sprengte. Er war derselbe, der durch Hülfe Froidüres zu Marien Antoinetten in ihr Gefängniß im Tempel kam, und ihr eine Nelke brachte, in welcher sich eine Karte befand, auf die einige Worte mittelst einer Nadelspitze gestochen waren. Die Königinn, welche ihm äußerst zugethan war, erblaßte bey seinem Anblicke und sagte zu ihn: "Warum setzen Sie sich auf diese Weise der Verantwortung aus." Er entging der Revolutionsregierung; wurde jedoch im Jahre 1795, auf Guffroys Denunziation, als Emigrirter verhaftet und in den Tempel gesetzt, zwey Jahre darauf aber wieder frey gelassen. Gegenwärtig befindet er sich unter obrigkeitlicher Aufsicht zu Reims.
Quellen.[]
- ↑ Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.