Graf von Moustier.[]
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Moustier (Graf von) war als Diplomatiker mehreremahl vor der Revolution, namentlich bey den vereinigten Freystaaten, angestellt worden. Im November 1790 ernannte ihn der König zum Botschafter in Berlin. Ein Jahr darauf wurde der Graf zurückberufen, um an Montmorins Stelle das Portefeuille der auswärtigen Angelegenheiten zu übernehmen. Er hatte den verdienten Ruf eines Mannes von Talent und Geistesstärke; aber er galt auch, mit nicht geringerem Rechte, für wenig der Revolution zugethan; die Eifersucht der Mitbewerber ließ dem Könige beybringen, daß ihm diese Wahl in der Liebe des Volks herabsetze, und so wurde der Monarch von seinem Vorhaben abgeführt. Im Dezember ließ man den Grafen Moustier zur Gesandtschaft nach Konstantinopel, an Choiseuil-Gouffiers Stelle, abgehen; er begab sich aber nicht auf der Stelle dahin, sondern ließ sich von den Brüdern Ludwigs XVI. bey dem Könige von Preussen anstellen, insbesondere in der Absicht, den König zu bewegen, daß er den ältesten Bruder Ludwigs XVI. als Regenten von Frankreich anerkenne. Ein Brief vom 6. September 1792, worin er den Prinzen über sein Verhalten bey Friedrich Willhelm Rechenschaft ablegte, wurde aufgefangen und bey Ludwigs XVI. Prozeß gedruckt. Zu Ende 1794 bedienten sich seiner die französischen Prinzen von neuem, um mit den Chefs der Vendeer und Chouans zu unterhandeln.
Sein Sohn, Eduard von Moustier, ist gegenwärtig französischer Legationssekretair in Dresden.
Quellen.[]
- ↑ Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.